Heute: Die Bibliothek in der Kantonshauptstadt
Ok, noch will der Kanton die neue Bibliothek nicht aufgeben sondern nur um 2 bis 3 Jahre verschieben. Begründung: Die Mehrheiten im Kantonsparlament sprechen aktuell gegen die Bibliothek
Das tönt zwar nachvollziehbar ist aber auch nicht ganz unproblematisch. Einerseits hat der Kanton seine Finanzen nicht im Griff (der aktuelle Kantonsrat wird das natürlich vehement bestreiten) und andererseits ist da noch ein vom Stimmvolk erlassenes Bibliothekengesetz, das den Kanton verpflichtet, in der Stadt St.Gallen eine Kantons- und Stadtbibliothek zu führen.
Gut, eine solche Bibliothek haben wir ja in der Hauptpost. Da braucht es doch keinen Neubau? Nur ist die Bibliothek in der Hauptpost ein Provisorium und mittlerweile auch aufgrund der jährlichen Besucherrekorde mehr als nur am Anschlag.
Lamentieren nützt hier nichts. Es ist jetzt einfach so.
Spannend ist aber, dass die Haltung der Stadt in der Medienmitteilung des Kantons mit keinem Wort erwähnt wird. Sprich es interessiert den Kanton einmal mehr nicht, was die Stadt gerne möchte. SInd es am Ende gar nicht die finanziellen Möglichkeiten des Kantons sondern eben genau die überwiegende Mehrheit im Kantonsrat, die mittlerweile die Stand konsequent bashed? Zugeben würde das selbstverständlich niemand auch wenn es in anderen Grossvorhaben offensichtlich ist.
Ich rechne persönlich nicht mehr mit einer neuen Bibliothek beim Union. Eine Verschiebung ist für mich gleichbedeutend mit Übungsabbruch. Tatsache ist, dass jetzt wieder 2 bis 3 Jahre lang nichts passiert und die Stadt nicht vorwärtskommt weil der Kanton mauert. Es bleibt jetzt alles so wie es aktuell ist und niemand kann dort neue Pläne schmieden.
Ja, die Stadt hat auch ein Problem mit Leuchttürmen. Sie schafft es auch nicht wirklich Neubauten auf den Boden zu bringen (Busdepot lässt grüssen). Aber leider ist es fast immer der Kanton der für Stillstand sorgt.
Er verhindert seit Jahrzehnten eine Entwicklung beim Bahnhof Nord.
Der Neubau Uni St.Gallen am Platztor kommt auch nicht wirklich vom Fleck und beim Güterbahnhof wird es noch mind. 20 Jahre lang keine Entwicklung geben, da man den Autobahnanschluss gegen den Willen der städtischen Bevölkerung durchboxen will. Hier bekommt der Kanton sogar noch Schützenhilfe vom Bund.
Immerhin kann ich meinen Traum weiter träumen. Meine offene Markthalle im Sockelgeschoss des Uniongebäudes (anstelle der geplanten Marktstände) 😉
Lest ihr Resignation? Ja, ihr lest richtig, ich habe reigniert. Mit diesem Kanton kann sich die Stadt nicht weiterentwickeln, wobei auch die Stadt ihren Anteil daran hat.
Ich bin deshalb auch beim geplanten Grossprojekt im Gründenmoos pessimistisch und glaube nicht an ein Magglingen 2.0 im Westen der Stadt. Irgendjemand wird es mit Garantie in den Sand setzen.
Was tun? Aus dem Stadtparlament zurücktreten und aufgeben? Ich gebe zu, der Gedanke kommt immer mal wieder. Nun bin ich seit Januar 2025 aber wieder in der Liegenschaften- und Baukomission und werde dort weiterkämpfen. Die Stadt hat es nicht verdient so behandelt zu werden. Sie muss sich selber ebenfalls an der Nase nehmen. Ich bin bereit weiterhin meinen Beitrag zu leisten, auch wenn es manchmal frustrierend ist.
Ich mach nicht mit beim Schilfi versenken, noch sind die letzten Fregatten im Spiel
