Lippenbekentnisse aus dem Stadtrat

Die Stadt St.Gallen hat in den letzten Monaten und Jahren in Sachen Umwelt und Klima richtig Vollgas gegeben. Das muss man würdigen und ich bin wirklich happy mit der eingeschlagenen Richtung.

Allerdings wurde gestern bekannt, dass dem Stadtrat die hart erarbeitete Stossrichtung plötzlich nicht mehr ganz so wichtig ist.

Quelle: Stadticker vom 25.8.2020 (Klicken für Grosse Ansicht)

Er hat dem Projekt Areal Bach die Unterstützung verweigert. Einerseits wegen der Coronakrise (was noch nachvollziehbar ist) aber andererseits auch wegen wegfallender Parkplätze!!!!

Parkplätze sind jetzt so ziemlich das Gegenteil von nachhaltiger Stadtentwicklung. Sie beanspruchen Platz, verursachen Verkehr und belasten Umwelt. Erst recht, wenn es sich bei den Parkplätzen um Billigst-Abstellplätze für 10 CHF pro Tag handelt.

Diese 10 CHF werden jeweils während OLMA und OFFA erhoben. An bester Lage in Gehdistanz. Zum Vergleich, die weiteren Plätze im Breitfeld kosten pro Tag 20 CHF. Da fährt jetzt jeder, der das weiss mitten in die Stadt zum Bahnhof St.Fiden. Findet man dort keinen Parkplatz sucht man mit Sicherheit zuerst das gesamte Quartier ab und fährt kaum an den Stadtrand. Es entsteht ein vermeidbarer Suchverkehr. Und das ärgert mich.

Da macht sich ein Verein auf, sammelt über 600’000 CHF für die Begrünung eines selten hässlichen Areals und der Stadtrat stellt sich quer und findet Parkplätze wichtiger.

Wozu hat man in der Stadt Mobilitätskonzept erstellt, das die Verkehrsvermeidung als oberstes Ziel definiert? Billiger als mit 250’000 CHF bekommt man den Suchverkehr während Messen nie unter Kontrolle!

Die Stadt hat es sich zum Ziel gesetzt, die Stadt grüner zu gestalten, sie will Hitzeinseln entfernen, Bäume pflanzen, Böden entsiegeln usw. Wenn es dann aber genau darum geht, das in die Tat umzusetzen, dann werden Abstellplätze für Blechkarren plötzlich wieder wichtiger.

Ich hoffe jetzt, dass der Verein mit dem redimensionierten Projekt Erfolg hat. Der Bahnhof St.Fiden ist eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete der Stadt. In seinem Einzugsgebiet gibt es Tausende! von Arbeitsplätzen (Kantonsspital) und es werden immer mehr. Ein Hotel steht kurz vor Eröffnung, es wurden und werden Wohnquartiere gebaut, Tausende Messebesucher steigen aus dem Zug und überqueren den trostlosen Platz. Und der Stadt ist diese Visitenkarte kein Geld wert.

Aber entscheidet selber. So sieht es heute aus und so wäre es geplant gewsen:

Am 27.9.2020 stimmen wir übrigens über die Verankerung der Klimaziele in der Gemeindeverordnung ab. Der Stadtrat steht voll dahinter und bietet dazu eine Präsentation an. Hier passend die Folie Nummer 18

Heute kann er sich noch aus der Verantwortung stehlen. Wird die Abstimmung angenommen, dann darf man dem Stadtrat solche Aussagen vor die Nase halten!

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