VBSG zwischen den Zeilen

Am 29. Oktober tagt das Stadtparlament. Für dieses Datum ist auch die Beantwortung der einfachen Anfrage „Einfache Anfrage Zsolt-Ferenc Takàcs: Fragen an die VBSG und Stadtrat; Zwischenbilanz; Beantwortung“ vorgesehen. Online kann man diese heute schon anschauen.

Spannend ist aus meiner Sicht das, was zwischen den Zeilen zu lesen ist:

1. Wie haben sich die neuen Busse (Euro 6) mit Anhänger auf der Linie 4 bewährt?
Von den Fahrgästen durften die VBSG bis jetzt vorwiegend positive Reaktionen entgegennehmen.

Quelle: Stadt St.Gallen

Da sind wir doch froh, dass es sich eingependelt hat. Noch zu Beginn gab es einige ärgerliche Situationen. Ein Fahrplan auf den man sich nicht verlassen konnte oder auch Haltestellen, die ausgelassen werden, damit man den Fahrplan einhalten konnte:

Sowohl im Mai als auch im Juni 2019 waren die Verspätungen ein Thema. Ob die Sommermonate wirklich geeignet sind, die Problematik als „gelöst“ zu betrachten?

Auch haben mich bereits 2mal Aussagen erreicht, die von Problemen bei den beiden Kreiseln (Grüntal und Landi) in Wittenbach erzählten. Bei Schnee scheint es nicht immer ganz einfach zu sein, im Kreisel zu manövrieren.

2. Warum werden an den Endhaltestellen und auch nicht überall elektronische Abfahrtstafeln angebracht?
Die VBSG werden in nächster Zeit einige Dutzend Haltestellen mit solchen Bildschirmen ausrüsten.

Quelle: Stadt St.Gallen

Einige Dutzend – Das würden mindestens 24 neue Anzeigetafeln bedeuten. An der Endhaltestelle Stephanshorn und Kesselhalden werden sie froh sein. Die Unterschriftensammlung dürfte somit erledigt sein 😉

4. Wann werden alle Bushaltestellen mit erhöhten Aus- und Einstiegszonen ausgebaut sein?
(für Behinderte und Eltern mit Kinderwagen ist das eine grosse Hilfe)

In der Stadt St.Gallen gibt es rund 320 Bus-Haltekanten….
Der Stadtrat will bis 2023 alle bedeutenden Haltekanten behindertengerecht sanieren und die übrigen wie bisher im Rahmen von ordentlichen Strassenprojekten oder Sanierungen bis 2040 umbauen…..
…..Bis 2018 wurden 130 Haltestellen (rund 40 %) geprüft, davon sind nun 95 mit einer Höhe von mindestens 15 cm ausgestattet. Bei 35 Haltekanten zeigte sich, dass eine BehiG-konforme Umsetzung aus verschiedenen Gründen mit verhältnismässigen Mitteln nicht möglich ist.

Quelle: Stadt St.Gallen

In der Konsequenz heisst das, dass in den nächsten 3 Jahren insgesamt noch 190 Haltestellen geprüft werden müssen (320 minus 130 Haltestellen) Geht man von einer ähnlichen Rate (ca. 75% sind bis heute mit einer Höhe von mind. 15cm ausgestattet) aus, dann sind noch rund 140 Haltestellen offen. Bin gespannt, ob das bis ins Jahr 2040 erledigt sein wird.

5. Wie hat sich die Linie 4 Wittenbach auf die Fahrgastzahlen ausgewirkt?
Der Besteller (Kanton) hat den Betrieb der Linie 4 (Wittenbach) auf den Fahrplanwechsel 2019 den
VBSG zugewiesen und im Gegenzug die ehemalige Linie 11 (Mörschwil) an die Postauto AG übertragen. Für eine datengestützte Aussage zum Fahrgastaufkommen auf der Linie 4 ist es noch zu früh.

Quelle: Stadt St.Gallen

Ich bin da etwas skeptisch. Bei der Zufriedenheit wagt man sich aus dem Fenster und spricht nach wenigen Monaten bereits von „vorwiegend positiven Reaktionen“ während man bei den Passagierzahlen anscheinend nicht in der Lage ist, einen Vergleich zu ziehen. Vielleicht wird uns das ja dann im nächsten Frühling mit dem Geschäftsbericht 2019 nachgeliefert.

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