Schlagzeilenchaos

Gestern lief jin den Medien der Mobilitätsvergleich der grössten Städte auf und ab.

Ich wollte mich einlesen, habe dann aber beschlossen, aufgrund der unterschiedlichen Titel darauf zu verzichten 😉

Wie sollen wir Stadt St.Galler uns einen schnellen Überblick schaffen können, wenn die Medien solche Überschriften wählen?

  • Nur in St.Gallen nimmt der Autoverkehr zu (Tagblatt)
  • St. Galler laufen lieber als den ÖV zu benutzen (20min)
  • St.Galler sind Velo-Muffel (Fm1Today)
  • In den Städten benutzen immer mehr Menschen das Velo oder fahren mit dem Tram oder dem Bus. Eine Ausnahme bildet St. Gallen. (NZZ)
  • Höchster Anteil an Fussgängern in St.Gallen (TopOnline)

Chumä nümä druus

Nerviger Tourismus

Nein, der Tourismus nervt mich nicht, überhaupt nicht.
Viel mehr die dafür verantwortliche Organisation in unserer Stadt. Verlangt sie doch neu 880’000 anstelle von 450’000 pro Jahr für ihre Arbeit. Es kann nicht sein, dass hier die Stadt in die Bresche springen muss. Es ist wie beim Rest in der Stadt. Wenn die Geschäfte schlecht laufen, dann sind alle anderen schuld nur nicht die Organisationen selber. Wann lernen diese Institutionen endlich, ihre eigenen Probleme selber zu lösen, anstatt das Verpasste mit finanziellen Forderungen an die Allgemeinheit aufzuholen?
Die Stadt ist für die Rahmenbedingungen verantwortlich, nicht für das Versagen des Vereins. Mir graut es davor, dass wir nun mit Boris Tschirky auch noch eine zweite Person (Thomas Scheitlin ist ja schon dabei) aus diesem Umfeld in den Stadtrat wählen sollen. Jemand, der von Organisationen wie dem HEV oder von Pro CIty unterstützt wird. 2 Organisationen, die nicht müde werden, die Probleme in der Innenstadt dem Staat zuzuschieben. Diese Vereine und Verbände sollen endlich selber Verantwortung übernehmen, über Mietzinse und neue Geschäftsmodelle nachdenken. Nehmt endlich die Finger aus dem Arsch und hört auf zu Jammern!

Was sich die Pro City und der HEV in der Stadt so leistet, hier und hier könnt ihr es nachlesen

Hab noch kurz recherchiert. Die finanzielle Situation von St.Gallen Tourismus ist im Übrigen gar nicht so schlecht. Es wäre durchaus möglich, hier an anderer Stelle zu mehr Geld zu kommen

Quelle: Jahresbericht 2016

Elektrobus nach Oberhofstetten

Am 14.11.2017 wird im Stadtparlament ein Geschäft mit dem Titel „Beschaffung Elektrobus für die Linie 10 – Verpflichtungskredit“ beraten. Ein Elektrobus vom Abacusplatz nach Oberhofstetten.

Endlich!
Weshalb aber für die Buslinie nach St.Georgen ein solcher Bus nicht möglich sein soll, erschliesst sich mir immer noch nicht. Damals hiess es von Seiten VBSG noch, die Topologie sei für eine solche Strecke nicht geeignet.

 

In zusammenhang mit unserem ÖV stehen noch weitere Traktanden an:

Frohbergstrasse zum Dritten

Gestern war die Vorlage im Stadtparlament traktandiert. Vorab, sie wurde deutlich durchgewunken.
Dennoch bleiben hier einige Fragen offen. Einige davon hat Maria Pappa gleich selber aufgeworfen:

Das Tagblatt hat dazu heute ebenfalls einen Artikel veröffentlicht. Aber auch hier sind die Infos unvollständig:

1. wird das Lichtsignal nicht erwähnt
2. Der Ausbau von 3 auf 4 Spuren auf der Rorschacherstrasse dürfte weit grösseren Einfluss haben als hier dargelegt.Das gilt auch für die Bushaltestelle Kantonsspital stadteinwärts. Der Bus muss sich hier wieder in den „normalen“ Verkehr zurückzwängen
3. Wurde die Stadt bei der Planung des Kantonsspitals über den Tisch gezogen?

Ich bin von unserem Stadtparlament masslos enttäuscht. Das Schwarz-Peterspiel zwischen Kanton (Verantwortlich für die Rorschacherstrasse) und der Stadt (Verantwortlich für die Frohbergstrasse) funktioniert heute einfach nicht mehr. Gerüchte und Nachfragen (was ich gemacht habe) bei den Stellen ist heute problemlos möglich.
Wir wissen, die Rorschacherstrasse wird auf 4 Spuren (zumindest Abschnittsweise) ausgebaut. Es müssen Bäume (oder doch nur 1 Baum?) an der Rorschacherstrasse gefällt werden.
Die Planung des Kantonsspitals stellt die Stadt vor vollendete Tatsachen. Da stellt sich mir die Frage, ob die Stadt bei der Planung über den Tisch gezogen wurde oder ob sie die Pläne zu wenig sorgfältig geprüft hat. Eine Erschliessung der Tiefgarage wäre durchaus via Steinachstrasse möglich gewesen.

Ich sehe schon die grossen Augen der Bevölkerung, wenn sie zwischen Kantonsspital und Singenberg an einem neuen Lichtsignal anhalten müssen, wenn die VBSG sich nach der Haltestelle Kantonsspital in die Autospur zurückkämpfen muss oder die Velofahrer (es sind 440 pro Tag!) zwischen den stehenden Kolonnen und dem ÖV einen (saugefährlichen) Weg bahnen muss.

Die Cityparking AG kauft das Parkhaus Burggraben

Ich hätte zwar erwartet, dass sie eher beim UG25 zuschlägt, aber warten wir mal ab. Die Meldung heute im Tagblatt ist aber in mehreren Punkt beachtenswert:

  1. Die Cityparking AG stellt fest, dass die Auslastung des Burggraben zu schwach ist. Etwas das ich aufgrund meiner Messungen nur bestätigen kann.
  2. Mit der Sanierung fallen rund 10% der vorhandenen Parkplätze weg. Also in etwa 40 Stück. Würde die Stadt in Erwägung ziehen, 40 Parkplätze in der Innenstadt aufzuheben, der Aufschrei wäre laut, verdammt laut!
  3. Behauptet die Cityparking AG, die Parkgarage Brühltor erreiche regelmässig ihre Kapazitätsgrenzen. Ok, während Olma und OFFA stimmt das . Aber an Samstagen, an Abendverkäufen? Dem widerspreche ich vehement. Die Cityparking AG kann das ja nicht, denn dazu müsste sie Zahlen offenlegen.
  4. Die Einfahrt soll überdacht (im Sinne von Denken) werden. Wie forsch hier der Käufer vorgehen wird, wird sich zeigen. Die Stadt als Miteigentümerin sollte sich auf jeden Fall in Acht nehmen und nicht zu voreilig Zusagen machen. Die meisten wissen was ich meine.

Ein weiterer Punkt ist die Erneuerung des Parkleitsystems. Hier erwarte ich, dass die Cityparking AG mit ihre Tochterfirma PLS-SG AG auch die anderen Häuser miteinbezieht. Unser unsägliches System, dass man getrost als unbrauchbar betrachten kann, müsste komplett erneuert werden.

Ein Frage wurde mir übrigens bis heute nicht beantwortet. Ich wollte von den Betreibern wissen, wie viele Parkplätze in der Stadt in den letzten Jahren weggefallen sind, weil die Parkplätze an Dauervermieter abgegeben und damit der Öffentlichkeit entzogen wurden. Die (ja ich weiss, die fehlerhaften) Messungen legen nahe, dass dies in relativ grossem Umfang geschehen ist. Beispiel Athletikzentrum/Stadtpark

Kleines Update, obwohl ich eigentlich keine Auswertungen mehr machen wollte. Hier die Auslastung der Brühltorgarage. Ich habe einfach einen Tag pro Monat rausgepickt (zufällig). Die Grafiken zeigen jeweils den Donnerstagabend (14 Uhr bis 22 Uhr) und je einen Samstag pro Monat (08 Uhr bis 22 Uhr)

Gedanken zum Verhüllungsverbot

Mir schwirren ein paar Gedanken im Kopf, die ich hier mal notieren möchte. Es geht mir dabei um die Rechte der Frauen. Auf den ersten Blick ist es auch für mich einleuchtend, dass ein Verbot Chancen für unterdrückte Frauen bietet, die sich nicht ohne ein Stück Tuch um den Kopf aus dem Haus begeben dürfen.

Dieses Argument zieht allerdings nur dann, wenn dies bei jeder Frau der Fall wäre. Wenn eine Frau sich aus freien Stücken und aus Überzeugung verhüllt, dann wird ihr mit dem Verbot die Möglichkeit genommen, sich so in der Öffentlichkeit zu bewegen, wie sie das gerne möchte.

Frauen, die sich unter Zwang verhüllen müssen, laufen aber auch in Gefahr, dass sie unter Hausarrest gestellt werden und das Haus aufgrund des Verhüllungsverbotes gar nicht mehr verlassen dürfen.

Ein Verbot, gerade in Bezug auf die Gesichtsschleier ist aus meiner Sicht keine Lösung. Im Gegenteil, es kann sogar dazu führen, das sich die Situation der Frauen verschlechtert. Gesetze, die ein solches Handeln und Unterdrücken von Menschen verbieten sind heute bereits vorhanden. Noch dazu sind sie als Opferschutz ausgelegt. Beim Verhüllungsverbot allerdings bestraft man unter Umständen nicht die Täter, sondern wie ausgeführt, die eigentlichen Opfer.

Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass es hier so oder so nur um eine Stellvertreterdiskussion handelt. In Tat und Wahrheit geht es den meisten Befürwortern vermutlich nur um den Islam als Religion.

Verschwindet die Allee wegen dem Kantonsspital?

Ich muss wegen der Frohbergstrasse nochmals nachhaken.

Das Lichtsignal auf der Rorschacherstrasse

Es dient den Linksabbiegern vom Stadtzentrum her hin zum Gelände des Kantonsspital.

Durch dieses Lichtsignal wird der Verkehrsfluss stadteinwärts unterbrochen. Es betrifft alle Verkehrsteilnehmer, vom Auto über den ÖV bis hin zu den Velofahrern.

Teilweise Aufhebung der Busspur auf der Rorschacherstrasse stadteinwärts

Der ÖV kann heute eine eigene Spur benutzen. Durch die Aufhebung (der Platz wird für die Linksabbiegespur benötigt) entsteht ein neuer Reisverschluss. All die Busse und Postautos müssen sich nach der Haltestelle Kantonsspital zurück in den normalen Verkehr zwängen. Äusserst unangehnem für die Velofahrer, die von St.Fiden her so richtig Schwung geholt haben.

Quelle: St.Galler Tagblatt vom 12.9.2017

Rodung der Allee an der Rorschacherstrasse stadtauswärts

Hier werde ich nicht schlau, was genau der Grund sein soll. Die Rorschacherstrasse hat heute auf dem Abchnitt Singenberg – Kantonsspital 3 bis 4 Spuren. Möglich, dass hier noch eine weitere dazukommt.

Und das Alles nur wegen der Zufahrt zum Kantonsspital. An erster Stelle steht die Notfallzufahrt, die neu auch über die Frohbergstrasse erfolgen soll. Allerdings dürfte die Anzahl der Zufahrten zum Notfall überschaubar sein. Die Blaulichtorganisationen müssen sich ja nicht um das Lichtsignal kümmern.
Bleibt also das neue Parkhaus, das deutlich mehr Verkehr bringen wird. Ich sehe einfach nicht ein, weshalb wir deswegen ALLE (inkl. Auto!) solche Benachteiligungen in Kauf nehmen müssen. Die Zufahrt ins Parkhaus ist heute schon via Steinachstrasse gewährleistet. Auch eine Linksabbiege-Möglichkeit gibt es beim Singenberg schon!

Vergleicht man den IST-Zustand mit dem Projekt, findet man heraus, dass auf der Rorschacherstrasse neu 4 statt wie bisher 3 Spuren eingezeichnet sind:

IST-Zustand:

Quelle: Stadt St.Gallen
  • Eine Spur (Velo und Bus gemischt) stadteinwärts
  • Eine Autospur stadteinwärts
  • Eine Autospur stadtauswärts

PROJEKT:

Quelle: Stadt St.Gallen
  • Eine Spur Stadteinwärts (Bus und Auto gemischt)
  • Eine Linksabbiegespur zur Frohbergstrasse
  • Eine Autospur stadtauswärts
  • Eine Spur (Velo und Bus gemischt) stadtauswärts

Die Rorschacherstrasse bekommt also insgesamt eine Spur mehr als heute. Wo der Platz für diese Spur herkommt?

Update!

Bis auf weiteres kein Tram in St.Gallen

Die Mitteilung des Kantons und der Stadt freut mich. Das Tram vereinigt zu viele Nachteile und ich erachte es als wenig nachhaltig und zukunftstauglich. Etwas stutzig gemacht haben mich die Erkenntnisse der durchgeführten Studie:

„Bus ist flexibler

Bei der Studie einer Züricher Firma hat sich herausgestellt, das Bus-System ist wesentlich flexibler und kann sich schneller auf Veränderungen in den Strassen eingehen. Baustellen an Strassen und Werken haben geringere Auswirkungen. Dazu kommt, dass ein Tram weniger dicht verkehren würde als ein Bus. Der Bus bietet den Passagieren also einen dichteren Takt.

Ebenso benötigt der Bus keine Schienen, die Infrastrukturkosten sind tiefer. Zudem ist mit dem Busnetz die Sturz- und Unfallgefahr vor allem für Velofahrende geringer. Schliesslich können starke Steigungen mit Bussen deutlich besser bewältigt werden als mit dem Tram.“ Quelle: FM1Today

Für mich sind das alles offensichtliche Gründe, für die es eigentlich keine Studie gebraucht hätte.
Einen Medienspiegel zum St.Galler Tram findet ihr übrigens hier

Fast gleichzeit mit der vorläufigen Absage an das Tram haben sich die Tagblatt-Medien (Tagblatt und FM1Today) auch mit den sinkenden Fahrgastzahlen der VBSG befasst. Allerdings ist diese Erkenntnis nicht neu. Die Zahlen wurden bereits im Mai öffentlich (siehe auch VBSG – Zum 3. Mal hintereinander weniger Fahrgäste)
Die Stadt tut gut daran, sich um die Ursachen zu kümmern, bevor sie neue Grossprojekte wie ein Tram neu aufggleisen will.

Die Olma beginnt…

…aber nicht erst mit der Eröffnung der Hallen, sondern eben mindestens 2 Wochen vorher.
Dann nimmt die Messe den Olmaparkplatz in Beschlag und baut die Temporäre Halle 6 auf dem ehemaligen Gelände der legendären Halle 7 auf.

Der Olmaparkplatz bietet gemäss Parkleitsystem 112 Autos Platz und ist am Parkleitsystem angeschlossen. Seit  Montag 18.9.2017 ist er jedoch gesperrt. Seit dem Datum sind auch die Aufbauarbeiten in gang.
Leider zeigt das Leitsystem am 19.9.2017 99 freie Parkplätze an. Besucher der Stadt werden demnach zu freien Parkplätzen geleitet, die gar nicht existieren.

Das sich ausser mir niemand wirklich damit beschäftigt hängt mit grosser Wahrscheinlichkeit auch damit zusammen, dass in den verbleibenden Parkierungsanlagen immer genügend Platz vorhanden ist.

Und wenn wir grad dabei sind, eigentlich müssten ja jetzt nicht 99 sondern eben 112 Plätze frei sein. Zum Olmapparkhaus sage ich auch nur soviel. Dort werden seit mehr als 9 Monaten keinerlei Werte mehr angegeben. Die Anzeige steht immer auf „0“

Dieses System ist untauglich. Wenn die Stadt die Verkehrsflüsse zu den Parkplätzen leiten will, dann ist sie mit diesem System auf dem falschen Weg. Wann geschieht da endlich etwas?

Ohne Beweise geht natürlich nichts 😉