Juweliere, ihr müsst stark sein

Es war klar, der neue Marktplatz wird auch die Kritiker hervorrufen.
Was aber jetzt geschehen ist, wirkt völlig absurd. Es zeigt aber auch, wie wenig sich unsere Detailhändler um sich selber kümmern….

Anscheinend hat die Marktplatzgesellschaft (oder war es Cornel Hänni alleine) ein Schreiben verfasst, in dem sie sich Sorgen macht, dass die neuen(?) Marktstände dem serbelnden Detailhandel weiter zusetzt.

Zur Erklärung: Cornel Hänni besitzt ein Juweliergeschäft namens Studer & Hänni. Er fürchtet sich nun, dass die Gemüse-, Blumen und andere Händler sein Geschäft zerstören könnten. Die Angst ist natürlich berechtigt, ich kaufe meine Uhren ja auch beim Broccoli-Händler
Ich will das jetzt aber nicht ins Lächerliche ziehen. Schliesslich gab es ja bis heute keine Marktstände am Marktplatz. Korrektur, habe Gut mit Studer & Hänni verwechselt
Nein, eigentlich stehen sie ihm im Weg. Sie verbauen ihm die Aussicht auf das Acrevis-Bankgebäude

Was nehme ich unsere Detailhändler überhaupt noch ernst? Egal ob Öffnungszeiten, Parkplätze, Markstände oder was auch immer. Es sind immer die anderen, die schuld sind. Also unter anderem auch ich, ein potentieller Kunde….

Cornel Hänni ist übrigens Mitunterzeichner im Forum Lebendige Altstadt St.Gallen – und merkt euch das, denn ein Markt ist der Inbegriff des Todes einer lebendigen Altstadt. Raus mit ihm!

Die Verfasser des Siegerprojekts träumten von Märkten, Festen und Theater im öffentlichen Raum. Keine Rolle spiele für sie der stationäre Einzelhandel. Sie übersähen, dass die Zukunft der Innenstadt letztlich nur von Einzelhändlern gesichert werden könne, die das ganze Jahr im Stadtzentrum arbeiteten. Temporäre Schönwetter-Veranstaltungen seien dazu eine wertvolle Ergänzung, mehr nicht.

Quelle: St.Galler Tagblatt vom 5.2.2019

PS: Falls mir jemand das Schreiben zusenden möchte, sehr gerne! Der Ostschweiz traue ich nämlich in etwa so wenig, wie Schmuckhändlern, die sich von Gemüseverkäufern bedroht fühlen.
So wie es ausschaut existiert dieses Schreiben tatsächlich. Auch das Tagblatt hat soeben darüber berichtet

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