Speckgürtelirrsinn Ostwind

Ich nerve mich grad unsäglich über unseren Zonenplan von Ostwind.
Unser 16 jähriger Sohn (Student) besucht nächste Woche eine Sportwoche in Speicher. Eine 6-Fahrten-Tageskarte von der Stadt St. Gallen nach Speicher kostet ihn/uns 79.20 CHF!!!
Für die Fahrt von St. Gallen nach Speicher sind 3 Zonen fällig, obwohl es in der Zone 211 keinen Halt gibt!!!
Eine 2-Zonen 6 Fahrten-Tageskarte würde 52.80 CHF kosten.
Der Aufschlag für unsere Speckgürtel-Zone (in der man nicht ein oder aussteigen kann) beträgt für die Mehrfahrtenkarte satte 26.40 CHF.
Kein Wunder überlegen sich Gelegenheitsfahrer des ÖV kaum mehr, ob sie lieber den Bus/Bahn oder das Auto nehmen. Zudem ist der Betrag für einkommensschwache Familien ein echter Brocken.
Hier muss sich etwas ändern!

Auf dem Zonenplan sieht man sehr gut, dass zwischen der Haltestelle Rank (Zone 210) und Vögelinsegg (Zone 245) keine Haltestelle in der Zone 211 liegt. Trotzdem wird ein Aufschlag fällig!

Josy und Orazio – Das Ding mit der Parkgarage

Heute äussern sich die Parteien des Stadtparlaments zum Neustart am Marktplatz.
Das Tagblatt wirft dabei die Frage auf, ob auf der grünen Wiese begonnen werden sollte, oder ob das ehemalige Siegerprojekt „Josy und Orazio“ angepasst werden soll.

Allen, die das Projekt nicht mehr im Kopf haben. Das war das Projekt, das wir bei der ersten Abstimmung verworfen haben.
Die Eckpunkte: Weg mit der Calatrava-Halle, Tiefgarage Union mit Durchgang zu einer neuen Markthalle. Josy und Orazio (PDF).

Wer schwarzmalen will, kommt sicher auf die Idee, dass die Parkgarage Union nun aus dem Projekt herausgelöst wurde und wir bei einer erteilten Baubewilligung dem Projekt „Josy und Orazio“ ziemlich nahe kommen, obwohl sie gemäss VOX-Analyse einer der Hauptgründe für die Ablehnung war.

Für mich kein gangbarer Weg. Die Parkgarage ist und bleibt sinnlos und unnötig. Sie darf nun auch auf keinen Fall durch die Hintertüre wieder in die Diskussion um den Marktplatz einschleichen.

Grüne Wiese finde ich super! Denkt euch mal den hässlichen Bau beim Union weg und die Wiese wird gleich noch etwas grüner 😉

Parkieren in der SmartCity St. Gallen

Noch bin ich mit der Parlamentsvorlage „Smartnet“ nicht durch.
Vorweg nehmen möchte ich aber einen Punkt, den ich ja mit viel (Über)eifer immer wieder aufgreife.
Unsere lieben Parkplätze.

Die Stadt plant, mit Hilfe des Smartnet auch eine Überwachung der Aussenparkplätze. Ziel ist es, den Suchverkehr besser in den Griff zu bekommen und bestenfalls jeden Autofahrer direkt auf einen freien Platz zu dirigieren. Ok, das wird noch ein Weilchen dauern, ist aber ein sehr erstrebenswertes Ziel.
Aufnehmen möchte ich den Punkt aber aus einem anderen Grund, nämlich unsere Parkhäuser. Die finden leider in der Vorlage keine Erwähnung, obwohl sie einen sehr grossen Teil des Angebots ausmachen.

Ich hoffe, die Stadt bringt auch die Parkhausbetreiber dazu, sich dem Smartnet anzuhängen. Es kann nur von Vorteil sein, wenn die vorhandenen Parkplätze möglichst effizient belegt sind. Weitere Bauten und damit zusätzlicher Verkehr in der Innenstadt darf man mit diesem Projekt durchaus heute schon in Frage stellen.

Alles zur Vorlage „Smartnet“ gibt es auf den Webseiten der Stadt

Überwachung der Webergasse

Ich bin im St. Galler Tagblatt auf eine interessante Geschichte gestossen. Es geht mir nicht um den unbequemen Mieter, sondern um die grundsätzliche Frage, ob Videoüberwachungen in und um Restaurants nicht zu weit gehen.
Wie man dem Artikel entnehmen kann, befindet sich an der Webergasse das Restaurant Kalkan. Zur Webergasse hin wurde an der Hausfassade eine Überwachungskamera installiert. Als Grund wurden vermehrte Vandalenakte und Einbrüche angegeben. Ebenfalls als Rechtfertigungsgrund herangezogen wurden wertvolle Hinweise, die beim Mordfall „Webergasse“ anscheinend durch die Kamera geliefert wurden.
Weiter lässt der Artikel und die Kommentare vermuten, dass sich auch im Inneren des Restaurants Kameras befinden könnten, die sowohl Personal als auch Gäste filmen.
Scheinbar wurde unser St. Galler Datenschützer einbezogen, wobei es mir bei seinen Aussagen kalt den Rücken runter läuft.

Dazu vielleicht ein paar Hinweise, was unsere Datenschutzgesetze regeln und was nicht:

  1. Videoüberwachung des öffentlichen Raums durch Privatpersonen
    Ein Hausbesitzer stellt wiederholt Sachbeschädigungen an seinem Haus fest, die durch Passanten begangen werden, und möchte daher die Strasse vor seinem Haus videoüberwachen. Eine solche Videoüberwachung darf jedoch nicht durch den Hausbesitzer selbst durchgeführt werden, da hier die Zuständigkeit bei der Polizei liegt.“

  2. Erläuterungen zur Videoüberwachung am Arbeitsplatz
    „Der Arbeitgeber ist gehalten, die Gesundheit und die Persönlichkeit des Arbeitnehmers zu schützen und zu achten (Art. 328 Obligationenrecht OR, SR 220). Im Zusammenhang mit der Überwachung bedeutet dies, dass Überwachungssysteme, die das Verhalten einer Person überwachen sollen, nicht eingesetzt werden dürfen.“

Nur schon diese beiden Punkte müssten eigentlich unsere Datenschützer veranlassen, Klartext zu reden!
Hinzu kommt, dass zumindest im Gartenrestaurant auch die Gäste gefilmt werden, die sich dort hinsetzen. Ich erwarte, dass diese Überwachung (falls sie widererwarten zulässig ist) von seiten des Restaurantbetreibers klar und deutlich deklariert wird. Ich erlaube mir nämlich, frei entscheiden zu wollen, ob ich mit meiner Begleitung während eine Kaffees oder Biers gefilmt werden möchte. Sprich, ich werde wohl nie mehr Gast in dieser Lokalität sein.

Schade, sowohl das Tagblatt (das den Augenmerk auf den unliebsamen Mieter richtet) als auch der Datenschützer und die Stadtpolizei handeln hier schwach. Ich erwarte, dass hier klar und deutlich kommuniziert wird, was erlaubt ist und was nicht. Meiner bescheidenen Meinung nach ist die Installation der Kameras widerrechtlich!

Neue Baustelle

Kommt da eine neue Baustelle auf mich zu?

Der Platz, auf dem 2x jährlich der Jahrmarkt stattfindet und der Zirkus Knie gastiert?
Der Platz, der 156 öffentliche Parkplätze bietet?

Das dürfte, wenn es dann soweit kommten sollte eine harte Nuss geben!

Auslöser: St. Galler Tagblatt vom 6.6.2016 – Die Brache soll zur Piazza werden

Eine „steile These“ von Regula Geisser 🙂 Aber sie liegt gar nicht so falsch mit der Auslastung der Parkgaragen.
Ich bin gespannt, wie es mit der Idee weitergeht. Ein Beratungsgespräch mit Stadtingenieur Beat Rietmann soll am 30.6.2016 stattfinden, schreiben die St. Galler Nachrichten

Poker um die Parkplätze

Heute hat sich unser neuer Bausekretär im St. Galler Tagblatt (online nicht verfügbar) zur Kompensation der Parkplätze in der Innenstadt geäussert. Er weist darauf hin, dass die Bewilligung für die Parkgarage Union+ völlig unabhängig von der Erweiterung des UG25 ist.
Dem muss ich aus mehreren Gründen widersprechen.

  1. Kompensation von 128 Parkplätzen in der Innenstadt
    Mit der Parkgarage UG25 werden unter anderem durch Verhandlungen zwischen dem VCS und dem Bauherren 92 Parkplätze, die in der Innenstadt aufgehoben werden kompensiert. Verbleibt also ein Rest von 36 Parkplätzen. Gemäss Iso Senn vom UG25 könnten auch diese zu Lasten von Kundenparkplätzen im UG25 kompensiert werden.
    Beim Bauprojekt Union+/Schibenertor sollen insgesamt rund 250 Parkplätze, davon 130 Öffentliche, entstehen. Die Zahl der Parkplätze wird folglich nicht nur kompensiert, sondern merklich ausgebaut.
  2. Es besteht nach wie vor ein grosses Öffentliches Interesse am Bau der Parkgarage Union+/Schibenertor. Da ist einerseits die 40% Beteiligung der Stadt an der City Parking AG und andererseits die notwendigen Anpassungen auf öffentlichem Grund für Zu- und Wegfahrten, sowie die Konsequenzen für den öffentlichen Verkehr. Dazu gehören unter anderem auch Neusignalisationen in einem grösseren Umkreis, die wir als Bewohner (Mitbesitzer und Steuerzahler) mitfinanzieren müssen.
  3. Es ist (für die Öffentlichkeit) noch immer nicht geklärt, mit welchen Schwierigkeiten beim Bau gerechnet werden muss. Da sind immer noch die Punkte Grundwasser und archäologische Funde offen, die ein kalkulatorisches Riskio bedeuten, das widerum, wen erstaunt es, durch uns gedeckt werden müsste.

Mehr Parkplätze, Kostenbeteiligung durch die Steuerzahler, massive Einflüsse auf die Verkehrsführung und schwierig zu kalkulierende Risiken sind mehr als genug Gründe, nicht einfach auf eine Bewilligung zu warten und uns vor vollendete Tatsachen zu stellen, sondern uns zu informieren und durch eine Abstimmung konkret um unsere Meinung zu fragen. Dies auch im Wissen, dass es keine Abstimmung braucht um den Bau zu bewilligen.

UG25 – Parkplatzchaos entschlüsselt

Mit der Baubewilligung der zweiten Ausbauetappe des UG25 wurde die Zahlenjongliererei mit den Parkplätzen nicht wirklich einfacher.
Da ich in den Artikeln des Tagblatt und dem Saitenmagazin nicht wirklich schlau wurde, habe ich versucht, die Aufteilung etwas verständlicher aufzubereiten.

Ob das was ich da gebastelt habe auch stimmt weiss ich nicht. Die Angaben sind also ohne Gewähr und entsprechen meiner Interpretation. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen Blick darauf wirft und nötigenfalls Korrekturen anbringt.

Mein Fazit:

Die 192 zusätzlichen Parkplätze sollten ausreichen, um auf den geplanten Bau der Parkgarage am Union+ zu verzichten. Auch wenn von den 192 letztendlich 100 „nur“ der Kompensation der Aussenparkplätze in der nördlichen Altstadt dienen.
Letztendlich bekommen wir 92 zusätzliche Parkplätze für die Öffentlichkeit.

Nazca Linien in St. Gallen

Die Innenstadt in St. Gallen wird aktuell flächendeckend mit Pflastersteinen versehen. Eine schöne Lösung mit viel Charme aber auch ein paar Nachteilen. Besonders Menschen mit Gehhilfen, Kinderwagen oder allgemein Menschen, die nicht ganz so gut zu Fuss sind haben damit ihre Mühe. Die Situation ist bekannt und wurde auch schon im Stadtparlament angesprochen.
Ich habe mir überlegt, wie wir eine Verbesserung ausgestalten könnten.
Ich stelle mir einen Streifen vor, der geteert oder evtl. abgeschliffen wird. Der Streifen würde die wichtigsten Achsen und Orte miteinander verbinden. Die Ausgestaltung könnte als Kunstinstallation durch die gesamte Innenstadt führen. Denkbar wäre auch eine Art Stadtlehrpfad für Touristen und Stadtführungen. Der Streifen muss ja nicht unbedingt gleich Rot sein, aber so eine Art Nazca-Linien Made in St. Gallen würde wohl beiden helfen, den benachteiligten Fussgängern und der Stadt als Symbol für Barrierefreiheit.

Quelle: Wikimedia

Quelle: Wikimedia

Soweit der Leserbrief ans St. Galler Tagblatt

Bahnhof St. Fiden auf gutem Weg

Dank dem sensationellen Live-Ticker direkt aus dem Stadtparlament sind wir bestens und schnell, sau schnell informiert!

Heute ging es um den Verpflichtungskredit von 1.48 Mio CHF für den Bahnhof St. Fiden. Ich habe mich ja bereits ein paar mal in Zusammenhang mit meiner U-Bahn Vision dazu geäussert.

 

Spannend aber sind die Voten der Fraktionen, die ich hier kurz erwähnen möchte:

FDP:
„…das Areal sei ein wichtiges innerstädtisches Entwicklungsgebiet und dürfe nicht auf lange Bank geschoben werden“

SVP:
„…SVP stimmt Planungskredit ebenfalls zu. Auch sie betonen, dass Stadt spät dran sei. Migros stehe in den Startlöchern, Sanierung A1 und Passarelle seien fällig und SBB beteilige sich nur bis 2023 an Sanierung Altlasten auf Bahnhofsareal“

CVP, EVP, BDP:
„…Parlament und Bevölkerung habe grosse Erwartungen an das gut erschlossene Areal. Zudem wichtig, dass guter Mix an Wohnen, Gewerbe, Erholen etc. entstehe“

Grüne, Junge Grüne, GLP:
„…Gemäss Grüne/Junge Grüne/glp soll Flickenteppich St.Fiden zügig und geordnet angegangen werden. Anliegen: Zweigeteiltes Areal wieder besser vereinen, Gewässer offen legen, bessere Umsteigebeziehungen Bahn/Bus und Velowege“

SP, JUSO, PFG:
„…Wichtige Arealentwicklung würde hohe Kosten rechtfertigen…Rasche Ergebnisse in jeder Phase sichtbar machen. Aussenraum hohen Stellenwert beimessen (Paradigmawechsel) & Ausbau Verkehrsknoten St.Fiden“

Stefan Grob, CVP:
„…Partizipation sei für Anspruchsgruppen, nicht für breite Bevölkerung – dies solle bedacht werden. Grundsätzlich aber Ja für Kredit.“

Gallus Hufenus, SP:
„….Gallus Hufenus (SP) dankt Stadtplanungsamt für hervorragende Arbeit, z.B. bei Bahnhof Nord. Daher zuversichtlich für St.Fiden. Weiter einen verkehrstechnischen Wunsch: Es wäre schön, wenn Schnellzüge von Zürich in Zukunft vielleicht einmal bis nach St.Fiden weiterfahren“

Abstimmung:

Parlament bewilligt Kredit in Höhe v. CHF 1’480’000 für Arealentwicklung St.Fiden/Heiligkreuz bei einer Enthaltung.

Das freut einem doch, wenn alle sehen, wie wichtig dieses Areal für die Stadtenwicklung ist. Nun kann die Planung in Angriff genommen werden!

Den gesamten Live-Ticker gibt es auf der Webseite der Stadt

Unser Stadtplaner meint dazu:

Leserbrief: Stadt will Hauptachsen stärken

Das Tram schleicht sich langsam in die Köpfe der St. Galler. Eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs ist ja durchaus zu begrüssen. Allerdings sollte auch auf die Nachteile eines oberirdischen Schienennetzes hingewiesen werden. Nebst etlichen Signalisationen und Übergängen wird auch der Langsamverkehr gefährdet. Jeder Velofahrer kennt die Krux mit den Schienen. Aber auch von Fussgängern wird mehr Aufmerksamkeit gefordert. 

Warum also zusätzliche oberirdische Trasses bauen, wenn wir doch auf der Ost-West-Achse bereits über ein Schienennetz verfügen?
Mir schwebt eine U-Bahn vor, die auf Stadtgebiet soweit als möglich unter den Boden verlegt wird. Am Bahnhof St. Finden und Bahnhof Nord könnten Knotenpunkte entstehen, die die Agglomeration von Gossau bis Rorschach und Herisau bis Wittenbach anbindet. Die Durchmesserlinie Appenzell-Trogen kann fahrplanmässig bestens integriert werden. Für zusätzliche Haltestellen bieten sich die geplanten Projekte am Güterbahnhof, Platztor (Uni Neubau) oder eventuell sogar der Marktplatz an.
Eine U-Bahn baut die Nord-Süd-Schranke, die durch die Schienen entstanden ist, ab. Die Feinverteilung in die Hügel und Quartiere könnte nach wie vor durch die Busse erfolgen. Der Bahnhof St.Fiden würde durch eine moderne Anbindung massiv aufgewertet und es entsteht zusätzlicher Raum. Synergien mit einem Ausbau der Stadtautobahn wären ebenfalls möglich.
Die Idee passt übrigens sowohl in unseren Richtplan, unser Mobilitätskonzept und nicht zuletzt auch bestens ins Agglomerationsprogramm.
Ich würde mich freuen, wenn wir zum Start der Expo 2027 einen ersten Teilabschnitt feierlich eröffnen könnten.

Eingesendet ans St. Galler Tagblatt am 20.5.2016
Der Leserbrief wurde am 26.5.2016 prominent veröffentlicht (PDF) 🙂