Bye Bye Engpassbeseitigung – Vorschläge

Der Stadtrat hat am Dienstag ein Postulat der Liegenschaften- und Baukomission erhalten. Er wird aufgefordert, sich beim Bund und dem Kanton gegen den Bau des Autobahnanschluss Güterbahnhof auszusprechen. Das dürfte für den Stadtrat nicht unbedingt der angenehmste Auftrag sein. Als Mitglied der besagten Komission will ich aber nicht so sein und unterbreite dem Stadtrat diesbezüglich ein paar Ideen, wie er, ohne sein Gesicht zu verlieren, aus der Sache rauskommen könnte.

Idee 1:

Der Stadtrat könnte sich für einen Vollanschluss Appenzellerland (im Gegensatz zum jetzt geplanten Teilanschluss) einsetzen. Dieser Anschluss hätte das Potential, den Verkehr aus dem gesamten Appenzellerland einzusammeln und auf die A1 zu lenken, ohne massiv einschneidende Folgen. Zudem würden sich auch die Herisauer freuen, wenn wir sie bei der Umfahrung unterstützen würden

Idee 2:

Den Verkehr in der Stadt neu denken! Die Grünliberalen haben erst kürzlich die Idee eines Ringverkehrs ins Spiel gebracht. Selbst Fachkreise halten es nicht für völlig abwegig, sich hier zumindest mal auf dem Papier vertiefter damit auseinander zu setzen

Idee 3:

Die Achse Liebegg – Kreuzbleiche unter dem Aspekt Technologie und Digitalisierung soweit zu optimieren, dass der Anschluss obsolet wird. Es geht dabei um echte und womöglich noch nie realiserte intelligente Verkehrssteuerung. Die Stadt könnte hier Pionierarbeit leisten. Das Geld dazu ist ja bekanntlich vorhanden und ein solches, wirklich intelligentes Verkehrsleitsystem wäre im Sinn der gesamten Schweiz.
Mit wirklich intelligentem Verkehrsleitsystem meine ich nicht dieses halbherzige Wischiwaschi-System, dass heute als „intelligent“ gilt, sondern ein situativ gesteuertes System, das Rücksicht auf Verkehrsdichte, Rückstaus, Fahrzeugart usw. nimmt. Ein System, dass unabhängig von Tageszeit und Wochentag die optimalste Verkehrslenkung ermöglicht. Das geht viel weiter als irgendwelche Pförtner und Rot/Grün-Schaltungen nach fix vorgegebenen Regeln.

Gerne darf der Stadtrat die 3 Ideen auch kombinieren. Hauptsache der sinnbefreite und stadtzerstörische Güterbahnhofanschluss ist Geschichte.

Und an die Adresse der Verfechter des Anschlusses: Bitte lasst euch bei einem Projekt von solchen Dimensionen nicht von Gefühlen wie „aber die Teufenerstrasse…“ oder „der Bund hat ja das Geld…“ und „diese Ökofaschisten können mich mal….“ leiten. Denn das wird den Auswirkungen nicht gerecht. Selbst Autofetischisten finden die wunden Punkte, wenn sie sich vertiefter damit auseinandersetzen. Ein mögliches Stichwort: Teilanschluss vs. Vollanschluss

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