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Marktplatz-Virus

Das Virus hat uns alle erwischt und es wird noch lange dauern, bis wir es überstanden haben.

Ich bin beim besten Willen keine Wirtschaftskoryphäe. Wenn ich mich aber richtig erinnere, dann beugt man einer drohenden Rezession am besten vor, wenn man nicht spart, sondern investiert.

Das sieht unsere städtische SVP aber anders. Sie nimmt in der aktuellen Krise einen erneuten Anlauf, den Marktplatz zu torpedieren. Ihr ist der vorliegende Rahmenkredit zu hoch und weil es nicht möglich ist, die Kosten innerhalb einer Abstimmung zu senken, will sie die dritte Auflage des Marktplatz gleich ganz versenken.

Das wäre in der aktuellen Situation aber falsch. Es ist wichtig, dass wir ein Zeichen zum Wiederaufbau setzen. Die Stadt muss zeigen, dass sie vorwärts schaut und in der Innenstadt eine Zukunft sieht.

Das hat zwar auch die SVP erkannt. Sie verlangt Massnahmen um die Situation zu entschärfen. Mietzinserlasse, Lieferdienste durch Arbeitslose und eine rasche Lockerung der Einschränkungen. Das ist nicht zwangsläufig falsch. Es sind aber „nur“ kurzfristige Massnahmen zur Überbrückung. Mindestens so wichtig ist es, längerfristige Perspektiven aufzuzeigen. Investitionen in die Infrastruktur und die Aufwertung der Innenstadt gehören dazu. Sie vermitteln positive Stimmung, bieten Arbeit und sind auch ein deutliches Zeichen, dass wir an die Zukunft von St. Gallen glauben.

Wir alle sind verpflichtet nach Vorne zu schauen. Der Marktplatz ist eine gute Gelegenheit zu beweisen, dass es uns ernst ist mit der Zukunft Innenstadt.

Ein Kommentar

  1. Das Virus hat mich nicht erwischt, nur die Massnahmen dagegen…Bei der Massnahme für das Betongewerbe, die die Krise nun entspannen soll, gehe ich nicht mit Dir einig. Sinnvoll für die Zukunft wäre, zum Beispiel beim Schulärztlichen Dienst einige Stellenprozente aufzustocken, dass die Warteliste zur Abklärung für Kinder aus wenig privilegierten Familien, die wegen homeschooling nun zwischen Stuhl und Bank fallen, nicht bis in den Herbst wächst – Fakt, nicht Fiktion.
    Wir könnten – für weniger Geld – zum Beispiel die Bussteuerungen so verfeinern, dass kein Stau entsteht am Brühltor. Die Zufahrten „smart“ anders regeln…dazu ein kleiner Gedankenanstoss im youtube-Film, den ich kürzlich am Tatort gedreht habe: https://www.youtube.com/watch?v=_yTtTmiTOjI

    Wir könnten mit dem Geld auch etwas das nun abgewürgte Kleingewerbe unterstützen, und sicher auch die Kulturschaffenden.
    Ich denke nicht, dass sich die St. GallerInnen ernsthaft nach dem freien Durchblick vom Vadian auf die Fassaden links von der Goliathgasse sehnen, weil da ja eh schon die Bäume stehen…. Oder gar auf drei Jahre Bauzeit und Provisorien, vom Verständnis für das Entschwinden und das verschoben wieder Auftauchen der Calatravahalle ganz zu schweigen.
    Viel eher fänden sie es sinnvoller, in der Stadt oft noch darbende ökologische Vielfalt zu unterstützen, Versiegelungen mit System zurückzubauen, weitergehende Energiespar-Massnahmen auch bei städtischen Objekten anzupacken. Solardächer…Die Liste ist lang und bekannt. Wer es noch immer nicht glaubt, was wir Wichtiges zu tun haben in den nächsten Jahren, geht mit Gewinn hier auf die Seite von Franz Alt:
    https://www.sonnenseite.com/de/umwelt/schellnhuber-wir-riskieren-den-fortbestand-unserer-zivilisation.html?utm_source=%3A%3A%20Sonnenseite%20Newsletter%2011.%20April%202020%20%3A%3A&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Newsletter

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