#kurzverbloggt

Staustadt – Es dämmert langsam

Olmadeckel

Die Informationskampagne

Der Stadtspecht soll einen Teil der Verkehrsproblematik auffangen. Es ist zu begrüssen, dass das ASTRA eine Informationskampagne startet und die Autofahrer und Stadtbewohner auf ein halbwegs verkehrsverträgliches Verhalten sensibilisieren will. Leider scheinen nicht alle davon überzeugt. Zumindest der Kanton hat Vorbehalte, wie in der einfachen Anfrage zu lesen ist:

Die Wirkung solcher Marketingmassnahmen und Aufklärungskampagnen ist jedoch erfahrungsgemäss eher gering.

Aus der Interpellation “ 51.19.76 Instandsetzung Stadtautobahn St.Gallen“ vom 12.6.2019
Fredi Vogel – vorgeschlagener „Held“ der Informationskampagne

Immerhin scheint es dem ASTRA ernst zu sein mit der Kommunikation. Sieht man mal vom missglückten Mobilitätsforum ab, dann erkannte man schon im Mai 2019, dass sich die Autobahnbauer Gedanken zur Informationspolitik machen

5 Jahre und noch ein 2 Jahrzehnte mehr

Wer denkt, mit Augen zu und durch überstehen wir die 5 Jahre irgendwie, der wird spätestens gegen Ende der Sanierungsarbeiten merken, dass es gleich weitergeht mit der Bauerei. Dann nämlich soll der Ausbau mit der 3. Röhre und der Teilspange Liebegg erfolgen. Dann kommen nochmals 20 Jahre Behinderungen dazu!

Und vergesst nicht, im gleichen Zeitraum soll auch in Rorschach ein neuer Autobahnanschluss gebaut werden. Baustelle von Meggenhus bis Winkeln, mehr als 20 Jahre!

Das auch die Neugestaltung der Zürcherstrasse im Lachenquartier in diese Zeit fällt

Sind wir vorbereitet?

Ich hab mal zurückgeschaut. Vor 3 Jahren habe ich angefangen, die Geschichte regelmässig in meinem Blog zu thematisieren. Das die Autobahn saniert werden muss ist aber schon viel länger bekannt. Es war also durchaus auch Zeit vorhanden, sich vorzubereiten. Man denke zurück an die Dosierstelle an der Teufenerstrasse. Diese Idee (die ich nicht unbedingt gut finde) ist seit langer Zeit ein Thema. 2018 musste im Stadtparlament nachgehakt werden. Passiert ist immer noch nichts. Dabei wäre das zumindest eine temporäre Lösung, wenn man sich den Verkehr über die Teufenerstrasse anschaut.

Anzahl Fahrzeuge pro Stunde

Aber auch bei den alternativen Möglichkeiten sind wir nicht bereit.

  • Das ausgebaute Velonetz? Fehlanzeige
  • S-Bahn im 15min Takt? Fehlanzeige
  • Durchgängige Eigentrassierung? Fehlanzeige
  • Effizientes VBSG Netz? Jaein!

Hier hakt es meiner Meinung nach bei den viel zu langen Linien (Beispiel Linie 1, 2 und 4) die sich mitten durch den Rückstau kämpfen müssen. Aber auch das Trolleybus-System, das auf Oberleitungen angewiesen ist, ist ein Problem für mich. Da die Eigentrassierung an vielen Stellen fehlt, können die Trolleybuss nicht oder nur sehr beschränkt ausweichen. Batteriebusse wären da definitiv flexibler. Aber was weiss ich schon….

Schikane für die Autofahrer?

Nein, eher für die Stadtbewohner! 85% des Verkehrs auf der Autobahn ensteht auf den 4 Ein- und Ausfahrten Neudorf, St.Fiden, Kreuzbleiche und Winkeln. Nur 15% ist echter Durchgangsverkehr.
Die Stadtbewohner werden täglich darunter leiden, vom Lärm über Luftverschmutzung bis hin zu Verspätungen beim öffentlichen Verkehr. Und das jeden Tag! Ausweichen kann man dem kaum. Denn man wohnt ja hier.

Die Reaktionen der Bevölkerung

Ja, langsam aber sicher dämmert es der Bevölkerung. Noch sind die Reaktionen in den sozialen Medien verhalten. Es gibt zwar einige Tipps, wie man Autofahren muss, damit es zu keinen Problemen kommt, diese Art von Kommentare wird aber wenig helfen. Autofahrer sind Individualisten wenn nicht sogar mehrheitlich Egoisten. Das betonen sie ja auch immer wieder selber. Sie wollen frei sein, Blitzer müssen weg, Tempreduktionen sind unsinnig, Rechts überholen muss erlaubt sein, und und und.

Es wird wohl niemand ernsthaft glauben, dass sich die Autofahrer auch nur im Ansatz verändern können um weniger Rückstau zu produzieren. Nein, das glaubt niemand!

Fazit

Vielleicht brauchen wir diese Geschichte ja auch einfach. Schikanieren wir die Autofahrer (oder vielleicht schikanieren sie sich auch selber) und die Stadtbevölkerung solange bis es ihnen den Nuggi raushaut. Vielleicht werden wir ja endlich auch gescheiter und lernen, dass Auto-Verkehr kein Segen, sondern ein Fluch ist, der allesamt (inkl. Autofahrer) belastet.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

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