Vom Opfer zum Retter?

Die Interessenverbände (HEV und WISG) geben Studien zum allgemeinen Gesundheitszustand der Stadt St.Gallen in Auftrag. Nicht das ich das schlecht finde, im Gegenteil. Es ist wichtig zu wissen, was in der Stadt so abgeht. Seltsam allerdings ist es, wenn der HEV behauptet «Erstmals liegen klare Zahlen und Fakten vor, die habe ich bisher vergeblich gesucht, und nun kann niemand mehr sagen, es gebe sie nicht.» oder sich als „Opfer“ gibt in dem er sagt «Das ist eigentlich nicht die Aufgabe der Wirtschaftsverbände, aber es wurde sonst ja keiner aktiv.» Quelle: Die Ostschweiz

Das die Aussagen so nicht ganz stimmen, lässt sich auf der Webseite der Stadt St.Gallen leicht nachprüfen. Die Stadt hat in Zusammenhang mit dem „Forum Zukunft Innenstadt“ sehr wohl Datenerhebungen veranlasst. Exemplarisch dafür eine Heatmap zur Nahversorgung:

Weitere Grafiken und Statistiken findet ihr in den Präsentationen auf der Forums-Webseite.

Der HEV spielt sich in dem Artikel als Opfer und Retter auf (Wenn die Stadt nichts macht, dann müssen wir es halt tun). Dabei spielt der Verband eine durchaus zwiespältige Rolle: „Der HEV-unterstützt das Forum Zukunft Innenstadt aus Solidarität finanziell, nimmt aber selber nicht an den Veranstaltungen Teil (Quelle: Leserbrief Christoph Solenthaler, Präsident HEV-Sektion St.Gallen)

Jetzt kann sich jeder selbst ein Bild machen.

PS: Wenn die Stadt wachsen und attraktiv bleiben soll, dann helfen Schuldzuweisungen nicht. Es dürfte aber wohl noch Jahre dauern, bis die liberalen Verbände wie Pro City, HEV und WISG sich endlich selber bewegen und aufhören den schwarzen Peter der Stadt (und damit den Einwohnern) zuzuschieben. Immerhin haben sie nun mal einen Schritt gemacht. Leider aber auch hier nicht ohne Seitenhiebe….

Kleiner Nachtrag:
Im St.Galler Tagblatt äussert sich Thomas Scheitlin zur Studie


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