Nein zur Marktplatz-Vorlage

Ich habs mir wirklich nicht einfach gemacht. Aber mittlerweile bin ich bei einem Nein gelandet.
Einigen habe ich versprochen, meinen Entscheid etwas ausführlicher zu begründen – Voila

Die Vorlage selber kommt ja eigentlich sehr pragmatisch daher. Ein paar kleinere Anpassungen, notwendige Sanierungen und eine, in die Länge gezogene Haltestelle für denÖV. Soweit eigentlich ok und vermutlich auch mehrheitsfähig. Die „exklusive“ Toilette mag teuer sein, ist aber sicher sinnvoll und notwendig. Gerade auch fär Menschen mit Behinderungen. Das Taubenloch als Veranstaltungsort sicher eine gute Ergänzung zu Pfalzkeller und Co.

Warum dann ein Nein? Aus Trotz? Vielleicht!
(Achtung, das ist meine ganz persönliche Ansicht und muss nicht zwingend den Tatsachen entsprechen)

  • Der Markt, der in der ersten Vorlage ja als Halle geplant war, verschwindet. Auch wenn die Befürworter es deutlich verneinen. Es wird keinen eigentlichen Markt mehr geben. Die Standbetreiber müssen sich neu selber um Wetterschutz usw. kümmern. Das wird viele abschrecken und die Marktstände werden bis auf die mobilen Wagen verschwinden. Eine Halle, auch zugunsten der Rondelle würde noch nicht einmal der Vox-Analyse widersprechen.
    Sie fiel letztendlich mit der Parkgarage durch, weil sie auch als Zugang gedient hätte.
    Fazit: Die Vorlage will einen Markt realisieren, der so vermutlich keine Zukunft hat – Es bleibt auch danach eine unbefriedigende Situation
  • Die Vorlage erwähnt mit keinem Wort die neu zu bauende Parkgarage Schibenertor. Es wird also doch eine Tiefgarage geben, die direkt an den Marktplatz grenzt. Notabene natürlich ohne direkte städtische Beteiligung. Man baut also einmal mehr rund um sein eigenes Gärtchen ohne mit dem Nachbar zu reden. Der Nachbar in diesem Fall sind Übrigens wir, das Stimmvolk und nicht die Stadt! Hier erwarte ich mehr als eine einfache Baubewilligung. Obwohl, dann kommen wir ja wieder in die Richtung der ersten Marktplatzvorlage…Ach lassen wir das
  • Der Stadtrat argumentiert auch bei der Aufhebung der Parkplätze (was mir mehr als recht ist!) mit geplanten Parkhaus UG24 – Ein Vorhaben, das noch einige Hürden zu nehmen hat. Ich bin alleine daher schon dagegen, dass zur Rechtfertigung 2 Projekte herangezogen werden, die ein mehrfaches an Parkplätzen vorsieht als letztendlich aufgehoben werden. Das wird noch für viel Gesprächsstoff sorgen und bei der Umsetzung nicht klanglos hingenommen werden. Da bin ich sicher.
  • Der Baubeginn wird überall mit „ab 2019“ angegeben. In 4 Jahren! Ich gehe davon aus, dass die Sanierungen resp. die „Ohnehin-Kosten“ bereits vorher notwendig sein werden. Zudem ist bei einer so langen Vorlauffrist damit zu rechnen, dass Anpassungen an der Abstimmungsvorlage notwendig werden. Aus welchen Gründen auch immer. Ich hege ein wenig den Verdacht, dass diese lange Vorlaufzeit nicht zuletzt aus Sicht der City-Parking AG „gewünscht“ wurde um die oben angesprochenen „Erweiterungen“ wie Lift und Treppen der Parkgarage Schibenertor in den Marktplatz mit zu integrieren. Das wäre ja auch sinnvoll, aber dann soll man das bitte heute deklarieren.
  • Ein Punkt, den ich mit den Gegnern teile ist das fehlende Nutzungskonzept im Taubenloch. Ich wäre sogar dafür, wenn es etwas teurer würde. Dafür müssten wir aber mehr wissen. Einfach nur einen Raum auf „Vorrat“ zu bauen ist fahrlässig. Eine gewisse Richtung müsste vor der Abstimmung kommuniziert werden, ansonsten ist den Zahlen nicht zu trauen.

Kurz und gut, ich traue unserem Stadtrat nicht. Ich bin überzeugt, dass hier wieder ein Flickenteppich entsteht. Und zwar so, wie wir es vom Gallusplatz her kennen. In 4 Jahren ist möglicherweise der Stadtrat ausgetauscht und es werden Einsprachen, Verzögerungen und Anpassungen kommen, die zum Teil jetzt schon vorhersehbar sind.
Ich will einen autofreien Marktplatz, ich will einen, in die zukunftgerichteten ÖV und ich will einen lebendigen Ort im Herzen der Stadt inkl. WC und Taubenloch. Aber ich will kein jahrelanges Geplänkel und zig Anpassungen, bevor auch nur ein einziger Pflasterstein gesetzt wird.
Die Vorlage, wenn auch vom Parlament genehmigt, ist nicht ausgereift. Das zeigt alleine schon, dass sehr viele Bürgerliche der Vorlage im Parlament zugestimmt haben und jetzt im Nein-Komitee sitzen.

Aber was passiert bei einem erneuten Nein? Ich weiss es nicht! Aber ich lasse mich dadurch nicht zu einem Ja zwingen, nur dass „irgendwas“ geht. Dafür ist dann wirklich kein Geld vorhanden. Dann doch lieber nochmals mit einem neuen Stadtrat über die Bücher und die notwendigen Sanierungen ausserhalb des Projekts durchführen.

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