Die öffentliche Auflage der Planungsinstrumente scheint bei einigen wieder das Blut in Wallung zu bringen.
Evtl. lohnt sich ein kurzer Blick zurück, warum das jetzt so gekommen ist, ohne jetzt die ursprüngliche Volksinitiative nochmals hervorzukramen. Letztlich ist das Kantonale Bibliotheksgesetz seit rund 11 Jahren in Kraft.
Nein, blicken wir zurück auf das Jahr 2021. Da ging das Projekt „Doppeldecker“ als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervor. Breite Bevölkerungsteile und Fachleute waren sich einig. Das ist das richtige Projekt.
Dann kam 2023 die Politik. Die fand, der Bau sei zu gross und zu teuer. Es ist dabei nicht ganz klar, ob man befürchtete, dass eine notwendige kantonale Volksabstimmung durchfallen würde oder ob man das Projekt einfach nicht wollte. Es war wohl beides.
Ok, die Politik hat sich durchgesetzt und das Projekt wurde in den letzten 2 Jahren überarbeitet. Nun sind es 2 Etagen weniger. Eine wurde oben gekürzt und die Andere im Untergrund. Wie hoch die Einsparungen sind wissen wir aber noch nicht. Da wird jetzt noch gerechnet.
Öffentlich aufgelegt wurde jetzt auch nicht der Bau als Ganzes, sondern die notwendigen Anpassungen des Sondernutzungsplan, ein Teilstrassenplan und ein Strassenprojekt. Kurz die für den Bau notwendigen Planungsinstrumente.Es wird dann eine kantonale Volksabstimmung zum Bau geben. Voraussichtlich 2027.
Es ist nicht so, dass ich der ultimative Fan der vorliegenden Lösung bin. Persönlich würde der Union/Blumenmarkt für mich auch anders aussehen.
Ich habe aber in den letzten Jahren und vorallem Monaten gelernt. Wenn man mitten in einem laufenden Projekt die Spielregeln fundamental ändert, dann gibt es keinen Sieger. Nur Verlierer. Manchmal muss man auf einem solchen Planungsstand etwas auch einfach akzeptieren. Das heisst nicht, dass man nicht mehr genau hinschaut. Kritik ist immer wichtig und man soll diese Kritik auch öffentlich äussern. Aber immer wieder ganze Projekte komplett zu hinterfragen oder sie mit vermeintlich parallelen Vorhaben (hier der Marktplatz) zu verknüpfen macht für mich keinen Sinn. Im Gegenteil. Letztendlich gefährdet man beide Projekte.
Bringt eure fundamentale Kritik zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Aber kommt nicht nach dutzenden runden Tischen mit längst beantworteten Fragen. Und das Wichtigste für mich: Adressiert es korrekt! Hier sind es einmal mehr konservative bürgerliche Kreise, die gegen den Strom schwimmen und alles am liebsten versenken würden.
ich wage sogar zu behaupten, dass die neue Bibliothek der Ursprung des Stadtbashing und des bewusst provozierten Stadt-Land-Graben war.
Und ja, ich bin alles andere als zufrieden, wie es mit städtischen Planungen läuft. Das geht so nicht weiter! Aber es ist nicht immer die Stadt, die für Planungsleichen sorgt. Sehr oft steckt eben der Kanton dahinter. Sei es beim Campus Platztor, beim Bahnhof Nord oder beim Güterbahnhof. Die konservative bürgerliche Mehrheit im Kanton spricht immer davon, dass die Stadt attraktiv sein soll. Sie blockiert die Stadtentwicklung aber wo sie kann. Es sei denn, es geht um Autos. Dann stehen sie auf die Hinterbeine und vergessen alles rundherum.
