Klimademo gegen Engpassbeseitigung

Olmadeckel

Am kommenden Freitag 14.8.2020 findet am Güterbahnhof die nächste Klimademo statt. Sie richtet sich auch gegen die geplante Engpassbeseitigung mit dem unterirdischen Kreisel am Güterbahnhof und dem Tunnel in die Liebegg.

Die Demo kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Heute hat der Kanton St.Gallen die ersten Arbeiten für das Projekt ausgeschrieben. Es ist also definitiv Zeit, sich gegen diesen Irrsinn zu wehren.

Es gibt verschiedene Punkte, die gegen diesen Wahnsinn sprechen:

Zum einen ist da der Zeithorizont. Man kann doch in der heutigen Zeit nicht mehr mit dem aktuellen Verkehrsverhalten für 20 Jahre planen! Gerne nochmals einen Hinweis dazu. Firmen wie Space-X, Tesla, Twitter, Facebook usw. sind alle jünger als 20 Jahre und sie haben in dieser Zeit die Welt verändert. Ja selbst Google ist kaum älter als 20 Jahr!
Und wir planen für mehre Milliarden auf 20 Jahre hinaus Strassen, währenddem sich unsere Gesellschaft mitten in einer umfassenden Wandel befindet?

Zum Anderen wird parallel an der Ausarbeitung für einen zweiten Zubringer Appenzellerland gearbeitet. Bislang wollte aber noch niemand konkret Stellung nehmen, welchen Einfluss die beiden Projekte aufeinander haben. Dazu ist beim Stadtrat eine einfache Anfrage von mir hängig.
Nebst diesen beiden Projekten wird in der Region Rorschach ebenfalls ein neuer Anschluss gebaut. Es sind also insgesamt 3 Riesenprojekte auf wenigen Kilometern (Gosau bis Rorschach), die bereits bei der Planung nicht mehr dem aktuellen Zeitgeist entsprechen.

Und es gibt noch einige weitere Punkte, die berücksichtigt werden müssen. Noch weiss niemand, wie sich die Kosten verteilen. Wie viel bezahlen die Kantone Appenzell und St.Gallen und was bleibt an der Stadt hängen? Wird der Kostenschlüssel so definiert, dass letztlich niemand etwas zum Projekt sagen kann? Es sieht zumindest so aus, dass es keinerlei Volksabstimmungen geben wird.

Das ist bislang die einzige Angabe, die es zur Kostenverteilung gibt. Bei einer Ungenauigkeit von plus/minus 30%!

Quelle: Kanton https://zubringer-gueterbahnhof.ch/finanzierung/

Dass die Stadt nicht gratis davon kommt ist bereits heute schon definitiv. In 2 Wochen zum Beispiel dürfen wir im Stadtparlament über eine provisorische Passarelle über den Güterbahnhof entscheiden. Die Brücke kostet rund 1.5 Millionen und kann nur als Provisorium gebaut werden, weil sie beim Bau des Güterbahnhofkreisel wieder weg muss. Von den zusätzlichen Verkehrsmassnahmen in Zusammenhang mit den zusätzlich Ein- und Ausfahrten wissen wir noch nichts. Kostenlos werden aber auch diese Anpassungen für die Stadt nicht zu haben sein und sie werden uns aufgezwungen.

3 Kommentare

  1. Angenommen, dieses Projekt wird wirklich umgesetzt, ergeben sich letzendlich nur neue Probleme, welche ebenfalls nicht einfach zu lösen sind:
    – Autofahrer vom Appenzellerland Richtung St. Margretehen/Bodensee müssen weiterhin via Teufenerstr. fahren? Oder via Geltenwilenstrasse, welche für diese Verkehrsmasse definitiv nicht ausgelegt ist?
    Dasselbe gilt für die Gegenrichtung.
    – Was denkt der Kanton von den Auswirkungen auf die Oberstr. / Geltenwilenstr. allgemein? Diese haben im heutigen Zustand meiner Ansicht nach nicht die Möglichkeit, das Verkehrsaufkommen eines Autobahnanschlusses aufzunehmen.
    – Was sind die Auswirkungen auf die Kreuzbleiche, ist diese danach überdimensioniert oder entspricht sie genau dem benötigten Volumen?
    – Wie du bereits geschrieben hast, ist unklar, ob in 20 Jahren überhaupt noch ein solch Dimensioniertes Projekt benötigt wird.
    – Wäre es nicht tendenziell besser, für 1.3 Milliarden Franken ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis zu erreichen oder den Standort anderweitig zu fördern, beispielweise durch eine ausgezeichnete S-Bahn-Anbindung mit ggf. neuen Bahnhofen / zusätzlichen Kapazitäten / neuen Strecken (wie dies z.Z. die AB tut im Rahmen der Begradigung des Güterbahnhofes, wobei ich dabei leider schade finde, dass dieser Bahnhof danach tendenziell keine hohen Passagierströme aufweisen wird aufgrund der etwas misslichen Lage/fehlende Erschliessung)?

    1. Du sprichst weitere wichtige Punkte an. Bei der Vorstellung des Projektes durch das ASTRA war die innerstädtische Belastung kein Thema. Ein Punkt bei dem ich von unserem Stadtrat massiv enttäuscht bin.
      Ich denke nicht dass die zusätzlichen Ein- und Ausfahrten plus der Tunnel ein echter Gewinn für die Stadt sind.

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