Das Messer am Hals

Die Olma-Vorlage von Morgen im Stadtparlament hat mich die ganze Woche intensiv beschäftigt. Ich mache mir den Entscheid wirklich nicht leicht. Kopf und Bauch schlagen mit Argumenten um sich und nimmt will Überhand gewinnen.

Selbst eine sehr spannende Diskussion, die ich auf Facebook angezettelt habe brachte keinen Gewinner. Kurz, mein Bauch sagt ja, Olma retten. Der Kopf sagt nein, das wird ein Fass ohne Boden.

Eigentlich nützt es jetzt nichts mehr, einen Blick zurück zu werfen. Der Mist ist geführt. Da ich mir aber durchaus auch andere Möglichkeit vorstellen könnte, wie die Olma-Messen allenfalls hätten gerettet werden können, lohnt sich schon ein kurzer Blick zurück:

13.03.2020 – Die OFFA wird offiziell abgesagt
29.04.2020 – Die Immo-Messe wird abgesagt
01.05.2020 – Die OBA wird abgesagt
01.05.2020 – Der Entscheid, ob die OLMA stattfinden kann wird auf Juni gelegt
05.06.2020 – Die OLMA abgesagt
16.06.2020 – Die Stadt veröffentlicht ihr Sparpaket
25.06.2020 – Das Geschäft „Genossenschaft Olma Messen St.Gallen; Unterstützung“ wird eröffnet
07.07.2020 – Die Hochzeitsmesse wird abgesagt
12.08.2020 – Die Medienmitteilung zur notwendigen Unterstützung wird verschickt. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem ich von der Vorlage im Stadtparlament zum ersten Mal informiert wurde.
25.08.2020 – Das Stadtparlament muss über die Vorlage entscheiden

Aus meiner Sicht haben die Olma-Messen und damit auch Verwaltungsratspräsident Thomas Scheitlin am 5. Juni bereits gewusst, dass etwas passieren muss. Letztlich vergingen von der Absage der Olma bis zur Ankündigung, dass die Olma-Messen gerettet werden müssen, mehr als 2 Monate!

Ich weiss, dass sich damit nichts an der Situation ändert. Aber vom Stadtparlament wird morgen Dienstag Nachmittag erwartet, dass wir nicht nur über einen Kredit, sondern über letztlich mehr als 250 Millionen Wertschöpfung entscheiden und das mit einer „Vogel friss oder stirb“-Vorlage.

Sollte die Vorlage morgen angenommen werden, dann möchte ich einfach darauf hinweisen, dass die nächste Finanzspritze bald Realität werden könnte. So zumindest steht es auch etwas versteckt in der Vorlage. Das passiert dann, wenn das Szenario 3 eintritt:

Sollte Szenario 3 wahrscheinlich werden, müssen weitergehende finanzielle Massnahmen geprüft werden

Vorlage Stadtparlament

Natürlich jammere ich an dieser Stelle. Es ist mir aber auch wichtig, dass die politisch weniger interessierten Stadtbewohner wissen, wie so etwas abläuft. In den Medien hat dieses Geschäft nämlich nur ganz wenig Wellen geschlagen. Am Ende werden dann vermutlich die Nein-Sager als die Olma-Totengräber einfach an den Pranger gestellt. Mich würde es auf jeden Fall nicht wundern.

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