Magglingen der Ostschweiz

Klosterplatz

Ich hatte ja bereits am 31. März darauf aufmerksam gemacht, dass in der Sportstadt etwas am Laufen ist. Heute, eine Woche später ist auch das St.Galler Tagblatt auf den Zug aufgesprungen.

Leider wie so öfters, sehr unkritisch und es werden Hoffnungen geschürt, die sich allenfalls wieder in Luft auflösen oder korrigiert werden müssen. Weshalb das so ist, erkläre ich gerne. Folgende Punkte müssen wir unbedingt im Hinterkopf behalten:

Das GESAK

Die Stadt St.Gallen arbeitet seit bald 4 Jahren an einem Gemeindesportanlagenkonzept, kurz GESAK. Nach wie vor ist in der Öffentlichkeit und auch im Stadtparlament nichts darüber bekannt.
Das wirft die Frage auf, wie weit ist die geplante Gross-Sportanlage im Gründenmoss in dieses Konzept eingeflossen oder umgekehrt, hatte das offiziell noch nicht existierende Konzept einen Einfluss auf das Projekt im Gründenmoos?

Die „Hintermänner“

Die zukünftige Sportanlage wird bereits recht detailliert beschrieben. Man kennt die Sporthallen, die Sportarten (insgesamt 30 Stück!) und hat auch schon eine ungefähre Kostenschätzung von 60 Millionen.
Da stellt sich mir folgende Fragen, wer hat dieses Projekt bis hierher ausgearbeitet? Wer war wie beteiligt (Kanton, Stadt)? Wer hat das Projekt beim Bund eingereicht? Wer ausser den staatlichen Stellen hat hier sonst noch die Finger im Spiel?
Ich erinnere an den Reitsport, der sich dort ebenfalls mit einem Grossprojekt breit machen möchte. Ob das noch aktuell ist, weiss ich leider nicht. Aber es gab damals einiges an Kritik an die Adresse der Pferdeliebhaber

Die Zusammenarbeit

Im Tagblatt-Artikel werden die Vertreter des Projektes genannt. Nebst Regierungsrat Kölliker und Stadtrat Gabathuler sind auch Nationalräte mit an Board, die das Vorhaben in Bern vertreten sollen. Spannend, es sind auch gleich 2 Vertreter aus dem Kanton Thurgau beteiligt. Das macht bei einem Vorhaben in dieser Grössenordnung auch durchaus Sinn, es öffnet aber auch den Interessenkreis und macht eine eigentliche Planung nicht unbedingt einfacher

5 Millionen für 5 Jahre

Gemäss dem Nationalen Sportanlagenkonzept (NASKA) sollen von 2022 bis 2027 bereits 5 Millionen in das Vorhaben fliessen. Wofür das Geld genau verwendet werden soll, ist heute noch nicht wirklich klar. 5 Millionen vom Bund für eine reine Planung scheint mir relativ viel. Geht es bereits über eine eigentliche Planung hinaus? Etwas, das angesichts der relativ kurzen Zeitspanne von 5 Jahren und einem Bundesanteilanteil von rund 12% an die gesamten geschätzten Kosten nicht ganz abwegig ist

Was heisst das für die Stadt

Die Stadt St.Gallen hat mit dem Areal Gründenmoos definitv ein starkes Gelände im Angebot. Ich freue mich über die Pläne. Ich möchte aber wirklich wissen, was im Vorfeld gelaufen ist und welche Konsequenzen es für die Stadt hat.
Nicht zuletzt sind die Sportvereine und die IG Sport der Stadt St.Gallen seit Monaten/Jahren dran, ihre Bedürfnisse für Sportanlagen aufzuzeigen und auch einzufordern.
Es liegt sicher im Interesse der Stadt, dass lokale Sportvereine die Anlage mitbenutzen können. Wie das dann bei der Kostenbeteiligung ausschauen wird ist offen. Es könnte aber ein ziemlicher Borcken auf uns zukommen.
Nicht vergessen, dass mit dem Hallenbad Blumenwies, der Leichtathletikanlage im Neudorf und der Sporthalle Kreuzbleiche bereits grosse Sportbrocken auf uns warten.

Der Kanton

Beim Kanton St.Gallen ist gemäss Tagblatt Artikel Regierungsrat Kölliker im Lead. Schaut man sich die Investitionen an, die das Bildungsdepartement des Kantons am Laufen hat, ist die Frage nach dem vorhandenen Geld durchaus berechtigt. Mit der Uni St.Gallen, der Gewerbeschule Riethüsli, der Kantonsschule Wattwil, der ICT Bildungsoffensive und dem Umbau der Fachhochschule dürfte das Kässeli von Herrn Kölliker nicht unbedingt prall gefüllt sein.

Fazit

Schön, dass wir in der Stadt zuversichtlich in eine rosige und wünschenswerte Sport-Zukunft schauen können. Viele Fragen sind und bleiben nach wie vor offen. Mich interessiert dabei vorallem die Rolle der Stadt und ich bin skeptisch, was die Mitwirkung und die finanzielle Beteiligung anbelangt. Bislang wird hier hinter verschlossenen Türen etwas gemauschelt, so mein EIndruck.
Das kommt nicht immer gut. Letztlich hat ein intransparentes Vorgehen auch dazu geführt, dass Gossau und St.Gallen jetzt je ein eigenes Hallenbad bauen und die Wittenbacher vermutlich in die Röhre gucken
Ich bleibe wachsam und werde das Vorhaben auf meinem Blog sicher kritisch begleiten.

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