Parkplätze abschaffen – Wirklich nur die Stadt?

Ich habe mich heute gefragt, wie viele öffentliche Parkplätze die verschiedenen Betreiber von Parkhäusern in den letzten Jahren abgeschafft (der Öffentlichkeit entzogen) haben, in dem sie sie an Dauermieter vermietet haben. Ich meine, dann stehen sie den Stadtbesuchern ja nur noch bedingt zur Verfügung plus sie verfälschen das Bild an den jeweils verfügbaren Parkplätzen. Insbesondere dann, wenn sie nicht transparent deklariert werden.
Einen kleinen Hinweis darauf, dass so etwas keineswegs abwegig ist:

Gemäss Parkleitsystem weist die Parkgarage Bahnhof (FHSG) 318 Parkplätze inkl. Dauermieter aus.
Schaut man sich meine Erhebung der letzten Monate an, dann sind in den schwach frequentierten Zeiten jeweils knapp 210 Plätze (ab August 2017) frei. Man beachte den bitte auch den „Knick“!

Quelle: RSS-Feed des Parkleitsystems St.Gallen, Messung Juni bis August 2017, 15min Takt, 7×24 Stunden

Geht man 1 Jahr (Juni bis September 2016) zurück, dann waren es meist mehr als 250 freie Parkplätze:

Quelle: RSS-Feed des Parkleitsystems St.Gallen, Messung Juni bis August 2016, 15min Takt, 7×24 Stunden

 

Natürlich sind das keine exakten Aussagen. Dennoch stellt sich die Frage, ob da im August plötzlich 30 (>10%) oder mehr Parkplätze an Dauermieter vergeben wurden oder ob die Plätze anderweitig verschwunden sind.

Wenn mann nur wüsste, wieviele Parkplätze über alle Parkhäuser „verschwunden“ sind, müsste man vielleicht eher vor der eigenen Türe kehren, als der Stadt „Parkplatz-Vernichtungs-Vorwürfe“ zu machen, oder?

Zur allgemeinen Info noch die Entwicklung der öffentlichen Parkplätze in Parkhäusern (Quelle: Stadt St.Gallen)

Allerdings ist auch hier nicht klar, ob vermietete Parkplätze mitgezählt werden. Auch fehlt ein Hinweis auf die Schliessung des Unteren Grabens.
Es bleibt so, die Parkplatzfrage (betrifft vor allem die Parkhäuser) ist nebulös, intransparent und für niemanden nachvollziehbar. Da helfen auch meine Messungen nur bedingt. Bleibt aber wachsam, wenn euch jemand wieder etwas bzgl. zu wenig Parkplätze vormachen will.

Mehr zum Thema:

 

Update zu Meine Detailhandelstory

Ich wurde jetzt mehrfach darauf hingewiesen, dass sowohl Pachtzinsen, als auch das veränderte Konsumverhalten zum Sterben des Detailhandels beiträgt.
Das hat zusammen mit den vermeintlich fehlenden Parkplätzen sicher auch seinen Anteil.
Es sind aber Faktoren, die nicht den Detailhandel selbst, sondern Andere für die Misere verantwortlich machen. Ist es denn wirklich zielführend, den Anderen die Schuld zuzuschieben und selber auf der faulen Haut liegen zu bleiben?
Die Stadt, als eine der kritisierten Institutionen, ist nicht für die veralteten Geschäftsmodelle verantwortlich. Sie setzt Rahmenbedingungen (wenn auch nur beschränkt), die durchaus einige Korrekturen beinhalten dürfen. Sie ist aber mit Sicherheit nicht der Sündenbock. Auch wenn im aktuellen Wahlkampf 2 Kandidaten etwas Anderes behaupten. Sie sehen nämlich die Stadt in der Verantwortung und fordern mit Parkplätzen und der unsäglichen Mobilitätsinitiative genau das.

Sonja Lüthi – Eine junge Mutter mit Füdlä

Ja, wären die Stimmbürger der Arithmetik verpflichtet, dann stünde der freiwerdende Sitz der CVP oder der SVP zu. Aber sind wir nicht der Stadt als Solches verpflichtet? Würden wir mathematisch wählen, dann würde das auch bedeuten, dass wir indirekt mehr Parkplätze und die Mobilitätsinitiative unterstützen. Aber entgegen den Behauptungen der Verfechter dieser Ideen werden wir keinen Laden in der Innenstadt damit retten. Wir „retten“ die Stadt mit kreativen Ideen, mit Entschlossenheit, mit besonnenem Auftreten gegenüber den Stadtbewohnern und nicht mit Hauruck-Aktionen, die für viel Geld wieder rückgängig gemacht werden müssen. Nachhaltigkeit, mit einer gesunden Portion Mut, laut über Visionen nachzudenken sind heute gefragt. Die Stadt ist im stetigen Wandel, die Gesellschaft und die Bedürfnisse verändern sich stetig. Hier müssen wir Gestalten, nicht Verwalten. Mit ihrem Engagement für das Solarkino und der Denkbar, sowie ihrer Zeit im Stadt- und jetzt im Kantonsparlament zeigt sie, dass engagierte Kräfte durchaus im Stande sind etwas aufzubauen. Eine junge, sympathische Mutter mit Füdlä!

 

Der Leserbrief wurde am 5.9.2017 im St.Galler Tagblatt veröffentlicht

Meine Detailhandelstory

Ich habe mir in einer schlaflosen Nacht überlegt, ob es nicht an der Zeit wäre, meine kleinen schwarzen analogen Notizbüchlein durch etwas Digitales zu ersetzen. Da ich die Büchlein jeweils in einer Papeterie im Stadtzentrum einkaufe sah ich keinen Grund das Geschäft zu wechseln. Damit ich aber nicht vergebens mit dem ÖV in die City fahre habe ich mich erstmal Online schlau gemacht.

Also kurz auf die Webseite meiner „Lieblingspapeterie“ um einen Blick auf das Angebot an digitalen Notizbüchlein zu werfen. Da mich insbesonder die Marke „Livescibe“ interessierte hab ich auch danach gesucht. Dabei kam folgendes heraus (Suchbegriff: Live)

Ok, auch sonst habe ich nichts Vernünftiges gefunden.
Damit ich mich nicht auf ein einzelnes Fachgeschäft verlassen muss, habe ich noch einen Blick auf die Webseite eines Konkurrenzgeschäfts geworfen, das mir grad spontan eingefallen ist. Mit dem selben Suchbegriff bin ich auf folgendes Produkt gestossen:

Ja, so habe ich auch geschaut! Es gäbe noch mehr zum zweiten Shop zu sagen, ich belasse es aber beim Stichwort ProCity.

Ok, das war wohl nichts. Dann fahren wir halt auf gut Glück in die Stadt. Vor Ort dann die endgültige Ernüchterung. In beiden Geschäften stand die selbe Packung eine digitalen Kugelschreibers zum Verkauf. Eine Beratung oder allenfalls ein alternatives Produkt um digitale Notizen zu erfassen, Fehlanzeige!

Mein Fazit von heute Vormittag: Eine (eigentlich ja 2) Papeterie, die sich mit einem eigenen Kugelschreiberonlineshop abheben will, ist nicht in der Lage, ein Werkzeug, das dem selben Nutzen dient, einigermassen vernünftig vor Ort zu verkaufen. Und nein, für das rund 500 Gramm schwere Paket, das sie im Angebot hatten, braucht man auch kein Auto und keinen Parkplatz, nicht mal ein ÖV-Ticket!
Und da sucht man noch mit grosszügiger Hilfe der Stadt und in partizipativen Foren nach Lösungen?

Verhältnis war auch schon besser

Ich habe aktuell wieder etwas Mühe mit unserer Stadt:
Einerseits stört mich die Fusion der VRSG mit der Abraxas, andererseits die Beteiligung der Stadt an einem Datacenter in Gais.
Da sind die mit den Engagements verbundenen Risiken, aber viel mehr aber stört mich die Einmischung in den privatwirtschaftlichen Sektor.
Bei der Fusion konkurriert man einen expandierendes Unternehmen mit 370 Mitarbeitern aus dem gleichen Kanton (gleich hinter der Stadtgrenze) und beim Datacenter versucht man Profite durch die Vermietung von Platz für Server (sogenanntes Housing) zu erwirtschaften.
PS: Bei der Abstimmung zum Glasfasernetzwerk wurde uns versprochen, dass die Stadtwerke keine Providerfunktion übernehmen würde, sondern lediglich als Vermieter agieren werden. Beim Datacenter wird dieses Versprechen ad absurdum geführt, weil genau das bestehende Glasfasernetzwerk als Argument für die Beteiligung hinhalten musste.
Es gibt einfach Dinge, die nicht Aufgabe einer Stadt sind.

Zonenplanänderung Bahnhof St.Fiden

Per 1. Oktober 2017 tritt das neue kantonale Planungs- und Baugesetz in Kraft.
Die Stadt hat sich entschieden, noch schnell ein paar (16!!) Zonenplanänderungen durchzuboxen, da sie befürchtet, dass es ansonsten zu grösseren Verzögerungen kommt.

Ihr könnt alle geplanten Änderungen hier einsehen. Für mich sind aber besonders die beiden Änderungen am Bahnhof St.Fiden interessant:

„An diesem Standort soll ein neuer Ortsteil mit zentrumsbildender Funktion geschaffen werden, weshalb die beiden Gebiete in eine Kernzone K5 umgezont werden.“

Was sagt der HEV zur Sanierung der Migros Bach

So wie es aussieht, hat sich die Migros für eine grosse Sanierung entschieden. Geschah dies im Hinblick auf einen Neubau, der in weite Ferne gerückt ist? Gibt es zu wenig Platz, weil die SBB die Abstellgleise weiter benützen will? Ich kenne die Beweggründe der Migros nicht, denke aber nicht, dass sie so viel Geld in eine Sanierung investiert, wenn ein möglicher Neubau in den Startlöchern steht.

Auf alle Fälle gibt es Anzeichen, dass es mit dem Bahnhof St.Fiden weiterhin ungelöste Probleme gibt.
Hier wäre wohl langsam mal wieder eine Information seitens der Stadt angebracht. Immerhin steuern wir auf den für 2017 geplanten städtebaulichen Wettbewerb mit 8 bis 10 Teams zu

Interessant wäre auch noch, was der Hauseigentümerverband St.Gallen zur Sanierung der Migros St.Fiden meint. Letztendlich hat sich Christoph Solenthaler deutlich dazu geäussert.
Für ihn und den HEV steht der Neubau der Migros St.Fiden an vorderster Stelle. (siehe dazu den Leserbrief von Christoph Solenthaler vom 9. März 2017)

 

Hashtags – In eigener Sache

Ich verwende für Twitter, Facebook und weitere soziale Medien gerne Hashtags. Sie helfen mir, Meldungen zu sammeln, ohne dass ich immer mitlesen muss. Dank Diensten wie IFTTT, Flow oder auch Zapier landen Beiträge mit ausgewählten Hashtags direkt in meinen Listen. Da ich ausschliesslich Stadt St.Galler Themen auf diesem Weg sammle, habe ich hier mal meine bevorzugten Hashtags aufgelistet.

  • #smartsg (Alles was mit unserer zukünfigen SmartCity zu tun hat)
  • #bhfnord (Der Bahnhof Nord)
  • #bhfstfiden und #stfiden (Der Bahnhof St.Fiden und Umgebung
  • #marktplatzsg (Selbsterklärend)
  • #stparl (Das Stadtparlament)
  • #zukunftsg (Forum Zukunft Innenstadt)
  • #stadtratsg (Rund um den Stadtrat inkl. anstehenden Wahlen)
  • #sanktgallen und #stgallen (Allgemein Stadt St. Gallen)
  • #neuebibliothek (neuebibliothek.ch)
  • #theatersg

 

Wohi sölli z Sangallä?

Ich mach ja eigentlich keine App-Besprechungen, aber hey es geht um St. Gallen!
Die WebApp http://wohi.sg macht grad alles richtig!
Eine plattformunabhängige, erfrischend simple Webseite, die euch Tipps für die Stadt gibt. Sie ist sehr benutzerfreundlich und hat auch für Einheimische gute Tipps parat.
Aber die Webapp ist noch mehr. Sie ist ein Seitenhieb an das Forum „Zukunft Innenstadt“

„Rund 100 Personen haben am ersten Forum „Zukunft St.Galler Innenstadt“
teilgenommen. Eingeladen waren Grundeigentümerinnen und
Grundeigentümer, verschiedene Vertreterinnen und Vertreter von Wirtschaftsverbänden,
Gassengesellschaften, Quartiervereinen, Innenstadtgewerbe,
Gastronomie, Tourismus und Verwaltung.“

Da wurde diskutiert und über Tischsets mit Stadt-Sujet diskutiert. Aber etwas auf den Weg gebracht haben letztendlich 2 junge Stadt St.Galler! Fast schon ein Armutszeugnis für die teilnehmenden Organisationen, oder?