Das Bau- und Umweltdepartement mal im Hoch und mal im Tief

Wenn man den Newsletter des Kanton St.Gallen abonniert, dann kann es passieren, dass man an einem Tag jubelt und anderem wieder nur den Kopf schütteln kann und manchmals passt es einfach nicht zusammen.

Am 25.4.2022 versandte der Kanton die folgende Medienmitteilung (ich habs kurzverbloggt)

Quelle: Ostschweizer Strassenanliegen berücksichtigen

Darin zeigt sich der Kanton erfreut über die 3.Röhre und die Ausfahrt Güterbahnhof. Er fordert aber auch, dass der Zubringer Appenzellerland und die Bodensee-Thurtal-Autobahn priorisiert wird.

Jetzt kommt heute die nächste Medienmitteilung mit dem Titel „Unterirdischer Gütertransport nach St.Gallen ist machbar

Quelle: Unterirdischer Gütertransport nach St.Gallen ist machbar

Das freut mich natürlich. Ich sehe in Cargo sous terrain sehr viele Chancen. Etwas hat mich dann doch etwas verwundert. In der Medienmitteilung steht folgender Text:

Mit der Anbindung der Ostschweiz an das unterirdische Gütertransportsystem kann die Erschliessungsqualität einzelner Standorte und Areale gesteigert werden. Zudem können oberirdische Verkehre in den Untergrund verlagert werden, was den Druck auf den Ausbau von Infrastrukturen reduziert.

Ich glaube, man darf sich zurecht fragen, wieso der Kanton noch vor 2 Tagen selber soviel Druck auf die Auto-Infrastruktur gemacht hat. Also ich verstehe es noch immer nicht.

Und ebenfalls noch erwähnen möchte ich die Medienmitteilung, die dazwischen lag. Die kommt zwar nicht aus dem Tiefbau sondern vom Hochbau:

Quelle: Kantonale Hochbauten werden «grüner»

Darin stehen Dinge wie

Die Biodiversität in der Schweiz ist unter Druck. Siedlungen wachsen und verkleinern den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen.

oder

Mit dem Klimawandel steigen die Temperaturen, lange Phasen der Trockenheit nehmen zu. Im Siedlungsraum ist die Hitzebelastung besonders gross, viele versiegelte Flächen absorbieren die Sonnenstrahlung und heizen die Umgebung auf. Intensiver Starkregen setzt dem Aussenraum weiter zu.

oder

Zusätzlich zur Information der Bevölkerung sollen durch die sorgfältig geplanten Massnahmen auch Architektur- und Planungsunternehmen sowie Bauherrschaften für das Thema Biodiversität im Siedlungsraum sensibilisiert oder inspiriert werden.

Ich weiss nicht so recht. Es scheint, also ob Umwelt und Ökologie beim Kanton eine Sache der Dienststellenleiter ist. Irgendwie passt das nicht zusammen. Evtl. muss Frau Regierungsrätin Susanne Hartmann mal ihre Dienststellenleiter im Bau- und Umweltdepartement an einen Tisch bringen.

2 Kommentare

  • Reto Voneschen

    …und bei den vielen begrünten Fassaden von kantonalen Amtsgebäuden (wie das in der Meldung suggeriert wird) sollte man vielleicht eher auf das abstellen, was bei diesem seit Jahren in Diskussion stehenden Thema tatsächlich passiert ist – und was eben nicht. Trotz reger Bautätigkeit lässt sich die Zahl der begrünten Fassaden immer noch an den Fingern einer Hand abzählen. Auch öffentliche Bauten mit Fassadenbegrünungen sind derzeit gemessen am Gesamtbestand an Gebäuden die Ausnahme und nicht die Regel. Das geht aus der kantonalen Meldung übrigens auch so hervor, wenn man zwischen den Zeilen liest…

    • Danke für deinen Kommentar.
      Da ich in einem der „lobenswert begrünten und explizit erwähnten Gebäude“ arbeite, weiss ich ziemlich genau was du meinst.
      Sooo grün ist es heute definitiv noch nicht, aber es wurden immerhin eine Erweiterung angekündigt

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