Notruf KNZ – Herr Calatrava bitte

Es ist schon ein Weilchen (rund 4 Jahre) her als ich für das Magazin Saiten den Text „Nicht noch ein Calatrava bitte“ verfasst habe. Damals durfte ich einige Kritik einstecken.

Heute nun würde ich den Artikel vermutlich noch eine Stufe heftiger verfassen.

Grund: Unsere Kantonale Notrufzentrale.

Die wurde in den Jahren 1988 bis 1998 für insgesamt knapp 16 Millionen geplant und gebaut. Im Mai 1999 wurde sie dann in Betrieb genommen.

Irgendwann zwischen 2013 und 2015 musste erneut Hand angelegt werden. Damals hiesse es:

Die Mitarbeitenden der kantonalen Notrufzentrale KNZ der Kantonspolizei St. Gallen sind seit längerem unzufrieden mit den klimatischen Verhältnissen an ihrem Arbeitsplatz. Temperaturschwankungen (zu warm bei längerer Sonneneinstrahlung und im Sommer, zu kalt in der Nacht), gefühlte Zugluft und unangenehme Gerüche unklarer Herkunft beeinträchtigen das Klima in der Notrufzentrale.

Bericht zum Raumklima der Notrufzentrale KNZ Kantonspolizei St. Gallen

Jetzt, 4 Jahre später und ziemlich genau 20 Jahre nach Eröffnung (20!!!! Jahre) lässt die Regierung verlauten:

Dies aus betrieblichen Gründen (Zahl der Arbeitsplätze) wie auch aus technischen (bauliche Sicherheit). Die Vermutung liegt nahe, dass sie neu im Westen der Stadt St. Gallen untergebracht wird.

St.Galler Tagblatt vom 20.9.2019

Dass die Notrufzentrale aus technischer Sicht nicht mehr auf der Höhe ist, lässt sich ja noch nachvollziehen. Aber aus baulicher Sicht (Sicherheit)!? Nach 20 Jahren? Sorry, aber den Architekten kann man in die Wüste schicken. Ein Gebäude das vom Steuerzahler finanziert wurde und nur eine „Haltbarkeit“ von 20 Jahren aufweist ist eine bodenlose Frechheit.

Aber wir sind uns das ja gewohnt. Der Stadtheilige hat ja auch schon den Pfalzkeller verbockt (Sanierung für 1.4 Millionen). Und in Venedig durften sie dieses Jahr eine seiner Brücken wegen der Sicherheit für Fussgänger schliessen.

Schliesst das Thema Calatrava endlich ab und verbannt seine Bauten aus der Stadt, danke! Ausser Spesen nicht viel gewesen

Der Vollständigkeit halber noch die Baudokumentationen zur Notrufzentrale und zum Pfalzkeller:

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