Man hat sich über mich beschwert

Das kommt ja öfters vor, weil ich meist recht deutlich sage, was ich denke. Gestern aber war etwas einwenig anders. Ich habe jemanden vorgeschickt, die Polizei.

Die Story kurz zusammengefasst:

Der Wahlkreis der Grünliberalen St. Gallen hatte gestern am Bärenplatz eine Bewilligung für eine Standaktion zur Ehe für alle eingeholt. Die Standaktion wurde auch durchgeführt und ich war um die Mittagszeit auch anwesend.

Gleich nebenan hat sich auch eine Gruppe von älteren Damen mit Klemmbrettern platziert. Sie sammelten Unterschriften unter anderem für das Referendum gegen die Medienförderung. Soweit so gut. Das benötigt keine Bewilligung und ist absolut ok.

Ich habe dem Treiben ein wenig zugeschaut und dann gesehen, dass dda ja auch noch kleinere Plakate gegen den Impfzwang an einem Velo befestigt waren. Das störte mich zwar inhaltlich, ist aber nach wie vor ok.

Dann passierte es, dass ein Klient der Impfgegnerinnen die 10 Schritte zu uns an den Stand unternahm und uns fragte, wie wir zum Thema Impfen stehen. Ich habe ihm dann erklärt, dass ich persönlich gegen eine Impfpflicht bin, dies aber nicht bedeuten muss, dass ungeimpfte Personen keine Einschränkungen erwarten können.

Darauf hin hat uns der junge Mann mit Hinweis auf eine Aussage von Jürg Grossen als Fascho beschimpft. Das kam nicht gut an bei mir!

Beinahe gleichzeitig haben sich die Damen, die sich nach wie vor den Bärenplatz mit uns teilten, begonnen, weitere Plakate aufzustellen und auszubreiten. Darauf hin habe ich mir erlaubt, einen Blick in die Belegung der Plätze auf der Webseite der Stadt anzuschauen. Und siehe da, der Platz war für die Grünliberalen reserviert. Von einer Unterschriftensammlung war im Gegensatz zu anderen Tagen nichts eingetragen.

Quelle: Stadt St.Gallen

Und weil ich Null Bock auf eine Unterhaltung mit Impfschwurblern und Leuten, die mich als Fascho betiteln, habe ich mich an die Stadtpolizei gewendet, sie mögen doch die Bewilligung der drei Damen überprüfen.

Die StaPo kam dann auch prompt und hat sich mit den Damen unterhalten. Was sie genau besprochen hatten, weiss ich nicht. Mir war das soweit egal.

Leider hat sich die StaPo auch an mich gewandt, womit die Damen wussten, wer sie angeschwärzt hatte. Und prompt kamen die Drei abwechselnd auf mich zu und haben auf mich eingeredet. Ich habe sie so weit wie möglich ignoriert. Hätte ich die Diskussion gewünscht, hätte ich auf den Anruf bei der StaPo verzichtet.

Aber mit Schwurbler rede ich nicht!

Anschliessend haben die Damen die grossen Plakate wieder eingepackt und sich wieder auf das bewilligungsfreie Unterschriftensammlung konzentriert.

Sie liessen es sich aber nicht nehmen, sich bei meinen Parteikolleginnen und Kollegen über mich zu beschweren. Natürlich dann als ich bereits weg war 😁

Seid drum, ich rufe nur ungern die Polizei. Es war aber aus meiner Sicht der richtige Weg. Ich habe kein Recht, Bewilligungen zu überprüfen und ich habe keine Lust, mich mit solchen Menschen zu unterhalten. Ergo war das der Ausweg.

Andere denken nun vielleicht, man hätte die drei Damen auch einfach machen lassen können. Nein, ich finde nicht, dass man es Schwurblern so einfach machen darf.

Kleiner Nachtrag, weil jemand gedacht hat, das was die 3 Damen gemacht haben (fixer Platz während des ganzen Tages, Aufstellen von Plakatwänden) sei rechtens. Hier der Auszug aus dem Merkblatt der Stadt St.Gallen:

Quelle: Stadt St.Gallen

Ein Kommentar

  1. Völlig klar:
    1) Wer sich nicht an die Regeln hält – und das taten die drei Damen mit dem Aufstellen von Plakaten auf dem Bärenplatz -, hat die Konsequenzen zu tragen. Und auch völlig klar: Nicht mit solchen Leuten, die Regeln brechen, selber darüber diskutieren; der Ball liegt wenn schon bei der Polizei (die ist ja auch zuständig für Bewilligungen – und ist vor ein paar Jahren im Falle der Juso auch schon ziemlich heftig eingefräst).
    2) Jede und jeder darf eine eigene Meinung haben. Zu meiner Meinungsfreiheit gehört aber auch, dass ich nicht wissen will, was einer meint (auch wenn ich nicht von vornherein weiss, dass ich anderer Meinung bin). Darum stören auch mich Leute, die im öffentlichen Raum ein Nein zu einer Diskussion nicht als NEIN akzeptieren können. Das ist das, was mich an den Aluhüten, Coronaleugnern, Impfgegnern und so fort am meisten stört: Sie meinen immer, sie müssten einem von ihrer Meinung überzeugen. Und eine andere Meinung können sie auch nicht stehen lassen.
    3) Und jemand, der einen anderen als Faschisten beschimpft, weil er bezüglich dem Impfen und der Coronaregeln nicht gleicher Meinung ist oder nur schon nicht diskutieren mag, der hat nun rein gar nichts kapiert. Oder ihm mangelt es zu 200 Prozent an Geschichtsbewusstsein.

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