Ämtli oder Direktion?

Unser Stadtrat hat sich heute der Direktionsverteilung angenommen.
Es bleibt wie es ist und die neu gewählte Sonja Lüthi übernimmt die Direktion Soziales und Sicherheit.

Eine sinnvolle Verteilung. Schliesslich haben alle noch grosse, offene Geschäfte, für die sie die Verantwortung tragen.
Was ich aber nicht verstehe, ist, wie despektierlich das St.Galler Tagblatt die Aufgaben beurteilt.
Das sind keine Ämtli, das sind vollwertige Jobs mit grosser Verantwortung und Pflichten. Etwas mehr Respekt vor vor den Aufgaben wäre wohl nicht verkehrt

Biergarten vs. Kornhausplatz

Was haben die beiden Plätze gemeinsam, ausser, dass sie nahe beieinander liegen?

Auf beiden Plätzen wurde uns etwas bei der Abstimmung versprochen, das jetzt so nicht kommt.

Da war einerseits der Lämmlerbrunnen am Kornhausplatz, der schon zum Juristenfutter wurde und jetzt das Bahnhofpärkli. Zum Lämmlerbrunnen habe ich bereits 2014 etwas kurzverbloggt. Da ging es darum, dass es für die Stimmbürger ein Tritt in der Arsch ist, wenn etwas anders kommt als es bei der Abstimmung eigentlich präsentiert wurde.

Ein opportunistischer Bremsklotz

Ich breche jetzt ein Versprechen. Ich wollte eigentlich nicht gegen Boris Tschirky, sondern für Sonja Lüthi schreiben. Leider zwingt mich aber der Kandidat und sein Umfeld dazu.

Boris Tschirky sei visionär, liest man gelegentlich. Nein, Herr Tschirky ist nicht visionär. Er redet anderen nach dem Maul und betreibt einen typisch „staatsmännischen“ Wahlkampf. Seine Aussagen haben selten Inhalt und wenn, dann ist es das, was die Leute hören wollen. Da hat Jürg Brunner absolut recht. Boris Tschirky ist ein Opportunist.

Schauen wir mal nach St.Fiden. Während die Grünliberalen mit Sonja Lüthi vor rund 2 Jahren bereits ihre Vision vom neuen Quartier präsentiert haben, steigt Boris Tschirky heute ins gemachte Nest.
Sucht man bei ihm nach neuen Ideen, sucht man vergebens. Auf seiner Webseite findet man noch nicht einmal Positionen zur städtischen Verkehrspolitik. Man erfährt höchstens durch sein Unterstützungskomitee, das er für die Mobilitätsinitiative steht.

Kurz und gut. Die durchaus staatsmänische Erscheinung und sein „loses“ Mundwerk täuschen. Er mag ein Verwalter mit viel Erfahrung sein. Aber frischer Wind wird mit Boris Tschirky nicht aufkommen. Im Gegenteil, er wird die Stadt blockieren. Die Parteien rechts der GLP beweisen regelmässig, das Fortschritt nur möglich ist, wenn die anderen zusammenhalten. Und einen konservativen Bremsklotz, mag er noch so loyal, gmögig und erfahren sein, bringt die Stadt zum Stillstand. Das in einer Zeit, in der sich die Welt schneller dreht als einigen von uns lieb ist. Anhalten kann sie aber auch Boris Tschirky nicht.

Kein Blumentopf zu gewinnen

Das Stadtparlament hatte gestern eine Monstersitzung. Ein Geschäft möchte ich kurz herauspicken.
Es ging um die Ersatzbeschaffung für einen 12 Jahre alten Trolleybus. Erstmals möchte die VBSG einen Elektrobus für die Linie 10 beschaffen.
In einer Zeit, in der die Städte und Gemeinden über autonome Busse diskutieren oder sogar schon Testfahrzeuge einsetzen, möchte die Stadt ebenfalls einen Schritt nach vorne wagen.
Ok, die Trolleybusse fahren ja auch elektrisch. Dazu sind aber Oberleitungen notwendig, was den Einsatz der Busse auf gewisse Strecken einschränkt.
Wenn ich mir aber das Protokoll (LiveTicker) zum Traktandum 4 anschaue, dann kann ich nur den Kopf schütteln.

Wer jetzt einen Screenshot für die CVP erwartet, hat leider Pech. Sie hat sich zum Geschäft (gemäss LiveTicker) nicht geäussert

Die CVP, FDP und SVP betonen zwar, dass sie gerne in die Zukunft schauen, aber kosten darf es nichts. Wenn wir in unserer Stadt tatsächlich vorwärtskommen wollen, dann gewinnen wir mit den 3 Parteien keinen Blumentopf.
Zudem sollen wir jetzt noch einen Stadtrat wählen, der für die Mobilitätsinitiative einsteht? Nein, so kommen wir nicht vorwärts.
Wir brauchen dynamische Personen, die Wirtschaft und Ökologie vereinen und nach vorne blicken. Da genügen 2 Altersheime im Speckgürtel nicht als Referenz PS: Auf der Wahlkampfseite von Boris Tschirky findet sich nichts zum Thema Verkehr, wird wohl einen Grund haben.

Karten auf den Tisch

Ich blogge nun schon seit einigen Jahren. Heute ist aber erstmals ein Mail bei mir eingetroffen, das mich sehr freundlich auf meine mittlerweile doch recht provokative Schreibweise aufmerksam gemacht hat.

Ich bin mir dessen durchaus bewusst und möchte hier eine kurze Erklärung dazu abliefern.

Ich habe zur Zeit einen, glücklicherweise sehr glimpflich abgelaufenen Schicksalsschlag, zu verarbeiten. Ich hatte Ende Juni einen Schlaganfall erlitten, der mich zuerst ins Spital und anschliessend in die Reha brachte. Körperlich ist eigentlich soweit wieder alles beim Alten. Allerdings trage ich noch immer ein paar psychische Narben mit mir herum. Es ist scheinbar nichts aussergewöhnliches, dass sich Menschen nach einem Schlaganfall noch über längere Zeit mit Depressionen herumschlagen. Das gilt auch für mich. Im Kopf habe ich das Ereignis sicher noch nicht verarbeitet und das äussert sich zuweilen auch in schriftlichen Ausbrüchen. Das ist keine Entschuldigung, denn das, worüber ich schreibe hat sich nicht geändert. Aber die Wortwahl ist definitiv schärfer geworden. Das bedauere ich und ich werde mir Mühe geben, wieder zurück zu mehrheitlich objektiven Texten zu finden. Die spitze Zunge wird aber bleiben, einfach fair soll sie wieder werden 😉

Ich hoffe, ihr übt noch ein wenig Geduld mit mir und ihr meldet euch, wenn ich es übertreibe. Ich bin immer offen für ein Gespräch und auch gerne bereit Korrekturen und Entschuldigungen anzubringen, wenn ich mal zu weit gehe. Mein Blog wird aber mit Sicherheit kein Weichspüler-Account werden. Ich bleibe kritisch und stehe zu meiner Meinung.

Vielen Dank für euer Verständnis

Das Tagblatt im Unterstützungskomitee von Boris Tschirky?

Es sieht so aus, als ob der Leiter der Stadtredaktion des St.Galler Tagblatts nicht in der Lage ist, unvoreingenommen und objektiv über die Ersatzwahl für den Stadtrat zu berichten.
Nachdem Herr Daniel Wirth am 4. November unter dem Titel „St.Gallen braucht einen Tenor“ seine persönliche Meinung ausführlich abdrucken konnte, toppt er seine Leistung heute unter dem Titel SVP-Brunner: „Lüthi ist authentischer als Tschirky“ – Nicht das der Artikel tendenziös wäre, nein viel mehr liegt das Problem in der Länge des durchaus brisanten Textes.
Während der „Leitartikel“ eine Länge von mehr als 800 Wörtern hat, begnügt sich Herr Wirth bei der kleinen „Sensation“ mit knapp 70 Wörtern. Auch dass die Überschrift ursprünglich wohl „Juerg Brunner im Luethikomitee“ lautete (erkennbar am Link-Text) lässt tief blicken.

Wenn eine leitende Person beim Monopol-Blatt Tagblatt nicht in der Lage ist, objektiv und unvoreingenommen über eine Stadtratswahl zu berichten, sollte sie das einfach lassen.

Leserbrief

Da es mein Leserbrief heute nicht in die Zeitung geschafft hat, veröffentliche ich ihn hier vorab:

Die Stadt steht vor grossen Herausforderungen. Einige Aufträge wie das Energie- oder Mobilitätskonzept haben wir uns selber gegeben. Andere, wie unsere grossen Baustellen haben sich mehr oder weniger von selbst ergeben. Und dann wären da noch viele Hausaufgaben, die von aussen an uns herangetragen werden. Wir können also nicht einfach innehalten und schauen was passiert. Wir müssen agieren, Technologien beobachten und bei Bedarf einsetzen. Unsere Gesellschaft ändert sich und passt sich an, etwas das auch unsere Politik akzeptieren muss.
Wir sind deshalb gut beraten, wenn wir Personen in unseren Stadtrat wählen, die den Fortschritt aus eigener Erfahrung kennen. Personen, die sich in Energie- und Mobilitätsfragen auskennen, die in der Stadt leben und nach vorne schauen. Aufgeschlossene und moderne Menschen. Wer eine Stadt mit Zukunft möchte, kommt nicht um Sonja Lüthi herum.

Und liebe Stimmbürger, die Welt können wir nicht aufhalten, wir können aber Personen wählen, die die Herausforderung annehmen.

440000CHF oder 680000CHF?

St.Gallen-Bodensee Tourismus möchte von der Stadt St. Gallen gerne 880’000 CHF anstelle von 450’000 CHF pro Jahr
Ich hab mal geguckt, wer sonst noch so zahlt. Unter anderem ist gemäss Jahresbericht auch der Kanton ein grosszügiger Unterstützer.Allerdings scheint sich da möglicherweise (hoffentlich) ein Fehler eingeschlichen zu haben.
Im Jahresbericht 2011 wird der Beitrag des Kantons für das Jahr 2011 mit 440’000 CHF ausgewiesen.
Im Jahresbericht 2012 erscheint jedoch ein massiv höherer Beitrag des Kantons: 680’000 CHF
Gleiches gilt für die Stadt mit 420’000 CHF (2011) resp. 460’000 CHF.
Bislang wollte mir die Differenz noch niemand erklären.

Aus dem Jahresbericht 2011
Aus dem Jahresbericht 2012

Ihr findet die Jahresberichte übrigens hier