Marktplatz kommentiert

Am 29.10.2019 kommt die Marktplatzvorlage Nummer III ins Stadtparlament. Zeit, sich durch die 20 Seiten zu kämpfen. Die für mich wichtigen Punkte findet ihr jeweils mit einem Zitat und meinem Kommentar. Zum Teil habe ich verschiedene Stellen aus der Vorlage zusammengepackt:

Taxi

Hier ändert sich nichts oder nicht viel. Die Durchfahrt der Taxis beim Waaghaus bleibt weiterhin möglich

Die bisherige Anordnung der Taxistellplätze mit zentralem Einsteigepunkt bleibt erhalten….
Die Durchfahrt für Taxis, Anlieferungen, Berechtigte und Notzufahrt bleibt ebenfalls wie bestehend erhalten. Die Taxistandplätze sind am gleichen Ort wie heute vorgesehen….
Heute gibt es zwölf Taxistandplätze im Bereich Marktplatz. Diese sind nur zu Spitzenzeiten am Wochenende vollständig ausgelastet. Mit der geplanten Neugestaltung wird am gleichen Ort eine vergleichbare Anzahl Standplätze zur Verfügung gestellt.

ÖV

Ob es wieder so schmucklose, beige Streifen gibt? Ich finde die Dinger potthässlich (Beispiel Saturn-Kreuzung im Osten der Stadt)

Zwischen den Fahrspuren des ÖV ist ein Mittelstreifen im Sinne eines Mehrzweckstreifens angeordnet. Der Mittelstreifen dient als Querungshilfe für Passantinnen und Passanten, zudem können im Störungsfall die Busse auf dem Streifen überholen.

Zur VBSG musste ich mich in einem separaten Beitrag äussern. Nicht wegen des Marktplatzes selber, sondern weil ich mich einmal mehr über Oberleitungen und Busflotte nerven musste. Deshalb schreibe ich hier nichts mehr dazu.

Bepflanzung

Ja, ihr lest richtig! – Sickerfähige Oberflächen! Erinnerungen an die Diskussion der Metzgergasse werden wach. Ob man das von der Metzgergasse abfliessende Wasser schon immer am Marktplatz abfangen wollte?

In Städten ist die Hitzebelastung besonders gross, denn versiegelte Flächen absorbieren die Sonnenstrahlung und heizen die Umgebung auf. Die Hitzeeffekte lassen sich reduzieren, indem Freiräume mit Grünelementen, Schattenplätzen und sickerfähigen Oberflächen geplant werden….

Die Flächen für den Langsamverkehr auf dem Marktplatz und dem Bohl sollen mit Natursteinen belegt werden, der ÖV-Korridor wird aufgrund der Belastung mit einem tragfesteren Material versehen. Weiter sind die Anliegen der Behindertenverbände und der Seniorinnen und der Senioren zu beachten…..
Zudem sollen Bereiche mit unversiegelten Flächen ein direktes Versickern des Regenwassers vor Ort ermöglichen und das Stadtklima positiv beeinflussen.

Möbilierung

Hier ist noch nichts fix. Lasst euch also nicht durch Gerüchte verunsichern 😉

Sämtliche Details zur Möblierung und zur Beleuchtung (Grund- und Akzentbeleuchtung) sind im Rahmen der weiterführenden Projektierung zu erarbeiten.

Sicherheit

Die seit Dezember 2008 installierte Videoüberwachung muss neu beurteilt werden. Allfällige Videoüberwachungen richten sich nach den Bestimmungen des Reglements über die Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Im Rahmen des Projekts und der Projektierung sind dazu die technischen Rohinstallationen vorzusehen

Da hier bereits Rohinstallationen vorgesehen sind, können wir davon ausgehen, dass die Stadt hier weitere Kameras installieren wird. Leider nach wie vor ohne einen Beleg zu deren Wirksamkeit zu liefern.

Zudem sollen an den Eintrittsorten zu Marktplatz und Bohl Poller die unkontrollierte Zufahrt während Veranstaltungen, Märkten oder Grossanlässen verhindern. Die Aufwendungen für die Installation der Poller ist nicht Teil dieses Antrags, diese werden in einem Gesamtkonzept «Terrorschutz der Altstadt» ermittelt….
Die Kosten werden über einen separaten Kredit finanziert.

Die Stadt hat ein Konzept „Terrorschutz Altstadt“!? Diese Installationen könnten durchaus noch für Diskussionen sorgen. Ob da bereits eine Vorlage in Planung ist?

Archäologie

Tja, Zeiten ändern sich. Beim dritten Anlauf darf die Stadt mindestens die Hälfe der Kosten für die Archäologie übernehmen.

Beim Vorgängerprojekt des Jahres 2011 hätte der Kanton die Aufwendungen für die archäologischen Grabungen übernommen…..
Bei grob geschätzten Kosten für die Archäologie von CHF 2 bis 3 Mio. kann der erforderliche Beitrag auf CHF 1’250’000 geschätzt werden.

Verkehr

Die Verkehrsregelung läuft analog zum Bahnhofplatz

Mit der Neugestaltung von Marktplatz und Bohl soll auch dieser Platzraum als Begegnungszone ausgeschieden werden. In der Begegnungszone teilen sich Fussgängerinnen und Fussgänger und der Fahrverkehr den öffentlichen Raum gemeinschaftlich. Die signalisierte Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 km/h. Zu Fuss Gehende haben gegenüber dem Verkehr Vortritt (Ausnahme Tram / Strassenbahn). Es gilt gegenseitige Rücksichtnahme.

Ebenso ist vorgesehen, dass Marktplatz und Bohl mit der Neugestaltung für den motorisierten Individualverkehr gesperrt werden. Davon ausgenommen sind der Erschliessungsverkehr und die Zufahrt für Berechtigte und Taxis.

Der Marktplatz wird demnach endlich ganz gesperrt!

Die Stadt St.Gallen hat geprüft, ob Marktplatz und Bohl künftig mittels Tram erschlossen werden sollen. Auf der Basis der entsprechenden Studie sind der Stadtrat und die Kantonsregierung zum Schluss gekommen, dass für die Realisierung eines Tramsystems in St.Gallen derzeit kein dringender Handlungsbedarf besteht; ein solches soll jedoch längerfristig nicht verunmöglicht werden. Der erforderliche Raum für ein Tram ist im vorliegenden Projekt mittel- resp. langfristig gesichert.

Hach, das liebe Tram…Aber man hat daran gedacht…

Werkleitungen

Hier fällt mir auf, dass noch vieles unklar ist

Die Massnahmen an Marktplatz und Bohl machen mit grosser Wahrscheinlichkeit keine Verlegung von Gas- und Wasserleitungen nötig….

An der Kanalisation sind im Rahmen der Neugestaltung von Marktplatz und Bohl mit grosser Wahrscheinlichkeit keine Massnahmen notwendig….

Und dann wären da noch die Kosten. Abgesehen von der Million für die Sanierung des Calatrava-Bushäuschen sehe ich keine „seltsame“ Posten. Einiges sind „Onehin-Kosten“, die vermutlich auch bei einem 4. Anlauf oder auch ohne Umgestaltung anfallen würden.

Ich komme mit der Vorlage gut zurecht und hoffe, dass es beim dritten Anlauf endlich gelingt.

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