Im Kanton St.Gallen schmeissen sie mit den Millionen nur so um sich

dabei geht es dem Kanton mies, sogar so mies, dass sich die SVP selbst bei den kleinsten Beträgen beim Lotteriefonds bedient um die Staatskasse zu „entlasten“

Geht es aber um Strassen, dann ist kein Betrag gross genug um ohne Wenn und Aber mit den 1000er Noten nur so um sich zu schmeissen.
Es gibt keine bürgerlich-konservative Stimmen, die das Projekt Güterbahnhof kritisch hinterfragen. Nein, der Anschluss wird völlig unkritisch zum heiligen Gral der Ostschweizer-Verkehrspolitik erklärt.

  • Man stützt sich blindlings auf ein Verkehrsmodell mit Zahlen aus dem Jahr 2017! (weil es nichts aktuelleres gibt)
  • Der Verkehr auf der A1 zwischen St.Gallen Winkeln und St.Gallen Neudorf hat seit dem Jahr 2017 um 10% abgenommen (Verkehrszählung ASTRA, wöchentlich aktualisiert)
  • Die restlich verwendeten Verkehrszahlen sind statisch und bilden in keiner Art und Weise Quell- und Zielverkehr ab. Methoden die das aufzeigen gibt es, nur werden diese nicht im Verkehrsmodell abgebildet und auch von der Politik nicht eingefordert

Ich staune immer wieder, wie leichtisnnig hier Geld gesprochen werden soll. Schaut endlich mal genau hin und verlangt vom Bund vom Kanton und der Stadt ein korrektes und zeitgemässes Verkehrsmodell. Ein Modell mit einer verlässlichen Datenbasis und eine Analyse mit den technischen Möglichkeiten des Jahres 2026!

Was hier die bürgerlich-konservativen Kreise mit den öffentlichen Geldern anstellen ist schlicht grobfahrlässig. Kein anderes Geschäft würde auf einer derart miserablen Entscheidungsgrundlage akzeptiert. Das geht njur beim Autoverkehr

Beim Bund ist es nicht viel besser. Dort zieht man eine Gefälligkeits-Studie der ETH heran um einen Volksentscheid zu kippen. Ja, ich nenne es eine Gefälligkeitsstudie weil der Auftrag aus meiner Sicht suggestiv formuliert war, so dass das Resultat eigentlioch vorher schon absehbar war. Wer fragt, „sollten die abgelehnten Projekte vielleicht nicht doch realsiert werden müssen“ zeigt Null politisches Feingefühl!

Dass der Bund den Autobahnausbau in der Ostschweiz dann noch höher gewichtet als den längst beschlossenen Ausbau der Bahn, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar. Zumal die Ostschweiz bei der Bahn eigentlich längst abgehängt wurde. Gut gibt es noch ein paar wenige internationale Züge sonst sähe es vermutlich noch viel schlimmer aus. Die Schweiz endet (ausser beim Auto) definitv in Winterthur.

Aber hey, hauptsache die Stadt bekommt dank dem Agglomerationsverkehr der 6. Generation ein Tram für 300 Millionen vom Hauptbahnhof ins Stephanshorn.

Quelle: UVEK, Verkehr ’45, Faktenblätter

Was das für die Stadt bedeutet hinterfragt halt auch kaum jemand. Alleine zwei parallele ÖV-Flotten inkl. Depot (uns fehlt ja bekanntlich schon ein vernünftiges Busdepot) und Schienentrasse und weiterer notwendiger Infrastrukturmassnahmen müssen irgendwann irgendwie finanziert werden.
Das kommt dann schon noch, bis dahin gibt es jetzt mal 300 Millionen auf dem Papier, quasi unter dem Motto „Wir machen schon was für die Stadt“, zur Beruhigung der städtischen Bevölkerung.

2 Antworten zu “Im Kanton St.Gallen schmeissen sie mit den Millionen nur so um sich”

  1. Während in der Ostschweiz so gut wie nichts bei der Bahn gemacht wird, will man im Grimsel einen Tunnel von nirgendwo nach irgendwo bauen. Es ist unverständlich, dass man für dieses Projekt CHF 800 Millionen zur Seite legt. Zurzeit gibt es gar keine Nachfrage und selbst Rösti meint, dass es zuerst ein Konzept braucht:

    «Und zweitens unter der Voraussetzung, dass die Region, das heisst die betroffenen Kantone, ein Tourismusentwicklungskonzept oder ein regionales Entwicklungskonzept erarbeiten, damit diese Strecke dann auch in Wert gesetzt werden kann. Für mich ist die Ergänzung aller Projekte mit dieser Strecke allerdings insofern sinnvoll als die Hauptausgaben, wenn Sie auch die Agglomerationsprojekte, die Herr Meier aufgelistet hat, sehen, dass praktisch alle Projekte im Agglomerationsbereich sind oder im städtischen Raum und dieser Grimseltunnel eigentlich ein Grossteil des ländlichen Raums, der noch nicht erschlossen ist, hier zusätzlich erschliesst. Das gibt auch etwas die Balance zwischen Stadt und Land.»

    Für die kommende Abstimmung über die Beibehaltung vom MWST-Promille wird man in der Ostschweiz Stimmen verlieren, wenn hier nichts gebaut wird.

    Zum Tram: Zuerst benötigen wir eine funktionierende S-Bahn mit Viertelstundentakt und Doppelgelenkbusse auf den Linien 1/2. Damit ein Tram überhaupt funktionieren kann braucht es einen grossen Eigentrassee-Anteil sowie keine parallel verkehrenden Busse. Beides ist in St.Gallen nicht gegeben. An einigen Stellen bleiben die Busse schon heute stecken, aber das Eigentrassee Problem sollte machbar sein wenn man Autospuren verringert. Bei den Buslinien würden viele Quartiere und umliegende Gemeinden die Direktverbindung verlieren und es ist fraglich ob die Leute gewollt wären einmal mehr umzusteigen. Langfristig kann es, falls die Nachfrage so gross sein sollte, dass Takterhöhungen nicht möglich sind, ein Tram aber schon sinnvoll sein.

    • Vielen Dank für die Ausführungen. Wir sehen das sehr sehr ähnlich.

      Ich befürchte leider, dass sich die städtische Stimmbevölkerung je länger je mehr die Motivation fehlt abzustimmen und ich kann das nachvollziehen. Weshalb soll man abstimmen, wenn die Entscheide letzlich doch nichts wert sind…

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