100’000 Einwohner gibts nicht kostenlos

Das Budget 2022 der Stadt St.Gallen steht vor der Türe und es wird wohl einige Diskussionen zum Stellenausbau geben. Das St.Galler Tagblatt hat den Ball bereits aufgenommen.

Ich werde die vorgesehenen Stellen mit Sicherheit noch gut anschauen. Eins kann ich aber schon vorneweg nehmen. Wer wie die FDP der Stadt St.Gallen auf Teufel komm raus die 100`000 Einwohner Stadt will, der muss auch bereit sein, das Personal und die Infrastruktur dazu bereit zu stellen.

Hier agiert insbesondere die bürgerliche Seite inkonsistent. Sie spricht sich konsequent für Vermarktungskredite und neue Industrie- und Dienstleistungszonen aus. Dem gegenüber weigern sie sich mindestens so konsequent, die Infrastruktur dafür bereitzustellen. Das beginnt beim zu kleinen Hallenbad und endet bei den Verkehrswegen, sofern sie nicht durch das Auto benutzt werden.

So geht die Rechnung nicht auf. Wenn die Stadt wachsen soll, dann müssen wir parallel auch die Voraussetzungen schaffen. Wenn z.Bsp. die Bildung und die Freizeitangebote und nicht bereit sind, die 20`000 zusätzlichen Einwohner zu versorgen, dann wird es schwierig die Familien nach St.Gallen zu holen.
Vielleicht täusche ich mich aber auch und es ist das „geheime Ziel“ ausschliesslich die urbane Avantgarde (Dinks = Double Income, No Kids) neu anzusiedeln.

Ich hoffe, die bürgerliche Seite denkt darüber nach

Ein Kommentar

  • Hansueli Stettler

    Ja, die sogenannte Wirtschaft… Eine sehr einseitige Sache, deren „wirtschaften“. Es geht ja beim „Wachstum“ letztlich immer ums „noch mehr scheffeln“: also jenen, die das kurzfristig organisieren und ausführen, die Kassen zu füllen.
    Nie geht es um Lebensqualität – und eigentlich nie um Zukunft.
    Seit ich in St.Gallen bin (1982) wurden immerhin die Zielwerte etwas reduziert. Damals plante und baute man eine Wasserversorgung für 150.000 EinwohnerInnen.
    Da sind wir ja schon bald bei der Realität angelangt heute: es geht und geht ja einfach nicht weiter nach oben mit den Bevölkerungszahlen, obschon wir bauen wie verrückt.
    Jedenfalls: es geht irgendwie offensichtlich nicht in diesem Stil weiter.

    Qualitatives Wachstum macht mehr Mühe, geistiges Wachstum bei einigen sogar richtig Kopfschmerzen…

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