Platztor – Uni Campus

Nach rund einem Jahr warten wissen wir jetzt, wie der neue Campus der Uni St.Gallen ausschauen soll. Vorab, das Hauptgebäude gefällt mir sehr. Ich finde es ein tolles Projekt.

Es gibt aber schon ein paar Punkte, die mich noch beschäftigen. Da sind zum Einen die Dimensionen. Das Gebäude soll rund 80 Meter lang, 40 Meter breit und 25 Meter hoch werden. Das ist schon ein ziemlicher Klotz und ich bin mir nicht sicher, ob das bei den vorliegenden Illustrationen wirklich zum Ausdruck kommt. Einige werden mit Sicherheit heftig erschrecken. Auf der Suche nach einem Vergleich bin ich auf Stiftskirche gestossen. Die ist zwar mit 97 Meter deutlich länger, aber die Breite mit 37 Meter (inklusive der Rotunden) und 27 Meter Höhe (Kuppel) ermöglicht einen ungefähren Vergleich:

Quelle: Markus Tofalo
Quelle: HSGbaut.ch
Quelle: Geoportal Schweiz

Was mich weiterhin massiv stört, ist dass der Campus eine isolierte Insel ist. Man verspricht der Bevölkerung zwar öffentliche Bereiche wie einen Park und ein Café, aber wie gelangt man dahin?
Die Visualisierung gaukelt uns einen ebenerdigen Zugang über die Platztor-Kreuzung vor.
Es dürfte aber klar sein, dass das nie der Realität entsprechen wird. Ein Fussgängerstreifen über die meistbefahrenen Kreuzung der Stadt wird so nie machbar sein. Schon gar nicht ohne Lichtsignal. Auch die fehlenden Strassenschilder, Oberleitungen und (Achtung!) KEINE Autos vermitteln eher den Eindruck, dass der Campus an einer Quartierstrasse liegen wird.

Quelle: HSGbaut.ch

Wie eingangs erwähnt. Die Architektur gefällt mir ausserordentlich. Wermutstropfen sind der versteckte Park in Richtung Böcklinstrasse, die schiere Grösse und der „fehlende“ Zugang zum Campus.

Es ist aber leider so, dass Kritik von Markus Tofalo und mir aufgrund des unzumutbaren Zugangs kaum Gehör gefunden hat. Dies trotz eines Berichtes im Tagblatt und der Ehre eines St.Galler Bärs.

Quelle: St.Galler Tagblatt

Ob und was sich an den Plänen noch verändern lässt wage ich zu bezweifeln. Einmal mehr wird es heissen, warum habt ihr euch nicht im Vorfeld dagegen gewehrt? Letztlich ist ein erneutes abschreckendes Beispiel, wie der Kanton bestimmt und die Stadt kuscht. Schade und einem 200 Millioneprojekt leider unwürdig. Da hilft auch ein schöner Bau nicht weiter.

Nebenbei, die offene Kirche und damit das Grafitti wird verschwinden. Damit musste ich rechnen. Ich schreibe sicher noch etwas dazu.