TopJob städtisches TBA!
So deutlich liest man das selten auf diesem Blog 😉 Diesmal ist es aber angebracht!
Es geht um die Neugestaltung St.Leonhard-Strasse / Oberer Graben. Im März 2021 hatte die Stadt dem Parlament eine Vorlage unterbreitet, wie sie die St.Leonhardstrasse bis zum Oberen Graben neu gestalten möchte. Die Vorlage wurde in der Liegenschaften- und Baukomission (LBK) zurückgewiesen und das Stadtparlament ist der LBK gefolgt.
Gestern hat die Stadt nun das neue Projekt präsentiert. Und ja, ich bin mehr als zufrieden. DIe Rückweisung hat sich gelohnt. Das was uns gestern präsentiert wurde kommt gut, sogar sehr gut!
Die Unterlagen dazu sind bereits aufgeschaltet und nun startet das Mitwirkungsverfahren. Ich halte mich deshalb sehr kurz und nenne nur die wichtigsten Punkte, die mir gestern aufgefallen sind:
Das Auffälligste ist sicher der Mini-Kreisel zwischen Tibits und Kantonalbank. Dank dem Kreisel und der Reduktion der Fahrspuren entsteht sehr viel Platz. Die Verkehrsführung ist klar und wurde auch durch den Wegfall der Lichtsignalanlage massiv vereinfacht.

Was nicht ganz funktioniert hat ist, dass die hoch frequentierten Fussgängerstreifen mit Lichtsignalsteuerung vor dem Neumarkt und dem Tibits bleiben. Das wurde aber sehr verständlich erklärt und ist auch nachvollziehbar. Immerhin queren dort mehr als 1400 Fussgänger pro Stunde die Strasse.
Und das wird jetzt wieder der grosse Zankapfel werden. Tempo 30!?!?! Ja, Kanton und Bund wehren sich mit Händen und Füssen dagegen. Tatsache aber ist, dass die Strasse eine Gemeindestrasse der 1. Kategorie ist und damit in der Verantwortung der Stadt liegt. Ja, die Stadt muss beim Kanton das Ok abholen, wenn sie dort Tempo 30 einführen will. Schaut man sich die Bedingungen genauer an, dann stellt man sehr schnell fest, dass hier die Vorgaben für Tempo 30 durchaus vorhanden sind. Der Blogeintrag von Christian Hasler, Bereichsleiter Verkehr in der Stadt St.Gallen auf der Seite des SIV (Schweizerische Vereinigung der Mobilitäts- und Verkehrsfachleute) zeigt dies eindrücklich:
Grundsätzliche Beurteilung von Tieftempo auf Hauptachsen
Übrigens, Bund und Kantone bekommen ziemlichen Gegenwind. Rund 600!!! Städte und Gemeinden wehren sich in einem offenen Brief an Albert Rösti gegen die Einschränkungen der Gemeindeautonomie im Strassenverkehr
Nun sind alle eingeladen, sich am Mitwirkungsverfahren zu beteiligen. Macht das bitte!
Es ist aber auch bereits absehbar und wurde gestern auch schon indirekt angekündigt, es wird Einsprachen geben. Wie viele und mit welchen Folgen ist offen. Schade, denn das Projekt ist wirklich top. Es bringt der Stadt hochwertigen Lebensraum zurück und vereinfacht die Verkehrsführung für sämtliche Verkehrsteilnehmer. Niemand verliert etwas bei diesem Projekt!
Macht das Vorhaben nicht kaputt!

