Heiss auf der Redaktion

Viele haben in den letzten Tagen Mühe mit den Temperaturen. Besonders warm scheint es aber auf der Stadtredaktion des Tagblatts zu sein. Anders kann ich es mir nicht erklären, weshalb das Tagblatt mit negativ angehauchten Titeln die Belebung der Innenstadt mies schreiben will.

Gestern gab es einen sehr oberflächlichen bis sogar falschen Artikel zur Aufhebung der Parkplätze am Marktplatz. Die Überschrift:

Ich habe mich schon gestern ausführlich darüber ausgelassen

Später am Abend folgt diese Überschrift im Stadtticker:

Auslöser ist die Veranstaltung „Slide my City„, die während 2 Tagen einen Teil der Teufenerstrasse belegt.
Ein Anlass, der vielen nicht unbedingt Freude bereitet (den Autofahrern?) aber ansonsten scheinbar sehr gut ankommt. Da liegt es nahe, dass man eine Überschrift wie diese wählt?

Und heute kommt nochmals der Marktplatz zum Zug. Das Tagblatt hat ein paar Marktfahrer befragt, wie sich die Situation seit der Aufhebung der Parkplätze für sie verändert hat. Herausgekommen ist das hier:

Noch nicht wirklich tragisch, es sei denn, man befragt insgesamt 5 Marktfahrer:

«Für die Kunden war es vorher sicher besser», sagt Anita Troxler

«Wir stehen nicht mehr an der Anlieferstrasse, das ist ein Vorteil», sagt Rolf Bischofberger

Marktfahrer Rolf Sonderegger kann ebenfalls nicht klagen: «Der Umsatz stimmt.»

«Ich war gegen die Aufhebung, aber ich kann nicht sagen, dass ich sie im Umsatz spüre», sagt Bläsi

«Wenn Bauernmarkt ist, ist’s wunderschön», beschreibt Katrin Stedile vom Bio-Beck Lehmann die neue Situation am Marktplatz

Auch Thomas Lienhard von Papaya Dryfruits hat vom Wochenmarkt zum ständigen Markt gewechselt und verkauft seine Trockenfrüchte jetzt in einem Markthäuschen. Dass die Parkplätze weg sind, findet er gut: «Ich betrachte das langfristig. Die Mobilität muss sich ändern.»

Wenn sich von 5 Marktfahrern 4 positiv äussern, dann wäre es evtl. gewinnbringend, auch die Überschrift positiv zu gestalten

Immerhin darf sich auch die verantwortliche Stadträtin Maria Pappa noch äussern und ich bin froh, dass ich mit meiner Replik von gestern die Dinge genau gleich eingeschätzt habe.

Also liebes Tagblatt. Ihr seit auf Anzeigekunden und Abonnenten angewiesen und die Zeiten sind schlecht. Ist es zuviel verlangt, wenn ihr wenigsten für die Stadt St.Gallen eure Artikel und Überschriften positiv formulieren könntet? Oder ist die Stimmung auf der Redaktion mal wieder auf dem Tiefpunkt, weil euch die Zentrale im Aargau im Nacken sitzt?

Denn schon beim Open Air Festival ist mir die negative Berichterstattung aufgefallen

Und zum Schluss nochmals zurück zu gestern. Ich bin heute Vormittag kurz 10 min über den Marktplatz in Richtung Olma gewandert. Verrückt, dass man in dieser kurzen Zeit und mit 3 schnellen Handy-Fotos einen Tagblatt-Artikel zu 80% widerlegen kann.
Vielleicht war die Verlegung der Stadtredaktion aus dem Zentrum an den Rand der Stadt doch keine so gute Idee

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.