Die Nullen

Heute hat das Tagblatt eines meiner Lieblingsthemen aufgenommen – unser Parkleitsystem. Danke Sereina Hess.

Ich hätte da noch 2 kleine Ergänzungen/Präzisierungen:

  • Das Olmaparkhaus liefert seit über einem Jahr keine Daten mehr! Zudem ist die Anzeige mit Hilfe von Klebeband durchgestrichen.
    Die Aussagen der Olma sind mir deshalb nicht klar:
    „«Die übrigen 30 öffentlichen Plätze der Tiefgarage sollten aber durchaus im Parkleitsystem erfasst werden»“
    Siehe hier und hier
  • Das Parkhaus Spisertor liefert ebenfalls seit vielen Monaten keine Zahlen mehr.

Der Artikel nimmt die Problematik auf. Darüber bin ich froh.
Allerdings ist da noch viel mehr im Argen. Die Betreiber der Parkplätze (oder vielleicht doch die PLS-AG?) geben sich noch immer zugeknöpft. Es ist auch nachweislich so, dass niemand in der Lage zu sein scheint, während Olma/Offa und Jahrmarkt resp. Zirkus Knie, richtige Zahlen zu liefern respektive anzuzeigen.
Weiter kommt dazu, dass sich die Zahl der vorhanden Parkplätze widerspricht. Gemäss PLS sind es 3227 Parkplätze, die sie „verwaltet“. Nimmt man die Zahlen der Stadt, dann sind es jedoch nur 3011 Parkplätze.

Ich betone es gerne nochmals. Wenn wir uns in der Innenstadt über eine Aufhebung von 51 Parkplätzen (was durch das Volk und die Gerichte bestätigt wurde) ärgern können, dann sollten wir uns auch über unser Parkleitsystem ärgern. Denn da läuft viel mehr falsch!
Es würde uns allen helfen, wenn wir hier endlich ein funktionierendes System installieren könnten. Parkplatzsuche, Verkehrsplanung, Lädelisterben usw. – Überall wird gemotzt, kommentiert und letztendlich gestritten. Dabei weiss niemand, was wirklich Sache ist.

Vom Opfer zum Retter?

Die Interessenverbände (HEV und WISG) geben Studien zum allgemeinen Gesundheitszustand der Stadt St.Gallen in Auftrag. Nicht das ich das schlecht finde, im Gegenteil. Es ist wichtig zu wissen, was in der Stadt so abgeht. Seltsam allerdings ist es, wenn der HEV behauptet «Erstmals liegen klare Zahlen und Fakten vor, die habe ich bisher vergeblich gesucht, und nun kann niemand mehr sagen, es gebe sie nicht.» oder sich als „Opfer“ gibt in dem er sagt «Das ist eigentlich nicht die Aufgabe der Wirtschaftsverbände, aber es wurde sonst ja keiner aktiv.» Quelle: Die Ostschweiz

Das die Aussagen so nicht ganz stimmen, lässt sich auf der Webseite der Stadt St.Gallen leicht nachprüfen. Die Stadt hat in Zusammenhang mit dem „Forum Zukunft Innenstadt“ sehr wohl Datenerhebungen veranlasst. Exemplarisch dafür eine Heatmap zur Nahversorgung:

Weitere Grafiken und Statistiken findet ihr in den Präsentationen auf der Forums-Webseite.

Der HEV spielt sich in dem Artikel als Opfer und Retter auf (Wenn die Stadt nichts macht, dann müssen wir es halt tun). Dabei spielt der Verband eine durchaus zwiespältige Rolle: „Der HEV-unterstützt das Forum Zukunft Innenstadt aus Solidarität finanziell, nimmt aber selber nicht an den Veranstaltungen Teil (Quelle: Leserbrief Christoph Solenthaler, Präsident HEV-Sektion St.Gallen)

Jetzt kann sich jeder selbst ein Bild machen.

PS: Wenn die Stadt wachsen und attraktiv bleiben soll, dann helfen Schuldzuweisungen nicht. Es dürfte aber wohl noch Jahre dauern, bis die liberalen Verbände wie Pro City, HEV und WISG sich endlich selber bewegen und aufhören den schwarzen Peter der Stadt (und damit den Einwohnern) zuzuschieben. Immerhin haben sie nun mal einen Schritt gemacht. Leider aber auch hier nicht ohne Seitenhiebe….

Kleiner Nachtrag:
Im St.Galler Tagblatt äussert sich Thomas Scheitlin zur Studie


Marktplatz des Teufels

Noch wissen wir nicht, welche Steine am Marktplatz versetzt werden und trotzdem malen einige schon den Teufel an die Wand. Haltet jetzt den Ball vorerst einmal flach.
Der Stadtrat hat nach 2 abgelehnten Vorlagen genau das richtige gemacht. Er hat alle involvierten Parteien (sofern sie dann auch wollten) an einen Tisch gebracht. Er hat mit die Marktleute an den Tisch geholt, er hat mit den Taxi-Unternehmen, den Liegenschaftsbesitzern und den Detailhandels-Verbänden gesprochen und ihre Ideen aufgenommen.
Durch die Verzögerung ist aber auch die Parkplatzsituation geklärt und das Union-Gebäude als möglicher Bibliothekenstandort dazugekommen.
Es macht also keinerlei Sinn, jetzt schon mit dem Schwert zu drohen und auch der 3. Vorlage Steine in den Weg legen zu wollen.
Malt also bitte nicht den Teufel an die Wand und wartet geduldig ab, was die beuaftragten Planer uns da vorlegen. Noch haben Ideen wie eine Verschiebung des Acrevis-Gebäude oder ein Abbruch der Calatrava-Halle Platz. Brainstorming nennt man das. Solange kein Stein bewegt wird ist das absolut legitim, meiner Meinung nach sogar erwünscht.

Alle haben/hatten in diesem partizipativen Verfahren die Chance sich zu äussern. Jetzt ist der Punkt da, an dem wir langsam anfangen müssen, uns über die zu bewegenden Steine Gedanken zu machen. Ernsthafte Gedanken!
Und wenn ein Bushäuschen (mir ist scheissegal, wer es entworfen hat) einer besseren Lösung im Weg steht, dann kann das, nein, dann muss das sogar weg

Links-Grün und andere Kommentare

Ladensterben und Parkplätze – DIE Themen in der Stadt St.Gallen. In den sozialen Medien musste ich  ich in den letzten Wochen vermehrt Kommentare wie „die Links-Grüne Politik ist schuld“ u.ä lesen.
Da kommt mir eine Auswertung von SRFData genau recht. Das Datenportal hat die Daten von Schweizer Städten aufgearbeitet und visualisiert. Wie sieht die Links/Rechts-Entwicklung in den Stadtregierungen wie auch in den Stadtparlamenten tatsächlich aus?

 

Wer nun behauptet, Links-Grün habe die schwindende Zahl von Parkplätze und das Ladensterben zu verantworten sieht schnell, das dem nun mal nicht so ist.

Ich bitte deshalb alle, bei den Fakten zu bleiben und endlich zu akzeptieren, dass es mit Schuldzuweisungen nichts zu gewinnen gibt.
Und noch etwas. Das städtische Stimmvolk hat in mehreren Abstimmungen den eingeschlagenen Weg in Sachen Verkehr mehrfach bestätigt. Und auch das noch nicht mal einseitig. Die Teilspange beim Güterbahnhof ist nach wie vor möglich.
Bitte haltet euch also mit solchen polemischen Kommentaren zurück und bleibt bei den Fakten.

Finden statt suchen

Keine Ahnung, wie lange ich mich schon über unser Parkleitsystem aufrege. Vermutlich etwa gleich lange, wie über die mangelnde Transparenz bei der Auslastung der Parkgaragen.
Ein funktionierendes System kann die Autofahrer schnell und ohne langes Suchen zu einem freien Parkplatz führen. Das dürfte jedem einleuchten.

Wenn ich aber volle Offenlegung der Parkplatzdaten fordere, dann hat das noch einen weiteren Grund. Die Anzeigen die ihr in der ganzen Stadt findet sind ein Auslaufmodell. Sie sind unflexibel und kosten viel Geld.
Die Technik ist längst ein Schritt weiter. Mit Hilfe von seriösen Auslastungszahlen lässt sich nämlich sehr gut voraussagen, wie die Chancen für einen freien Parkplatz in nächster Nähe beim Ziel ist.
Das heisst, ein Navigationssystem, das mit den notwendigen Zahlen gefüttert wird kann recht präzise voraussagen, wo und wann die Chance auf einen freien Parkplatz besteht.

Wenn hier die Anbieter endlich bereit wären, die Zahlen zu veröffentlichen gewinnen alle. Die Betreiber von Parkgaragen können ihre Auslastung verbessern. Es gibt weniger Suchverkehr und die Zahl der Parkplätze kann optimiert werden. Nicht zuletzt profitieren auch Verkehrs- und Städteplaner von solchen Auswertungen

Es spricht alles dafür, hier zu investieren und Transparenz herzustellen. Als smarte Stadt sollten wir hier Gas geben.

Infos zu solchen Systemen gibts unter anderem hier

Marktplatz entlasten

So sehr mich das transparente und partizipative Vorgehen am Marktplatz freut, so sehr frage ich mich, ob es evtl. auch ein guter Zeitpunkt wäre, den Bohl vom ÖV zumindest teilweise zu entlasten.

Ich frage mich, ob es nicht sinnvoll wäre über ein neue/bestehende Linie die Rosenbergstrasse, den unteren Graben und das Platztor zu erschliessen. Einerseits könnte so der Marktplatz etwas entlastet werden, andererseits ergäbe sich eine bessere Erschliessung des zukünftigen Uni St.Gallen Standortes.
Vorstellbar wäre für mich eine Linieanpassung für die Nr. 4 oder die 1 von der Kreuzbleiche bis zum Platztor (PS: Ohne Oberleitungen versteht sich, denn die neuen Busse können die Strecke ja problemlos ohne bewältigen 😉 )

Endlich Ideen!

Ich hatte ja angekündigt, St.Gallen-Bodensee-Tourismus auf die Finger zu schauen. Dies nachdem das Stadtparlament den Beitrag der Stadt sehr grosszügig aufgestockt hat.
Heute findet sich im Tagblatt ein Interview mit Thomas Kirchhofer, das mich äusserst poitiv stimmt.
Er bringt Ideen aufs Tapet, die ich mir auch von seiten innerstädtischen Interessengruppen wünschen würde.
Ideen, die sich nicht zwingend an das traditionelle Thema „Shopping-Mall“ anlehnen. Die Ansätze gehen viel mehr in die Richtung „Bring Menschen in die Stadt und sie lebt“ und nein, das müssen nicht Läden sein, dass können auch Aktivitäten ganz anderer Art sein.
Schön auch, dass das Olma-Areal, mit einem meiner Meinung nach brachliegenden Potential, einbezogen wird. Das Gelände bietet sich geradezu an für Sportevents (Digital und Analog).
Mein Fazit: Das kommt gut, wenn die Bevölkerung mitzieht!

Das Parkleitsystem funktioniert nicht!

Kurze Bestandsaufnahme von Heute Donnerstag 12.7.2018 um 09:00 Uhr:

  • freie Parkplätze in der Innenstadt >450
  • Wetter top
  • Temperatur angenehm
  • Auf gehts zum Offline-Shopping (Danke Hans-Dieter Zimmermann für den Input)

und als kleiner Beweis, dass dieses System mittlerweile unbrauchbar ist:

Der Olmaparkplatz ist vielleicht zu 1/3 belegt obwohl „0“ freie Plätze angezeigt werden.
Wer handelt hier endlich? Dieser Zustand zieht sich nun schon seit mindestens 2 Jahren hin! ALs Steuerzahler nervt mich insbesondere, dass die Stadt hier pro Parkplatz eine Abgabe an die PLS-AG für ein System, das nicht funktioniert, zahlen muss!

Weitere Artikel, passend dazu:

Laut denken notwendig

Poker geht in die nächste Runde

Parkieren in St.Gallen (Archiv)

 

Palliative Care by SP

Liebe SP
Eine „Strafsteuer“ für Liegenschaftenbesitzer, die ihre Läden in der Innenstadt nicht vermieten, ist Humbug.
Einerseits, weil man dazu erstmal wissen müsste, wie die Bestrebungen der Vermieter ausschauen, andererseits ob überhaupt auch eine Nachfrage nach Ladenlokalen besteht. Dazu kommt, dass ihr euch überlegen müsstet, wo in der Stadt solche „Strafsteuern“ erhoben werden können und wo nicht. Und überhaupt, woher habt ihr den Optimismus, dass die Vermieter die Abgabe nicht auf die Mieter abwälzen? Das nur mal organisatorisch.

Statt auf Biegen und Brechen die Leerstände verhindern zu wollen, wäre es endlich an der Zeit nach Vorne zu schauen. Ja, es werden noch viele Läden sterben und nein, die Politik kann dagegen nichts tun, sie kann es höchstens noch von Fall zu Fall etwas herauszögern. Das aber hilft niemandem.
Oder denkt ihr mit eurem Vorschlag könnt ihr das Ladensterben aufhalten? Und nein, auch längere Öffnungszeiten, Parkplätze und was weiss ich noch alles helfen soll, bringt nichts.

Wir müssen da durch, können vielleicht mit PopUp Stores ein wenig Zeit überbrücken, aber die Innenstädte werden nie mehr so aussehen, wie in den 80er und 90er Jahren. Die Zeiten des „Lädelä“ sind vorbei.
Was jetzt gefragt ist, sind neu Ideen aus Wirtschaft, von Liegenschaftsbesitzern, Politik und Bevölkerung.
Das kommt aber (trotz Forum Zukunft Innenstadt“ nicht in Schwung, weil alle noch an dem jahrzehntealten Geschäftsmodell nachtrauern und sich nicht trauen, die Maschinen abzuschalten. Abschied nehmen ist nicht einfach, aber es muss sein.
Ja es gibt „harte Zeiten“ für die Nostalgiker, die gerne Schaufensterbummel unternehmen. Aber akzeptiert doch, dass es aus ist. Geht mutig einen Schritt nach vorne und lasst die Läden in Würde sterben. Die nächste Generation wird kommen.

Baut von mir aus Indoor-Pumptracks oder andere Freizeitangebote mitten in der Innenstadt. Vielleicht funktionieren Aktivitäten, die online weniger gut funktionieren, besser als Shopping

 

PS: Und darum geht es

Laut denken notwendig

Die Stadt denkt laut darüber nach, wie ihre zukünftige Rolle bei der Cityparking AG in Zukunft ausschauen könnte. Das ist richtig und längst überfällig!
Viel zu oft kommt steht sie nämlich in Konflikt zwischen Einnahmen, Angebot, Baubewilligungen und „Spielverderber“.
Was ich allerdings nicht befürworten kann, ist eine höhere Beteiligung an der Cityparking AG, auch wenn es aus finanzieller Sich lukrativ sein mag.
Parkkhäuser bleiben auch dann noch ein Problem. Es mag sein, dass ein Aktienkauf oder auch eine Sacheinlage mehr Einfluss bringt. Es bleiben aber all die Parkhäuser, die anderen Eigentümern gehören.

Wenn die Stadt wirklich eine aktive Rolle bei der Parkhauspolitik spielen will, dann sollte sie meiner Meinung nach ganz aussteigen und den Betrieb anderen überlassen.
Wichtig dabei ist, dass sie aber weiss, wie Angebot und Nachfrage ausschauen. Sie muss wissen, wie die Parkgaragen frequentiert werden, damit sie eine sinvolle Verkehrspolitik betreiben kann. Dazu gehört ein funktionierendes Parkleitsystem. Die Parkhausbetreiber sollten verpflichtet werden, die Auslastung, die Ein- und Ausfahrten der Stadt zu melden und sie sollen sich angemessen an einem funktionierenden und modernen Leitsystem beteiligen.
Die PLS AG aus der Cityparking AG auslösen und den Betrieb der Stadt übergeben. Die neuen Parksensoren integrieren und die Parkhäuser/Autofahrer dafür zur Kasse beten. So sieht mein Wunsch aus.

Denn nur so, gelten die gleich langen Spiesse für alle und Baueingaben für neue Parkhäuser können objektiv und ohne politisches Geplänkel geprüft, gutgeheissen oder auch abgelehnt werden.
Ich wünsche mir hier definitiv mehr Distanz.