Taxigreglement, und schon drehen sie durch

Wenn der Stadtrat eine Gesamtrevision des 26 Jahre alten Taxireglementes ankündigt, dann hören einige nur noch Uber und drehen im roten Bereich. Die einen vor Freude, die anderen sehen nur noch Wegelagerer.
Selbst an einer Anti-5G-Demo poltert man bereits durchs Megaphon. Notabene bevor auch nur ein einziger Buchstabe des neuen Taxireglementes getippt wurde…

Ich empfehle allen, die Handbremse zu ziehen und den Stadtrat seine Arbeit machen zu lassen. Es ist mittlerweile überall angekommen, dass neue Transportdienste auch unschöne Seiten haben. Verhindern sollten/können wir neue Ansätze dennoch nicht.

Ein neues Reglement soll sich den neuen Angeboten annehmen und das Nebeneinander zwischen klassischem Taxidienst und anderen Transportdienstleistungen regeln.
Es ist nicht Aufgabe eines Taxireglementes das Arbeitsgesetz neu zu definieren.

Wer einen Blick auf das aktuell gültige Reglement wirft sollte schnell merken, dass es um andere DInge geht.

Also ruhig Blut und den ersten Entwurf abwarten. Ein Blick nach Zürich, wo am 9.2.2020 über ein neues Taxireglement abgestimmt wird lohnt sich ebenfalls.

4 Kommentare

  1. Der kleine Seitenhieb galt mir: dass der Stadtrat das Reglement überarbeiten will und dabei den Fahrdiensten wie Uber entgegenkommen möchte, stand heute so in der Zeitung.
    Da ich vom Stadtrat bisher konsistent vernommen hatte, dass er die IT-Offensive des Bundes ohne Vorbehalte unterstützt, also auch das autonome Fahren, autonome Busse durch die Stadt in Betracht zieht (T. Scheitlin) und sich nun anschickt, mit Uber den Taxis die zermürbendste Konkurrenz aufzubauen, die man sich hier denken kann – mit Verlaub denk ich da ganz für mich selbst: das ist echt die am wenigsten notwendige Neuerung hier.
    Uber wird andernorts verboten, weil sie keine Versicherungen zahlen, keine AHV, Leute zu miesesten Bedingungen fahren lassen…kurz, Uber ist kein guter Arbeitgeber, sonder gar keiner. Uber ist eine app, die den Erfinder reich gemacht hat – und die Firma steht nun nach wenigen Jahren schon kurz vor dem Abgrund. In Barcelona habe ich im Dezember 18 schon 4000 stillgelegte Uber-Taxis auf der Diagonal stehen sehen deswegen…
    Schade um die kostbare Denk-Zeit, die der Stadtrat in diese Systeme investieren will – und gerne bleibe ich da bei meiner Auffassung.

    1. Ich habe keine Ahnung, wie man sich über etwas eine Meinung bilden kann, das nicht existiert.
      Aber das ist ja mittlerweile so üblich.
      Zudem würde ich empfehlen jeweils die offizielle Medienmitteilung zu lesen. Was das Tagblatt hineininterpretiert ist eine ganz andere Sache.
      Und ja, gewisse Fahrdienste arbeiten nicht unbedingt Arbeitnehmerfreundlich. Aber auch das steht in meinem Text.
      Also, wie du siehst erzählst du Dinge, die weder auf Papier stehen, noch von Stadträtinnen oder Stadträten geäussert wurden. Und trotzdem gibst du den empörten Wutbürger, der lieber präventiv losschreit anstatt sich zu informieren. Aber ist ok, glaubwürdiger wirst du dadurch aber nicht.

      1. Uber bleibt in Deutschland verboten, muss verschiedenes – vor allem im rechtlichen Bereich – sehr gründlich nachbessern. Durchaus interessant ist auch, wie ein Gericht gegen ein reines Computerprogramm, eine app vorgehen muss, um sie zur Entgegennahme einer gerichtlichen Verfügung zu zwingen:

        https://www.taxi-times.com/persoenlich-zugestellt-uber-urteil-kann-ab-sofort-vollstreckt-werden/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=2020_0115&newsletter=2020_0115

        1. Nochmals, es geht bei der Revision des Taxireglemnts nicht um Uber, sondern um eine allgemeine Anpassung an die heutige Zeit.
          Dass Uber (aber auch andere Sharing-Firmen) falls sie in St.Gallen aktiv werden wollen einem Reglement unterstehen ist nicht mehr als richtig.
          Es macht also absolut Sinn, ein veraltetes Reglement zu überarbeiten. Was die Stadt mit den verschiedenen Anbietern dann macht steht nochmals auf einem anderen Blatt Papier

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