Simple Lösung Wohnsitzzulage

Gestern gab die Wohnsitzzulage im neuen Personalreglement einiges zu diskutieren. Konkret will eine dünne Mehrheit des Stadtparlamentes die Wohnsitzzulage streichen. Auch ich gehöre mit einem grossen ABER dazu. Ich bin absolut dagegen, dass sich die Streichung auf das Portemonnaie der Mitarbeitenden auswirkt. Mir geht es lediglich darum, dass diese Zulage nicht mehr im Reglement verankert ist.

Jetzt habe ich eine ziemlich simple Lösung dafür parat:

Die Wohnsitzzulage von 288 CHF wird allen gestrichen und der Betrag in Form einer einmaligen Lohnerhöhung gewährt. Um es nicht zu verkomplizieren würde ich das in allen Lohnstufen machen. Damit verliert niemand etwas und die Summe der ausbezahlten Gelder bleibt gleich.
Wer jetzt dagegen hält und meint das sei ungerecht gegenüber den Personen, die nicht in der Stadt wohnen, muss ich entgegnen, nein, denn es ändert sich nichts. Der betrag von 288 CHF haben sie ja auch heute nicht auf dem Konto.

Wer weiss, vielleicht ist mein Vorschlag schon so einfach, dass es einen Haken gibt. Ich sehe ihn nicht und würde ihn deshalb so an den Stadtrat übergeben. Wenn man dann will, dann schafft man es mit dieser Lösung auch noch dieses Jahr in die zweite Runde und die 5. Ferienwoche für die jüngeren Mitarbeiter wäre auch gerettet

9 Kommentare

  • peter olibet

    Lieber Marcel

    zu deiner Info: Dein Vorschlag funktioniert nicht, weil er rechtlich nicht verhebet. (Eine Frau aus Wittenbach kann klagen, weil sie bei gleicher Qualifikation und gleicher Arbeit weniger Lohn hat, als die Frau aus St.Gallen.) Eine Zulage verhebet eben rechtlich, weil sie kein Lohn ist.

    Schade, konntest du dich gestern nicht zu einem „Ja, aber“ durchringen. Hätte den Mitarbeitenden mehr gebracht, als nun einfache Lösungen zu verbloggen, die nicht umsetzbar sind.

    Gruss

    • Wie sagst du jeweils so schön? Umsetzen müssen das die Fachleute 😉

      Ich habe nicht lange nachgedacht. Nimm diese viel zu simple Idee als Ausgangspunkt und wer weiss, vielleicht finden die Juristen sogar eine Möglichkeit.
      Aus meiner Sicht hat man gestern auf einer viel zu komplizierten Ebene diskutiert.

      • Naja. Das ist jetzt ziemlich aus dem Zusammenhang gerissen. Ich sag das bei der Planung von Strassen. Nicht bei der Lösung von existenziellen Problemen von städtischen Mitarbeiter:innen im Tieflohnsektor.

        Es geht hier einfach nicht um deine Sicht auf komplizierte Diskussionen, sondern um reale Nöte und Ängste von Mitarbeiter:innen, drum finde ich dein „Ja“ wäre notwendiger gewesen als „simple Lösungen“ über die du „nicht lange“ nachgedacht hast zu verbreiten.

        Marcel, du weisst, dass ich deinen Blog schätze, aber dieser Beitrag ist nach der Abschaffung der Wohnsitzzulage von gestern einfach biz zynisch.

        • Ich denke, du unterschätzt eure Stadtpräsidentin. Die Rückweisung bedeutet noch lange nicht, dass die 288 CHF einfach flöten gehen. Die Rückweisung bedeutet, dass es keine Wohnsitzzulage im Sinne des Begriffs mehr geben soll.
          Det Stadtrat ist frei, eine Lösung zu präsentieren die die tiefen Löhne festigt.
          Einen Hinweis hat Maria Pappa bereits gestern von mir bekommen und die anscheinend zynische Idee kann auch als Inspiration verstanden werden.

          Man kann ja die Wohnsitzzulage bei den höheren Einkommen ganz streichen und sämtliche Löhne in den unteren Bereichen anheben. Ich kann nur Ideen liefern, die rechtlichen Aspekte und Umsetzbarkeit müssen dann die Fachleute klären und ausformulieren, so wie das auch bei den Strassen in ähnlicher Form auch der Fall ist

  • Es ist klar wieder mal eine Sparmassnahme bei den Minderbemitteltsten.
    Sich im nachhinein herausreden zu wollen, zeigt nur deine wahre Werthaltung.

    • Ist noch spannend, dass du meine „wahre Wertehaltung“ ansprichst. Die würde mich noch interessieren. Du könntest sie ja hier ausformulieren.

      Da du aber von Ausrede schreibst wird wohl wenig Gehaltvolles dabei herauskommen, denn ich habe das Gefühl, dass dein Kommentar eher ein Reflex war. Ich rede mich nicht heraus, woraus auch? Dass ich mich für die Streichung dervWohnsitzzulage als Begriff/Regelung einsetze? Bei vollem Ersatz der wegfallenden 288 CHF indem sie in den Lohn integriert werden?

  • Was waren denn deine Gründe für ein Ja? Die Hoffnung dass es doch noch eine Kompensation gibt? Die Parteidisziplin?
    Die GLP allgemein hat sich in sozialen Fragen längst rechtsaussen positioniert.

    Du bist einer der wenigen, die sich nicht nur vor Wahlen outen und bietest dadurch viel Angriffsfläche.

    Wegen dieser Transparenz habe ich dich immer wieder gewählt. Auch als du noch bei den Piraten warst. Auch wenn ich nicht immer deiner Meinung war.

  • Ist auch deine Stadtpräsidentin, auch wenn du sie wie ich nicht gewählt hast

  • Peter J. Matter

    Und wenns nicht klappt, kann man es mit Klatschen oder einem Ständchen kompensieren.
    https://m.youtube.com/watch?v=NPLoulLECsM

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