Rorschacherstrasse im Neudorf

Ich versuche ja immer wieder einmal, meinen Lesern zu erklären, was es mit einigen Geschäften im Stadtparlament so auf sich hat. Selbstverständlich sind meine Feststellungen auch politisch gefärbt und dennoch erachte ich es als wichtig, dass man sich auch abseits eines vorliegenden Geschäftes im Stadtparlament informiert.

Hier kommt jetzt so ein Beispiel, dass sich auf den ersten Blick als absolut nachvollziehbar und selbstverständlich präsentiert. Geht man der Geschichte jedoch auf den Grund, dann tauchen plötzlich Zusammenhänge auf, die man so vielleicht nicht erwartet hätte, respektive, bei denen man bei der Ausführung völlig überrascht ist.

Um was geht es im Stadtparlament?

Es geht um die Sanierung/Austausch einer sehr wichtigen über 100 jährigen Wasserleitung zwischen dem Neudorf und dem Naturmuseum. Keine Diskussion, das muss gemacht werden

Ist das alles oder gibts da noch mehr?

Ja, da gibt es noch einiges mehr. Die Vorlage des Stadtrates tönt es auch an. Es ist der richtige Zeitpunkt, weil der Kanton die Strasse auf diesem Abschnitt sanieren und erweitern möchte.

Beim Kanton gab es diesen Frühling dazu eine öffentliche Mitwirkung. Aus den Projektunterlagen geht hervor, dass es auf diesem Abschnitt zusätzlich eine Busspur geben soll. Damit genügend Platz vorhanden ist, muss ein Stück Land erworben, die kleine Stützmauer und der Hang vor der Kirche Neudorf abgetragen und eine neue höhere Stützmauer gebaut werden. Nochvollziehbar oder? Oder vielleicht doch nicht?

Quelle: Technischer Bericht Kanton St.Gallen

Man muss sich das so vorstellen. Der Bus Nummer 1 hält vor dem Naturmuseum in der dafür vorgesehenen Haltebucht. Anschliessend muss er sich in den Verkehr einfädeln und kann dann rund 30 Meter wieter vorne auf seine für ihn reservierte Spur wechseln. Ich erachte es als legitim, hier von einem Schildbürgerstreich zu sprechen. Denn eines der Ziel dieser Umgestaltung wäre es, Rückstau zu vermeiden und falls es ihn trotzdem gibt, dem Bus wenigstens eine frei Fahrt zu ermöglichen. Genau dieses Ziel wird so aber nicht erreicht!

Wer sonst noch so im Technischen Bericht stöbert erfährt noch viele andere Dinge. Da möchte ich jetzt aber gar nicht mehr weiter darauf eingehen. Ausser vielleicht bei den Kosten. Die bekommen im technischen Bericht nämlich ein eigenes Kapitel und sogar ein eigenes Dokument im Anhang. Saublöd ist nur, dass der Anhang der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung steht.

Der Kanton wird schon wissen, weshalb er die Kosten nicht transparent macht. Es geht nämlich das Gerücht herum, dass der 200 Meter lange Abschnitt mit Kosten im 7stelligen Bereich zu liegen kommt. Damit würde er wohl weit oben in der Rangliste der teuersten Strassenabschnitte in der Stadt rangieren. Machen kann man gegen diesen Blödsinn übrigens nichts. Die Tiefbauämter fuhrwerken da streng nach ihren Normen und verewigen sich dann in Teer und Beton. Das einzige was ihr tun könnt, ist es die richtigen Leute (vorallem im Kanton!) zu wählen, die auch mal genauer hinschauen und den Dienststellenleitern immer und immer wieder auf die Finger klopfen.

Aber egal, es geht ja nicht um die Strasse, sondern ausschliesslich um die Wasserleitungen, die erneuert werden müssen und dazu kann man ja nicht Nein sagen. Wer weiss vielleicht taucht dann irgendwann ein Kostepunkt bei der VBSG auf. Denn wie gewohnt bei solchen Bauarbeiten betrifft es selbstverständlich auch noch die Oberleitungen. Masten versetzen gehört aber zum Beigemüse, das muss man halt ebenfalls einfach schlucken

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