Es bleibt hinter den Gleisen

Update: Damit mein „Einspruch“ etwas verständlicher wird, habe ich einen Leserbrief verfasst. Den möchte ich euch nicht vorenthalten:

Es gibt bei allen 4 Vorschlägen durchaus Ideen, die mir gefallen. Offene Fragen gibt es aber  bei der Verkehrsführung. Die Klubhausstrasse könnte meiner Meinung nach zusätzlichen Raum, auch für die bestehende Häuserzeile, schaffen. Die Zufahrt zur Parkgarage FHS könnte wie die Wegfahrt über den östlichen Teil der Lagerstrasse erfolgen. Was mich an allen 4 Vorschlägen erstaunt ist, dass kein Büro sich traut, das Klubhaus anzufassen, aber beim Haus Montana keinerlei Skrupel hat es abzureissen. Sie werden wohl ihre Gründe haben.

Am meisten fehlt mir aber die Öffnung des Quartiers in Richtung Süden. Die Lokremise und das neu entstehende Stadtquartier bleiben nur via Bahnhofsunterführung wirklich erreichbar. Ein zusätzlicher, offener und einladender Zugang ist aus meiner Sicht unumgänglich. Eine kombinierte Fussgänger und Velobrücke über die Gleise wäre ein Gedanke wert. Denn wer geht schon gerne bei Nacht durch eine Bahnhofsunterführung oder nimmt den Umweg via St. Leonhardsbrücke in Kauf.

Wenn wir schon dabei sind, ein neues, belebtes Quartier zu schaffen, dann können wir es nicht wie eine Insel betrachten. Damit das Quartier belebt wird und es sowohl für Gewerbe und Anwohner attraktiv wird, benötigt es einen offenen Zugang und der fehlt mir bei allen Vorschlägen.

 

Hier gehts zur Medienmitteilung, Unterlagen und Fotos

Der Beitrag wurde am 30.11.2016 im St. Galler Tagblatt als Leserbrief veröffentlich

Naturmuseum – Ein Eindruck

Fast täglich führte mich der Arbeitsweg oder ein Hundespaziergang an der Baustelle fürs neue Naturmuseum vorbei. Entsprechend gespannt war ich auf das fertige Ergebnis. Ich nehme es vorne weg, ich war begeistert, auch wenn der Besucherandrang sehr gross und deshalb der Rundgang eher laut, eng und stressig war.
Von Aussen betrachtet gibt das Gebäude nicht viel her. Es ist weder hässlich noch besonders gelungen. Für ein Naturmuseum hätte man vielleicht etwas mehr Holz oder vielleicht ein paar in den Beton gepresste Dino-Spuren an der Fassade erwarten können.
Im Inneren aber erweist sich das Gebäude als deutlich grösser als es von Aussen den Anschein macht. Die 4 Etagen sind treppenförmig angeordnet, so dass auf jeder Fläche viel Platz zur Verfügung steht. Eine äusserst grosszügige Galerie mit Blick auf das Relief des Kantons St. Gallen nehme ich deshalb auch nicht als „Platzverschwendung“ wahr.
Spannend sind die vielen „Versteckten“ Schubladen und Schaukästen, die erst auf den zweiten Blick erkennbar sind. Es lohnt sich auf jeden Fall, mal an den Laschen zu ziehen, auch wenn sie eher auf kindergerechter Höhe befinden.
Ganz allgemein haben die Kleinen sicherlich viel Spass. Die Ausstellungs-Labyrinthe eignen sich durchaus auch für ein kleines Versteckspiel 🙂 und fast alles befindet sich auf Augenhöhe der kleineren Besucher. Hinzu kommt ein grosses Labor mit vielerlei Möglichkeiten, selbst Hand anzulegen.
Ein kleiner Wermutstropfen sind die vielen Tierpräparate. Für mich sind es zu Viele. Besonders im obersten Geschoss tummeln sich dutzende ausgestopfter Exponate und die Nummerierung lässt sich aus der Ferne kaum erkennen. Vielleicht wird hier nach dem ersten Ansturm noch etwas umgestellt, so dass man sich nicht wie im Hitchcock-Movie „Die Vögel“ vorkommt.
Ich freue mich auf jeden Fall auf einen weiteren, etwas ruhigeren Besuch. 2 Stunden werde ich dafür wohl einplanen müssen.

Ist Patrizia Adam wirklich Miss „Partizipation“?

Wenn ich die Zeitungen so durchblättere, erweckt es den Anschein, als ob unsere amtierende Baudirektorin Patrizia Adam die Hauptverantwortliche für die Partizipation der Bürger an städtebaulichen Projekten in der Stadt St. Gallen ist.
Dem ist aber nicht so. Der Bahnhof Nord wurden durch diverse Umstände zum „Publikumsprojekt“. Denken wir an den Widerstand gegen die Schliessung des Klubhauses oder den gründlich misslungenen Projektwettbewerb. Ausgelöst wurde die breite Diskussion insbesondere auch durch einen Tisch hinter den Gleisen und einigen Stadtparlamentariern, die mehr wollten als eine trostlose Überbauung mit maximaler Rendite.
Auch beim Marktplatz brauchte es letztendlich 2 Abstimmungen plus eine VOX-Analyse, bis Marktfahrer, Ladenbesitzer und Anwohner mit einbezogen wurden.
Dass der Bahnhof St. Fiden auf breiter Front diskutiert und geplant werden darf, ist nur die Folge der vorangegangene Diskussionen um Bürgerbeteiligung und das Engagement vieler Stadtbewohner in den audgeführten Projekten.
Die partizipativen Vorgehen auf den 3 Baustellen sind letztendlich all den Leuten zu verdanken, die sich gegen die ursprünglichen Pläne auf die verschiedenste Art und Weise gewehrt haben, nicht Frau Adam.

Wer mir nicht glauben mag, der darf gerne den Medienspiegel zum Bahnhof Nord (besonders das Jahr 2014) auf der Webseite der Stadt St. Gallen anschauen

Chronologie Engpassbeseitigung A1 St. Gallen

Die 3. Röhre mit der Teilspange Güterbahnhof wird uns noch einige Jahre beschäftigen.
Noch vor wenigen Tagen gab es dazu eine Antwort auf eine einfache Anfrage im Kantonsparlament.
Walter Locher wollte vom Kantonsrat wissen, wie die Planung ausschaut. Nun geht es ihm und vielen Anderen auch, nicht schnell genug.

Damit niemand die Übersicht verliert (also eigentlich ich), habe ich begonnen eine Chronologoie aufzustellen.
Sie ist zwar noch längst nicht vollständig, ermöglicht aber auch so schon einen Überblick mit Anlässen, Präsentationen und Dokumentationen zum Thema.

Ich habe das Spektrum absichtlich breit gewählt, da auch Richtplan, Mobilitätskonzept mindestens am Rande mit der Engpassbeseitigung zu tun haben.

Viel SPass und natürlich bin ich immer froh um Inputs, Korrekturen und Ergänzungen.

Hier gehts zur Chronologie

140 Zeichen reichen nicht #SchweizerAufschrei

Nein, keine Abhandlung und auch keine Einschätzung.
Nur eine kurze Erklärung.

Ich hatte zu Beginn der Aktion #SchweizerAufschrei drei Optionen:

A) Ich schweige und lass den Hashtag einfach an mir vorüberziehen. Da ich das Thema für sehr wichtig halte war das keine wirkliche Alternative.

B) Mit der Strömung der meist gleichgesinnten Menschen in meiner Timeline mitschwimmen. Das war mir zu einfach.

C) Den Offroad-Kurs einschlagen und anstatt Schwarz/Weiss die Grauzonen ausleuchten.

Ich habe mich für Option C) entschieden.

Ich wusste, dass es nicht einfach ist gegen den Strom zu schwimmen. Nun muss ich mich aber mittlerweile für jedes einzelne Wort rechtfertigen, damit ich nicht plötzlich in die Kategorie der Troll oder „Befürworter von sexueller Belästigung“ einsortiert werde.

Das meine liebe Follower bin ich nicht. Ich bin weder ein Troll, noch einer, der Grabschen oder anzügliche Bemerkungen befürwortet. Ich bin auch kein „Da muss man sich wehren, aber…“-Typ. Weil aber die Trolle angefangen haben, meine Tweets zu liken und die liebgewonnen, ansonsten meist differnzierenden Follower nicht verstehen wollen um was es mir geht, wechsle ich mangels Motivation, mich stets zu rechtfertigen, zu Option A)

 

Detailauswertung Parkplatzsituation Stadt St. Gallen

Nach der Aufzeichnung vom Mai bis September 2016 habe ich mich hingesetzt und eine etwas ausführlichere Auswertung zur Parkplatzsituation in der Stadt St. Gallen erstellt.

Ihr findet hier die übliche 7x24h Diagramme, aber neu auch eine separate Auswertung für die Werktage plus die die durchschnittliche Auslastung pro Tag und pro Parkgarage/Parkplatz.

Ihr findet jeweils auch eine Kurzinterpretation der Zahlen, wobei ich diese auch gerne euch überlasse. Mein Fazit ist klar. Wir brauchen keine weiteren Parkgaragen in der Innenstadt. Es hat jederzeit genügend Parkplätze!

Keine Gefahr sondern Konkurrenz und Treiber

Mir ist klar, das all die Ubers, Flixbusse, AirBnB und wie die Dienstleistungen alle heissen, ihre Probleme mit Arbeitsbedingungen und Vorschriften haben.
Titel wie „…sind eine Gefahr für…“ lasse ich aber nicht gelten.
Alle diese Dienstleistungen nutzen „neue“ Technologien und dringen in überregulierte Märkte ein, die sich über Jahrzehnte hinweg nicht weiterentwickelt haben. Das gleiche gilt auch für Ladengeschäfte, die sich durch Onlinehandel (wohl zurecht) bedroht fühlen.
Ich bin sicher einige dieser neuen Angebote werden nicht überleben, dann nämlich, wenn sich die traditionellen Anbieter aus ihren Sesseln erheben und ebenfalls nach vorne blicken.
Uber und Konsorten sind keine Gefahr, sie sind Konkurrenz und Antreiber. Die Politik ist gefordert. Rahmenbedingungen müssen angepasst werden. Alle sollen gleichlange Spiesse haben, aber nicht so, dass jahrzehntealte Geschäftsmodelle geschützt werden, sondern so, dass ein Fortschritt für Wirtschaft, Arbeitnehmer und Kunden möglich wird!

Vom Sofa aufstehen

St. Gallen, eine der schönsten Städte der Schweiz suhlt sich im Jammertal.
Allen voran die Vereinigung der Ladenlokale und Beizen, die ProCity AG

Die Vereinigung wird nicht müde, sich über alles und jeden zu beschweren. Ob Marktplatz, Parkgaragen oder Strassen. Stets sitzt sie in der vordersten Reihe und blockt so ziemlich alles ab, was ihr nicht passt.
Selbst aber kommt sie nicht in die Gänge. Die „Besitzstandswahrung“ und antiquierten Geschäftsmodelle sind für sie in Stein gemeisselt.

Was hindert die ProCity AG sich zu bewegen. Wo bleiben die Ideen, dem Online Shopping Konkurrenz zu machen. Beratungsgebühren zu verlangen, damit man sich die anprobierten Schuhe nicht im Netz bestellt? Wohl kaum das gelbe vom Ei.
Wo bleibt der Laden, der die gekauften Waren mit dem Cargo Bike nach Hause fährt, während ich ein Kaffee trinken gehe? Wo bleiben die Rikschas, die mich nach einer anstrengenden Shoppingtour zurück zum Auto fährt?
Nehmt meine Ideen nicht wörtlich, sie sind vermutlich nicht ganz zu Ende gedacht. Es ist aber auch nicht meine Aufgabe, den Läden ihre Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das ist ihr Job, nicht meiner.

Die Stadt, die ja laufend in der Kritik steht, ist zuständig, die Rahmenbedingungen für Entwicklungen zu schaffen. Da gibt es sicher den Einen oder Anderen Punkt an dem man ansetzen muss, um neue Ideen zu unterstützen. So wie ich unsere Stadt aber in den letzten Jahren erlebt habe, sehe ich da durchaus Chancen. Die Öffentlichkeitsarbeit, die Transparenz und die Bereitschaft, zuzuhören hat sich sehr zum Positiven gewandelt. Nicht nur bei partizipativen Ansätzen zur Quartierentwicklung.
Und der wichtigste Punkt, man merkt, dass es den Leuten Spass macht, wenn Ideen entwickelt werden, wenn man miteinander redet. Das Spiel Bürger vs. Verwaltung ist ebenso veraltet, wie die Geschäftsmodelle einzelner Läden in der Innenstadt.

Natürlich sind noch Hürden zu überspringen und Berge zu bezwingen. Die eingeschlagenen Wege (es gibt nicht nur einen) sind richtig. ABer es gibt kein Ziel, nur Zwischenstopps, denn die Welt dreht sich weiter und die Ziele werden immer wieder neu definiert. Da müssen wir dranbleiben.

Dann schulde ich noch jemandem eine kleine Grafik, die zeigt, dass das Gejammere der ProCity AG, aber auch den Initianten der Mobilitätsinitiative niemandem etwas bringt. Es geht um die Anzahl der Parkplätze in der Innenstadt.
Die Zahlen sind für jederman einsehbar und wenn man sie etwas „aufpeppt“ merkt man sehr schnell, dass das Argument Parkplätze eigentlich gar keines sein kann. Wäre dem so, dann müssten wir seit 2008 einen richtigen Wirtschaftsboom haben.

Quelle: Stadt St. Gallen, Anzahl öffentliche Parkplätze in der Innenstadt

Habe fertig 😉