Das Martinstobel bleibt unüberbrückbar
So zumindest sieht es gemäss Bericht des Regionaljournals Ostschweiz der Kanton St.Gallen
Es gab (gibt immer noch) Pläne einer Brücke über das Martinstobel – eine sichere Verbindung für Fussgänger und Velo zwischen Untereggen und der Stadt St.Gallen. Nun sagt der Kanton St.Gallen, dass eine solche Brücke nicht bewilligungsfähig ist.
Dafür haben sie jetzt aber ziemlich lange gebraucht. Die Brücke war nämlich im 3. Agglomerationsprogramm schon drin und es gab im Januar 2017 bereits eine entsprechende Medienmitteilung. Baubeginn war im Jahr 2025 vorgesehen.
Die Eckpunkte aus der Medienmitteilung:
- Die Studie belegt: Eine Brücke ist machbar
- Rad- und Gehweg oder Radstreifen um ein Vielfaches teurer
- Heute besteht auf der Kantonsstrasse kein Angebot für den Fuss- und Veloverkehr
- Kosten und Finanzierung realistisch
Nun hat aber der Kanton gemerkt, dass es aus Gründen des Natur- und Umweltschutzes nicht möglich ist die Brücke zu realisieren. Es hat demnach mehr als 8 Jahre gedauert, bis man zu dieser Erkenntnis gelangte.
Ich will mich hier auch nicht darüber äussern, ob der Entscheid so auch tatsächlich korrekt ist.
Sollte die Brücke nun tatsächlich nicht gebaut werden können, dann muss der Kanton anderweitig eine Lösung suchen. Dazu ist er gemäss Veloweggesetz eigentlich verpflichtet.
Nun gab im Frühjahr 2025 eine Mitwirkung zu einem Unterhaltsprojekt der Kantonsstrasse Nr. 61 zwischen Untereggen und der Stadt St.Gallen. Der Mitwirkungsbericht liegt vor. Ich möchte daraus ein paar Zitate verwenden:
Das Tiefbauamt des Kantons St.Gallen ist sich der Schwachstelle im Veloverkehrsnetz
auf der Verbindung zwischen der Stadt St.Gallen und Untereggen bewusst.
Die
Gemeinde Untereggen und die Stadt St.Gallen sind zurzeit bestrebt, eine neue Veloinfrastruktur zu planen. Im Zentrum steht dabei eine Fuss- und Velobrücke über das Martinstobel.
Aufgrund der Dringlichkeit der Strassensanierung können die Ergebnisse dieses Projekts nicht abgewartet werden. Sollte eine separate Veloinfrastruktur anhand der Fuss- und Velobrücke Martinstobel nicht möglich sein, ist die Situation zusammen mit der Gemeinde Untereggen und der Stadt St.Gallen neu zu bewerten
Zusammengefasst:
Der Kanton sagt, es wird keine Brücke geben und er sagt auch, dass er nicht bereit ist, für eine Veloverbindung zwischen Untereggen und der Stadt St.Gallen zu sorgen. Zumindest nicht jetzt. Vielleicht dann im 19. Strassenraumprogramm 2029 bis 2033.
So geht das im Kanton St.Gallen, wenn er nicht will, dann nimmt er nur Rücksicht auf das Auto und tut alles dafür. Das Velo muss warten, bis es dem Kanton vielleicht irgendwann dann mal passt…oder auch nicht….

