Ende meiner Kolumne

Schon vor der ersten Kolumne für die Ostschweiz hatte ich mir vorgenommen, den Ausflug zu beenden, wenn die Online-Zeitung Pfade einschlägt, die mir nicht passen.

Heute war es nun soweit. Ein Artikel über eine mögliche Amtsgeheimnisverletzung hat mich veranlasst, keine Kolumne mehr für die Ostschweiz zu schreiben.

Ich werde meine Texte wieder exklusiv auf meinem eigenen Blog veröffentlichen 😉

Aufgrund von Anfragen hier der Grund für meine Kündigung

Mittlerweile gibts auch eine Stellungnahme der Ostschweiz dazu.
Also viel heisse Luft, ein hyperaktives Medium und ein dünnhäutiger Chefredaktor

Ich habe das Medium von Anfang an unentgeltlich mit insgesamt 8 Kolumnen-Beiträgen unterstützt und damit versucht meinen Beitrag für eine breite Medienlandschaft zu leisten. Aber ich bin mit dieser Art von Journalismus (stellen wir mal ein Gerücht online und warten am Bürotisch ab, ob es sich evtl. als wahr herausstellt) nicht einverstanden, weshalb ich per sofort keine Texte mehr für die Ostschweiz schreiben werde. Ich hätte es ja eigentlich wissen müssen.

VBSG-Flotte ab 2020

Endlich zeigt sich auch die VBSG ein bisschen transparenter.
So viele Infos gabs meiner Meinung nach selten. Nicht bezüglich der parlamentarischen Vorlage, sondern „Insider-Infos“ was warum beschafft werden soll.

Trotzdem bin ich skeptisch was die Strategie anbelangt.
Mich stört insbesondere die Investition in die neuen Fahrleitungen. Sie sind a) hässlich und b) kein wirklicher Schritt in die Zukunft, weil sie letztendlich unflexibel sind. Auch wenn die neuen Busse in der Lage sind, grössere Strecken ohne die Leitungen zurücklegen zu können. (siehe Beitrag Wie zu Stalins Zeiten inkl. Kommentar von Herr Eigenmann)

Schaut man sich die Zahlen an, dann wirft das schon Fragen in Bezug auf die Nachhaltigkeit auf.

Heute gibt es 22.6 km Oberleitungen. Ab 2020 sollen nochmals 7 km dazukommen – insgesamt beträgt die Strecke mit Oberleitungen also neu rund 30 km.
Man benötigt also für die neuen Linien nach Wittenbach und durch St. Georgen doch einiges an Investitionen. Rund 9 Millionen sind es gemäss den Unterlagen. Eng verknüpft ist auch die Beschaffung der neuen Busse (insgesamt 17 Stück). Die müssen ja in der Lage sein, ihre Batterien über die Oberleitungen laden zu können. Rund 12 km der Strecken sollen sie ohne Oberleitungen bewältigen können.

Ich frage mich auch heute wieder. Gibt es keine Lösung, mit der alle neuen Streckenabschnitte ohne die zusätzlichen Oberleitungen bewältigt werden können? Wenn es einen guten Zeitpunkt gibt, sich solche Gedanken zu machen, dann jetzt. Immerhin umfasst die gesamte Vorlage 37 Millionen.
Oh, es gibt ja scheinbar Lösungen. Eine davon testet die VBSG!!! ab 2019 – Sind die 9 Millionen für Oberleitungen möglicherweise Geld, das aus dem Fenster geworfen wird?

Hier bin ich von der VBSG nach wie vor enttäuscht. In den Unterlagen heisst es einzig:

Gelegenheitsladung wird durch VBSG skeptisch beurteilt

Das Stadtparlament wird also blind darauf vertrauen müssen, dass Herr Eigenmann mit neuen Oberleitungen hier die richtige Strategie gewählt hat und dass die Investitionen in die richtige Technologie fliessen. Andere Möglichkeiten Batterien zu laden werden nicht weiter erwähnt. Auch in Bezug auf den anstehenden Neubau Busdepot nicht.

Und noch ein letzter Punkt:

Der Kanton hat erst gerade 40 Schwachstellen im ÖV gefunden. Noch weiss ich nicht, welche davon in der Stadt liegen. Es ist jedoch nicht auszuschliessen, dass mögliche Schwachstellen in der Stadt behoben werden könnten, in dem man diese bei dem Geschäft berücksichtigt. Wie gesagt, es geht um 37 Millionen. Da darf man schon Fragen stellen.

Ha kei Ahnig

chumä nüm druus…
Eigentlich sollte ich mich ja aus Kulturfragen raushalten. Davon verstehe ich nun wirklich nichts.
Und gerade weil ich nichts davon verstehe, möchte ich etwas dazu schreiben.

Mir ist es ziemlich egal, wer in der Stadt kulturell seine Spuren hinterlässt und wer nicht.
Ich finde aber, wenn er/sie etwas Kulturelles erschafft, dann soll man das auch würdigen.
Würdigen sollte es aber diejenigen, die eine Leistung beurteilen können und nicht diejenigen, die einfach per Reglement am längeren Hebel sitzen.
Das Gschtürm um die Personen Scheitlin/Rau geht mir auf den Kecks, etwa so wie damals der Signerbrunnen im Grabenpärkli.
In diesem Sinne mit einem feinen Wink an die Protagonisten in diesem Streit (alle zusammen), gebt den Preis nächstes Jahr dem Jack Stoiker alias Knöppel

PublicSpeaking

Eigentlich wollte ich ja keinen Kommentar schreiben.
Das hat Reto Voneschen im Tagblatt sehr gut hinbekommen.
Allerdings möchte ich noch etwas ergänzen. Herr Bleuer mag sich hinter den Kulissen für einen Rabatt eingesetzt haben. Aber auch hier verbirgt sich ziemlich viel Ironie.
Herr Bleuer mit Pro City gehört regelmässig zu den Leuten, die sich über die Abschaffung von Parkplätzen in der Innenstadt aufregen. Sie sind ja scheinbar essentiell für die Innenstadt. Das jetzt eine Gebühr für die Nutzung eben dieser Parkplätze fällig wird scheint dann aber doch wieder nicht richtig oder die Gebühr erscheint ihnen zu hoch. Wer sich allerdings noch an die Preise die an der EM verlangt wurden, erinnern kann, der weiss, das Geld wird auf diesem Weg wieder reingeholt. Wäre es damals ein Verlust gewesen, würde man es dieses Jahr sicher nicht noch einmal wagen.
Wären die Parkplätze so wertvoll, wie es im Forum Zukunft Innenstadt immer heisst, dann wäre die Gebühr von 5800 CHF viel zu tief – so rein marktwirtschaftlich betrachtet.
Es bleibt ein Fakt. Die Parkplätze sind noch da und es gibt ein Reglement, dass die Stadt für eine Belegung dieser Plätze eine Gebühr verlangen kann. Spätestens an der nächsten EM sind die Parkplätze aber ja verschwunden und die Gebühr von 5800 CHF für die Belegung der Parkplätze wird dann wegfallen 😉

Und noch etwas, schaut euren Parlamentariern auf die Finger (falls ihr sie gewählt habt). Da stimmt nicht immer alles, was im Waaghaus verzapft wird.

PS: es geht um das hier:

Newsticker

Heute mal eine Art News-Ticker.
Es sind bei mir grad ein paar Infos gleichzeitig reingekommen. Zuviel um zu jeder etwas zu schreiben 😉

Erstens zum Ladensterben:

Die FDP der Stadt veröffentlicht jeweils eine Zusammenfassung der letzten Sitzung im Stadtparlament (Waaghaus-Ticker). Einen Kommentar erspare ich mir. Den für mich wichtigsten Punkt habe ich bereits unter dem Titel „Die Totengräber des Detailhandels“ verbloggt.

Und zum Schluss noch eine weitere erfreuliche Nachricht. Mit Proventx und Inventx kommen zwei neue IT-Firmen in die Stadt– Es rockt vielleicht doch 😉

 

Die Totengräber des Detailhandels

Heute war das Lädelisterben einmal mehr Thema im Stadtparlament.
Gleich 2 Traktanden standen auf dem Programm.
Während die Interpellation der Grünen vergleichsweise schnell abgehandelt wurde, gab das Postulat „Ganzheitliche Analyse der Gründe für das „Lädelisterben“ deutlich mehr zu reden.

Die Stadt hat im „Forum Zukunft Innenstadt“:

Die Stadt soll gefälligst:

  • für weitere Parkplätze sorgen
  • für längere Öffnungszeiten einstehen
  • einen Citymanager einstellen
  • Bewilligungen und Vorschriften lockern
  • ….

Und hier die 10 Massnahmenfelder, die in den Foren erarbeitet wurden:

Quelle: Schlussbericht „Zukunft St.Galler Innenstadt“

So, und nun soll mir jemand zeigen, wo genau das Gewerbe, die Hauseigentümer oder all die Vereinigungen ihre Verantwortung wahrnehmen.

Die Stadt hat ihren Job gemacht und sie hat ihn gut gemacht. Das Forum läuft noch immer.
Was aber haben Organisationen wie Pro City, Wirtschaft Region St.Gallen, Industrie- und Gewerbeverein, Gewerbe Stadt St.Gallen, Hauseigentümerverband, Wirtschaft St.Gallen Ost getan?

Richtig, nichts oder nichts, das für die Stadtbewohner erkennbar wäre.
Die Organisationen haben sich in die Mobilitätsinitiative hineingekniet und eine Klatsche abbekommen.
Nun rennen sie zur Stadt und fordern und fordern und fordern. Geleistet haben sie bis anhin jedoch nichts.
Sie schaffen es ja noch nicht mal Investoren für die unterirdischen Parkplätze beim UG25 zu gewinnen.
Tja, weder in der Verkehrspolitik noch bei wirtschaftlichen Problemen kann man auf die FDP und die SVP inkl. ihren Verbänden zählen. Womöglich sind sie selber die Totengräber des Detailhandels, auch wenn sie sich als Retter aufspielen.

Sorry, etwas habe ich vergessen. Die Wirtschaft Region St. Gallen führt am 21. Juni eine Veranstaltung „WISG-Early Bird 2018: «Innenstadt 2.0 – wie Stadt und Handel sich verändern müssen» durch. Wenn das mal nichts ist

 

 

 

 

Intransparent

5 Tage hat das Tagblatt gebraucht um über die Marktpreise in der Ostschweiz zu berichten.
5 Tage mit dem Resultat, dass wir nicht mehr wissen als zuvor.
Wie wäre es gewesen liebe Ostschweizer Tageszeitung, wenn ihr da etwas mehr nachgehakt hättet? Zum Beispiel, weshalb unser Marktreglement derart viel Spielraum lässt? Für jemand ohne „Insider-Wissen“ sind die Preise auf jeden Fall nicht nachvollziehbar. Auch dass die Stadtpolizei davon spricht, keine Stände für Wochenmärkte zu vermieten hätte euch stutzig machen müssen. Im Tarif steht nämlich etwas ganz anderes.

Und bitte, ihr als Journalisten habt 5 Tage benötigt, für etwas das ich in 60 min dank den Socialen-Medien erfahren konnte. Schwache Leistung Tagblatt!

Das Thema hat am 22.5 zu einem Blogbeitrag geführt – Luxusmarkt

Und hier die auf Twitter geführte Unterhaltung mit der Stadtpolizei. Die Tweets zeigen auch, dass man die sozialen Medien ernst nimmt und auch einfachen Bürgern gerne Auskunft erteilt. In diesem Fall wäre die Antwort allerdings ein Punkt gewesen, an dem man hätte ansetzen können. (PS: Es betrifft übrigens „meine Stadträtin“ 😉

 

Die Passagierzahlen der VBSG (Update)

Der Geschäftsbericht ist zwar noch nicht Online, aber ich gehe davon aus, dass das Tagblatt und die St.Galler Nachrichten über korrekte Zahlen verfügen.
Wie ihr erkennen könnt, geben sich beide Zeitungen ziemlich optimistisch:

Ich finde ja, die Zahlen sprechen eine andere Sprache.

Wie zu Stalins Zeiten

Der Titel mag hart sein. Aber er trifft ein Stück weit auf die Stadt St. Gallen von 2018 zu.
1933 wurde in Moskau (eben unter Stalin) eine erste Linie mit Trolleybussen installiert. Busse also, die elektrisch fahren und die Energie über Oberleitungen beziehen. Im Jahr 2018 ist Moskau daran, rund 1500 Trolleybusse durch Elektrobusse ohne Oberleitungen zu ersetzen. Bis 2022 sollen die Oberleitungen verschwunden sein. Aktuell sind in Moskau bereits mehr als 150 dieser Busse unterwegs.

Und in St. Gallen? Rund 85 Jahre nach dem ersten Trolleybus in Moskau bezeichnet unser „Chef St.Galler Bus“ die Technology von Trolleybussen als „state of the art“. Ehrlich, ganze Quartiere heute noch mit Oberleitungen auszustatten ist weder fortschrittlich, noch schön und ganz sicher nicht „state of the art“ – Wenn schon, dann „state of the art“ wie zu Stalins Zeiten?

Ich hoffe, das Stadtparlament erkennt, dass die VBSG endlich nach vorne schauen muss und sich überlegen sollte, ob man die geplanten 37 Millionen nicht besser in Technologien investieren sollte, die 2018 wirklich „state of the art“ sind.

Passend dazu: Oberleitungen in St.Georgen

Und jetzt muss ich aufhören, weil sonst „tätschts mir dä Nuggi usä“ – Auf Wikipedia findet ihr eine Liste von Städten, die den Betrieb von „State of the Art-Trolleybussen“ eingestellt haben!