Finden statt suchen

Keine Ahnung, wie lange ich mich schon über unser Parkleitsystem aufrege. Vermutlich etwa gleich lange, wie über die mangelnde Transparenz bei der Auslastung der Parkgaragen.
Ein funktionierendes System kann die Autofahrer schnell und ohne langes Suchen zu einem freien Parkplatz führen. Das dürfte jedem einleuchten.

Wenn ich aber volle Offenlegung der Parkplatzdaten fordere, dann hat das noch einen weiteren Grund. Die Anzeigen die ihr in der ganzen Stadt findet sind ein Auslaufmodell. Sie sind unflexibel und kosten viel Geld.
Die Technik ist längst ein Schritt weiter. Mit Hilfe von seriösen Auslastungszahlen lässt sich nämlich sehr gut voraussagen, wie die Chancen für einen freien Parkplatz in nächster Nähe beim Ziel ist.
Das heisst, ein Navigationssystem, das mit den notwendigen Zahlen gefüttert wird kann recht präzise voraussagen, wo und wann die Chance auf einen freien Parkplatz besteht.

Wenn hier die Anbieter endlich bereit wären, die Zahlen zu veröffentlichen gewinnen alle. Die Betreiber von Parkgaragen können ihre Auslastung verbessern. Es gibt weniger Suchverkehr und die Zahl der Parkplätze kann optimiert werden. Nicht zuletzt profitieren auch Verkehrs- und Städteplaner von solchen Auswertungen

Es spricht alles dafür, hier zu investieren und Transparenz herzustellen. Als smarte Stadt sollten wir hier Gas geben.

Infos zu solchen Systemen gibts unter anderem hier

Marktplatz entlasten

So sehr mich das transparente und partizipative Vorgehen am Marktplatz freut, so sehr frage ich mich, ob es evtl. auch ein guter Zeitpunkt wäre, den Bohl vom ÖV zumindest teilweise zu entlasten.

Ich frage mich, ob es nicht sinnvoll wäre über ein neue/bestehende Linie die Rosenbergstrasse, den unteren Graben und das Platztor zu erschliessen. Einerseits könnte so der Marktplatz etwas entlastet werden, andererseits ergäbe sich eine bessere Erschliessung des zukünftigen Uni St.Gallen Standortes.
Vorstellbar wäre für mich eine Linieanpassung für die Nr. 4 oder die 1 von der Kreuzbleiche bis zum Platztor (PS: Ohne Oberleitungen versteht sich, denn die neuen Busse können die Strecke ja problemlos ohne bewältigen 😉 )

Endlich Ideen!

Ich hatte ja angekündigt, St.Gallen-Bodensee-Tourismus auf die Finger zu schauen. Dies nachdem das Stadtparlament den Beitrag der Stadt sehr grosszügig aufgestockt hat.
Heute findet sich im Tagblatt ein Interview mit Thomas Kirchhofer, das mich äusserst poitiv stimmt.
Er bringt Ideen aufs Tapet, die ich mir auch von seiten innerstädtischen Interessengruppen wünschen würde.
Ideen, die sich nicht zwingend an das traditionelle Thema „Shopping-Mall“ anlehnen. Die Ansätze gehen viel mehr in die Richtung „Bring Menschen in die Stadt und sie lebt“ und nein, das müssen nicht Läden sein, dass können auch Aktivitäten ganz anderer Art sein.
Schön auch, dass das Olma-Areal, mit einem meiner Meinung nach brachliegenden Potential, einbezogen wird. Das Gelände bietet sich geradezu an für Sportevents (Digital und Analog).
Mein Fazit: Das kommt gut, wenn die Bevölkerung mitzieht!

Das Parkleitsystem funktioniert nicht!

Kurze Bestandsaufnahme von Heute Donnerstag 12.7.2018 um 09:00 Uhr:

  • freie Parkplätze in der Innenstadt >450
  • Wetter top
  • Temperatur angenehm
  • Auf gehts zum Offline-Shopping (Danke Hans-Dieter Zimmermann für den Input)

und als kleiner Beweis, dass dieses System mittlerweile unbrauchbar ist:

Der Olmaparkplatz ist vielleicht zu 1/3 belegt obwohl „0“ freie Plätze angezeigt werden.
Wer handelt hier endlich? Dieser Zustand zieht sich nun schon seit mindestens 2 Jahren hin! ALs Steuerzahler nervt mich insbesondere, dass die Stadt hier pro Parkplatz eine Abgabe an die PLS-AG für ein System, das nicht funktioniert, zahlen muss!

Weitere Artikel, passend dazu:

Laut denken notwendig

Poker geht in die nächste Runde

Parkieren in St.Gallen (Archiv)

 

Palliative Care by SP

Liebe SP
Eine „Strafsteuer“ für Liegenschaftenbesitzer, die ihre Läden in der Innenstadt nicht vermieten, ist Humbug.
Einerseits, weil man dazu erstmal wissen müsste, wie die Bestrebungen der Vermieter ausschauen, andererseits ob überhaupt auch eine Nachfrage nach Ladenlokalen besteht. Dazu kommt, dass ihr euch überlegen müsstet, wo in der Stadt solche „Strafsteuern“ erhoben werden können und wo nicht. Und überhaupt, woher habt ihr den Optimismus, dass die Vermieter die Abgabe nicht auf die Mieter abwälzen? Das nur mal organisatorisch.

Statt auf Biegen und Brechen die Leerstände verhindern zu wollen, wäre es endlich an der Zeit nach Vorne zu schauen. Ja, es werden noch viele Läden sterben und nein, die Politik kann dagegen nichts tun, sie kann es höchstens noch von Fall zu Fall etwas herauszögern. Das aber hilft niemandem.
Oder denkt ihr mit eurem Vorschlag könnt ihr das Ladensterben aufhalten? Und nein, auch längere Öffnungszeiten, Parkplätze und was weiss ich noch alles helfen soll, bringt nichts.

Wir müssen da durch, können vielleicht mit PopUp Stores ein wenig Zeit überbrücken, aber die Innenstädte werden nie mehr so aussehen, wie in den 80er und 90er Jahren. Die Zeiten des „Lädelä“ sind vorbei.
Was jetzt gefragt ist, sind neu Ideen aus Wirtschaft, von Liegenschaftsbesitzern, Politik und Bevölkerung.
Das kommt aber (trotz Forum Zukunft Innenstadt“ nicht in Schwung, weil alle noch an dem jahrzehntealten Geschäftsmodell nachtrauern und sich nicht trauen, die Maschinen abzuschalten. Abschied nehmen ist nicht einfach, aber es muss sein.
Ja es gibt „harte Zeiten“ für die Nostalgiker, die gerne Schaufensterbummel unternehmen. Aber akzeptiert doch, dass es aus ist. Geht mutig einen Schritt nach vorne und lasst die Läden in Würde sterben. Die nächste Generation wird kommen.

Baut von mir aus Indoor-Pumptracks oder andere Freizeitangebote mitten in der Innenstadt. Vielleicht funktionieren Aktivitäten, die online weniger gut funktionieren, besser als Shopping

 

PS: Und darum geht es

Laut denken notwendig

Die Stadt denkt laut darüber nach, wie ihre zukünftige Rolle bei der Cityparking AG in Zukunft ausschauen könnte. Das ist richtig und längst überfällig!
Viel zu oft kommt steht sie nämlich in Konflikt zwischen Einnahmen, Angebot, Baubewilligungen und „Spielverderber“.
Was ich allerdings nicht befürworten kann, ist eine höhere Beteiligung an der Cityparking AG, auch wenn es aus finanzieller Sich lukrativ sein mag.
Parkkhäuser bleiben auch dann noch ein Problem. Es mag sein, dass ein Aktienkauf oder auch eine Sacheinlage mehr Einfluss bringt. Es bleiben aber all die Parkhäuser, die anderen Eigentümern gehören.

Wenn die Stadt wirklich eine aktive Rolle bei der Parkhauspolitik spielen will, dann sollte sie meiner Meinung nach ganz aussteigen und den Betrieb anderen überlassen.
Wichtig dabei ist, dass sie aber weiss, wie Angebot und Nachfrage ausschauen. Sie muss wissen, wie die Parkgaragen frequentiert werden, damit sie eine sinvolle Verkehrspolitik betreiben kann. Dazu gehört ein funktionierendes Parkleitsystem. Die Parkhausbetreiber sollten verpflichtet werden, die Auslastung, die Ein- und Ausfahrten der Stadt zu melden und sie sollen sich angemessen an einem funktionierenden und modernen Leitsystem beteiligen.
Die PLS AG aus der Cityparking AG auslösen und den Betrieb der Stadt übergeben. Die neuen Parksensoren integrieren und die Parkhäuser/Autofahrer dafür zur Kasse beten. So sieht mein Wunsch aus.

Denn nur so, gelten die gleich langen Spiesse für alle und Baueingaben für neue Parkhäuser können objektiv und ohne politisches Geplänkel geprüft, gutgeheissen oder auch abgelehnt werden.
Ich wünsche mir hier definitiv mehr Distanz.

Poker geht in die nächste Runde

Ich bin mal wieder richtig sauer. Grund ist ein Artikel im Tagblatt zu den Verzögerungen bei der Tiefgarage UG25.

Es beginnt mal wieder alles von vorne, respektiv, die Parkgaragen-Posse in St. Gallen hat ja nie richtig aufgehört. Dafür gibt es auch Gründe. Wer regelmässig meinen Blog liest kennt sie eigentlich. Ich liste sie aber gerne nochmals auf. Und ja, die Stadt (so sehr ich sie auch verteidige) hat einen grossen Anteil daran:

  1. Wir diskutieren in der Stadt über die Anzahl Parkplätze, obwohl niemand die Auslastung kennt, oder den Mut hat, die Fakten auf den Tisch zu legen.
    Es ist doch kein Problem, die Zahlen auf den Tisch zu legen. Sind es zu zu wenige Parkplätze, dann soll es die Plätze geben. Sind es zu viele, Thema erledigt
  2. Wann kommt unser unnützes Parkleitsystem aufs Tapet? Das System ist veraltet, funktioniert nicht zuverlässig und sorgt so für mehr Unsicherheiten. Es taugt schlicht nichts (mehr)
  3. Die Stadt als Teilhaberin an der Cityparking AG und dem Parkleistsystem trägt zwei Hüte und sie ist nicht in der Lage hier konsequent aufzutreten. Sie lässt sich immer wieder auf Diskussionen ein, weil sie (siehe 1,) selbst nicht weiss, wie die Situation in den Parkhäusern ausschaut und (siehe 2.) noch nicht einmal weiss, wie zum Beispiel die neuen Parksensoren in das Parkleitsystem eingebunden werden soll
  4. Wenn die Wirtschaft Baubewilligungen einreicht, diese zugesprochen bekommt und anschliessend die Investoren fehlen oder die Rechnung nicht aufgeht, dann ist sie selber dafür verantwortlich und nicht die Stadt.

Das Theater geht mir echt auf den Sack! Macht endlich sauberen Tisch. Holt die alle Verantwortlichen an einen Tisch. Legt die Karten offen und sucht nach Lösungen, die nachhaltig sind. Und ja, wenn es mehr Platz braucht, dann bauen wir halt beim Uni-Neubau am Platztor oder am Bahnhof Nord nochmals eine Parkgarage. Aber nur dann, wenn es wirklich zu wenige Plätze hat und die Zu- und Wegfahrten sauber geregelt sind.
Das Gejammere der Wirtschaft und Investoren sowie das Schweigen der Stadt helfen auf jedem Fall niemandem, und das die Stadt gleichzeitig den Hut der jammernden Pargaragen-Häuptlinge sowie die Kappe des bösen Parkplatzverhinderer trägt hilft auch nicht.

Hinweis:
Ich habe vor ziemlich genau 2 Jahren versucht das Parkplatzchaos beim UG25 zu entschlüsseln

Für die Katz

Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich mich in meiner Ex-Kolumne auf „Die Ostschweiz“ gefragt, ob eine 3. Röhre durch die Stadt St.Gallen überhaupt noch Sinn macht, wenn sie erst in 30 Jahren eröffnet wird.
Ganz so abwegig ist der Gedanke nicht. Ein Beispiel aus Basel erklärt wieso.

1995 wurde für den Autotunnel „Horburg“ ein 50m hoher Kamin gebaut. In Betrieb ging er nie. Der Grund, die Schadstoffbelastung von modernen Autos wurde soweit reduziert, dass der Kamin nie benötigt wurde.
Der Autobahnabschnitt wurde 2007 eröffnet, rund 12 Jahre nach dem Bau.
Der Bau des „Mahnmals“ hat damals 3.5 Millionen gekostet. Quelle: BAZ – Der Abluftkamin wird abgebrochen

VBSG-Flotte ab 2020

Endlich zeigt sich auch die VBSG ein bisschen transparenter.
So viele Infos gabs meiner Meinung nach selten. Nicht bezüglich der parlamentarischen Vorlage, sondern „Insider-Infos“ was warum beschafft werden soll.

Trotzdem bin ich skeptisch was die Strategie anbelangt.
Mich stört insbesondere die Investition in die neuen Fahrleitungen. Sie sind a) hässlich und b) kein wirklicher Schritt in die Zukunft, weil sie letztendlich unflexibel sind. Auch wenn die neuen Busse in der Lage sind, grössere Strecken ohne die Leitungen zurücklegen zu können. (siehe Beitrag Wie zu Stalins Zeiten inkl. Kommentar von Herr Eigenmann)

Schaut man sich die Zahlen an, dann wirft das schon Fragen in Bezug auf die Nachhaltigkeit auf.

Heute gibt es 22.6 km Oberleitungen. Ab 2020 sollen nochmals 7 km dazukommen – insgesamt beträgt die Strecke mit Oberleitungen also neu rund 30 km.
Man benötigt also für die neuen Linien nach Wittenbach und durch St. Georgen doch einiges an Investitionen. Rund 9 Millionen sind es gemäss den Unterlagen. Eng verknüpft ist auch die Beschaffung der neuen Busse (insgesamt 17 Stück). Die müssen ja in der Lage sein, ihre Batterien über die Oberleitungen laden zu können. Rund 12 km der Strecken sollen sie ohne Oberleitungen bewältigen können.

Ich frage mich auch heute wieder. Gibt es keine Lösung, mit der alle neuen Streckenabschnitte ohne die zusätzlichen Oberleitungen bewältigt werden können? Wenn es einen guten Zeitpunkt gibt, sich solche Gedanken zu machen, dann jetzt. Immerhin umfasst die gesamte Vorlage 37 Millionen.
Oh, es gibt ja scheinbar Lösungen. Eine davon testet die VBSG!!! ab 2019 – Sind die 9 Millionen für Oberleitungen möglicherweise Geld, das aus dem Fenster geworfen wird?

Hier bin ich von der VBSG nach wie vor enttäuscht. In den Unterlagen heisst es einzig:

Gelegenheitsladung wird durch VBSG skeptisch beurteilt

Das Stadtparlament wird also blind darauf vertrauen müssen, dass Herr Eigenmann mit neuen Oberleitungen hier die richtige Strategie gewählt hat und dass die Investitionen in die richtige Technologie fliessen. Andere Möglichkeiten Batterien zu laden werden nicht weiter erwähnt. Auch in Bezug auf den anstehenden Neubau Busdepot nicht.

Und noch ein letzter Punkt:

Der Kanton hat erst gerade 40 Schwachstellen im ÖV gefunden. Noch weiss ich nicht, welche davon in der Stadt liegen. Es ist jedoch nicht auszuschliessen, dass mögliche Schwachstellen in der Stadt behoben werden könnten, in dem man diese bei dem Geschäft berücksichtigt. Wie gesagt, es geht um 37 Millionen. Da darf man schon Fragen stellen.

Ha kei Ahnig

chumä nüm druus…
Eigentlich sollte ich mich ja aus Kulturfragen raushalten. Davon verstehe ich nun wirklich nichts.
Und gerade weil ich nichts davon verstehe, möchte ich etwas dazu schreiben.

Mir ist es ziemlich egal, wer in der Stadt kulturell seine Spuren hinterlässt und wer nicht.
Ich finde aber, wenn er/sie etwas Kulturelles erschafft, dann soll man das auch würdigen.
Würdigen sollte es aber diejenigen, die eine Leistung beurteilen können und nicht diejenigen, die einfach per Reglement am längeren Hebel sitzen.
Das Gschtürm um die Personen Scheitlin/Rau geht mir auf den Kecks, etwa so wie damals der Signerbrunnen im Grabenpärkli.
In diesem Sinne mit einem feinen Wink an die Protagonisten in diesem Streit (alle zusammen), gebt den Preis nächstes Jahr dem Jack Stoiker alias Knöppel