Sanktmarktplatz die 179ste

Gemäss Stadtticker des St.Galler Tagblatt hat die IG Marktplatz St.Gallen rund 3000 Unterschriften (davon 1715 aus der Stadt St.Gallen) für eine alternative Lösung auf dem neu zu gestaltenen Marktplatz gesammelt. Das ist keine so schlechte Zahl, wirft aber auch Fragen auf.

Dazu nur kurz zur Vorgeschichte. Das Siegerprojekt Vadian wurde durch eine Fachjury und Experten gekürt. Im Expertengremium nahmen auch folgende Personen Einsitz (Quelle: Jurybericht „Neugestaltung Marktplatz und Bohl“ vom 24.1.2019)

  • Bleuer Ralph, Pro City
  • Keller Felix, Gewerbe St.Gallen
  • Kündig Matthias, Vertreter Wochenmarkt
  • Mascetti Marco, Vertreter Rondelle
  • Wetli Peter, Vertreter des täglichen Marktes

Beurteilungskriterien in diesem doch recht komplexen Gestaltungsvorhaben waren unter anderem:

  • Flexibilität der Platznutzung (Markt, Veranstaltungen)
  • Funktionalität der Marktstände

Daraus entstanden ist dann die Abstimmungsvorlage „Neugestaltung Marktplatz und Bohl, Projekt «Vadian»“ die den STadt St.Gallern am 27.9.2020 zur Abstimmung vorgelegt wurde. Darin heisst es:

Die Rondelle aus den 1950er-Jahren wird zugunsten dieser neuen Grosszügigkeit aufgegeben. Ersetzt wird sie durch
einen überdachten, zweiteiligen, rundum offenen Marktpavillon auf
dem Marktplatz, der den heutigen Bedürfnissen entspricht und dem
täglichen Markt Platz bietet. Der unterkellerte Pavillon ermöglicht eine
flexible Zuteilung und Nutzung der Verkaufsfläche. Um den täglichen
Markt attraktiver zu gestalten, werden die einzelnen Standeinheiten
an Markthändlerinnen und Markthändler vermietet.

Abstimmungsunterlagen vom 27.9.2020, Seite 10

Nun schreibt die IG Marktplatz St.Gallen in einer Mitteilung (Quelle: Stadtticker St.Galler Tagblatt):

In der IG haben sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ständigen Markts, der Wochenmärkte und des Bauernmarkts zusammengeschlossen. Sie schlagen der Stadt eine «kostengünstigere» Lösung mit kleinerem, an den Westrand des Marktplatzes verschobenem Pavillon vor. Der ständige Markt soll in neuen Markthäuschen untergebracht werden. Die anderen Märkte sollen an einem Stück daneben platziert werden können.

und weiter:

Die IG Marktplatz zeigt sich ernüchtert, dass vom Stadtrat Signale gesendet worden seien, keine Diskussion mehr über den Pavillon führen zu wollen. «Wenn das wirklich so ist, wäre (…) das Mitwirkungsverfahren eine Alibiübung, Stimmbürgerinnen und Stimmbürger würden hinters Licht geführt»

Damit spricht die IG Marktpltz St.Gallen das am 16. Juni abgelaufene partizipative Verfahren der Stadt an, bei dem sich alle nochmals zur Umgestaltung des Marktplatzes äussern durften.

Mein Senf dazu:

Nach dem der Heimatschutz schon reagiert hat und die alte Rondelle retten wollte, kommt nun die IG Marktplatz, die bereits im Expertengremium das Siegerprojekt mitgekürt hatte, wie die alte Fasnacht daher und wünscht eine weitere Überarbeitung. Das nachdem sich auch das Gewerbe bzgl. der Bushaltestelle kritisch geäussert hat.
Ich weiss wirklich nicht, was die Stadt noch alles machen müsste um auch noch den hinterstletzten Stadtbewohner zufrieden zu stellen.

Ich warte jetzt noch auf die Fasnachtsgesellschaft, die nicht zufrieden ist, weil sie sich für den Föbü-Verschuss einen schöneren Platz wünscht oder den Verein Spielpunkt, weil die Märli-Kabine vielleicht versetzt werden muss.

Aber freuen wir uns jetzt auf die Auswertung des partizipativen Verfahrens, die nächsten Schritte des Stadtrates und die vermutlich folgenden Einsprachen. Wer weiss, vielleich schafft es der Sanktmarktplatz sogar in die überabeitete Auflage von Theo Buffs Buch „Eine Stadt wie sie nie gebaut wurde

Das Allerwichtigste am Marktplatz aber bleibt wie es ist. Der Balkon am Acrevisgebäude steht auch in Zukunft für eine Meisterfeier oder ein Cupsieg des FC St.Gallen zur Verfügung!

Kleines Update vom 22.6.2022

Die Stadt hat heute eine kurze Meldung zum Mitwirkungsbericht verschickt. Insgesamt sind rund 280 Stellungnahmen eingegangen. Der Mitwirkungsbericht soll bis im Herbst 2022 vorliegen.

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