Leserbrief: Stadt will Hauptachsen stärken

Das Tram schleicht sich langsam in die Köpfe der St. Galler. Eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs ist ja durchaus zu begrüssen. Allerdings sollte auch auf die Nachteile eines oberirdischen Schienennetzes hingewiesen werden. Nebst etlichen Signalisationen und Übergängen wird auch der Langsamverkehr gefährdet. Jeder Velofahrer kennt die Krux mit den Schienen. Aber auch von Fussgängern wird mehr Aufmerksamkeit gefordert. 

Warum also zusätzliche oberirdische Trasses bauen, wenn wir doch auf der Ost-West-Achse bereits über ein Schienennetz verfügen?
Mir schwebt eine U-Bahn vor, die auf Stadtgebiet soweit als möglich unter den Boden verlegt wird. Am Bahnhof St. Finden und Bahnhof Nord könnten Knotenpunkte entstehen, die die Agglomeration von Gossau bis Rorschach und Herisau bis Wittenbach anbindet. Die Durchmesserlinie Appenzell-Trogen kann fahrplanmässig bestens integriert werden. Für zusätzliche Haltestellen bieten sich die geplanten Projekte am Güterbahnhof, Platztor (Uni Neubau) oder eventuell sogar der Marktplatz an.
Eine U-Bahn baut die Nord-Süd-Schranke, die durch die Schienen entstanden ist, ab. Die Feinverteilung in die Hügel und Quartiere könnte nach wie vor durch die Busse erfolgen. Der Bahnhof St.Fiden würde durch eine moderne Anbindung massiv aufgewertet und es entsteht zusätzlicher Raum. Synergien mit einem Ausbau der Stadtautobahn wären ebenfalls möglich.
Die Idee passt übrigens sowohl in unseren Richtplan, unser Mobilitätskonzept und nicht zuletzt auch bestens ins Agglomerationsprogramm.
Ich würde mich freuen, wenn wir zum Start der Expo 2027 einen ersten Teilabschnitt feierlich eröffnen könnten.

Eingesendet ans St. Galler Tagblatt am 20.5.2016
Der Leserbrief wurde am 26.5.2016 prominent veröffentlicht (PDF) 🙂

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