Spannend: Parkplätze

Eine neue Interpellation (heute eingereicht) der FDP beschäftigt sich, wen wunderts, mit den Parkplätzen in der Innenstadt.
Zwei Dinge dazu möchte ich vorne wegnehmen.

  1. Das Parkhaus Burggraben verfügt über 279 öffentliche Parkplätze (gemäss Parkleitsystem) und nicht wie in der Interpellation angegeben 425!
  2. Dass das UG25 nicht vom Fleck kommt, liegt an fehlenden Investoren. Investoren, die der freie Markt eigentlich hergeben müsste, wenn Parkplätze doch derart wichtig für das innerstädtische Leben sind.

Einmal mehr wird der Stadtrat und das Stadtparlament bemüht, Artenschutz für Parkplätze zu betreiben.
Grund ist übrigens die Aufhebung der Parkplätze an der Bahnhofstrasse. Die sind problematisch, weil sie sehr nahe an der Appenzellerbahn liegen und es öfters zu Sachschäden und Verzögerungen kommt. Darüber habe ich vor wenigen Monaten bereits etwas geschrieben.

Noch ein Nachtrag: Die Zahl der Parkplätze in der Innenstadt sinkt nicht, sie steigt! (siehe auch hier)

Teil-E-–-Parkplätze-2017



Pfusch beim Textilmuseum

Dass die Vorlage des Stadtrates ans Stadtprlament heute zurückgewiesen wurde war für mich keine Überraschung. Dass es so deutlich (62:0) zurückgeht eigentlich auch nicht.
Was aber überrascht hat, ist das, was da dem Stadtparlament vorgelegt wurde. Schaut man sich den Input der Geschäftsprüfungskommission an, fragt man sich, ob das häufiger vorkommt:


Trakt. 1: Rückweisungsantrag der GPK: Die Neuorganisation im Bereich des Textilmuseums St.Gallen ist noch nicht abgeschlossen. Es liegen zudem keine aktuellen Businesspläne vor. Der Stadtrat wird deshalb gebeten, eine neue Vorlage zu unterbreiten, wenn folgende Punkte klar geregelt sind:
Die Neuorganisation in Zusammenhang mit dem Textilmuseum ist abgeschlossen und die Vermögenswerte sind wie vorgesehen eigentumsrechtlich übertragen. 
Die Betreiberschaft des Textilmuseums ist definiert. Die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten für den Betrieb des Museums sind klar geregelt und ein aktueller mehrjähriger Businessplan liegt vor. 
Für die Sanierung der Innenräume der Liegenschaft besteht ein Grobprojekt, welches die einzelnen Sanierungsmassnahmen aufzeigt. Zudem sollte die Finanzierung rudimentär dargelegt werden. 

Quelle: Live-Ticker aus dem Stadtparlament der Stadt St.Gallen

Aus meiner Sicht ein völlig unausgereiftes Geschäft! Insbesondere auch deshalb, weil es seit mindestens 1 Jahr bekannt ist. Das geht aus dem Budget 2018 (das im Herbst 2017 entstanden ist) hervor. Denn bereits für 2018 wurde die Beitragserhöhung von 150’000 CHF auf 430’000 ins Budget aufgenommen.

Sehen wir es positiv. Das Stadtparlament hat heute die Jahresrechnung 2018 gegenüber dem Budget 2018 um schöne 150’000 entlastet.
Aber das Geschäft kommt wieder….

Hundert-Millionen-Bau

Eigentlich sollte ich schon längst etwas zum neuen Busdepot schreiben. Ich schaffs aber nicht. Der Betrag von 100’000’000 CHF für das Projekt will mir einfach nicht in den Kopf.

Klar, die Zusammenlegung von Stadtwerken und VBSG mit Infrastruktur wird ihren Preis haben. Aber so viel!?
Zum Vergleich, das neue Werk von Stadler Rail in St.Margrethen kostet gemäss Medienmitteilung 86 Millionen.
Ja, ein direkter Vergleich ist sicherlich nicht ganz sauber und trotzdem ermöglicht er eine Einordnung des Betrages.

Gemäss den städtischen Unterlagen entstehen durch den Neubau Einsparungen von 650’000 CHF pro Jahr. So dauert es auch nur 150 Jahre bis die Investition wieder drin ist 😉

Abstimmungshilfe VBSG

Am 25.11. stimmen wir in der Stadt St.Gallen über eine Flottenerneuerung und neue Oberleitungen für Trolleybusse ab. Nachdem ich das Abstimmungsbüchlein (PDF) rund 10x durchgelesen habe, glaube ich zu wissen, welche Busse jetzt wie ersetzt werden sollen. Hier nun meine Auslegung, etwas aufgepeppt:

So schaut die VBSG-Fahrzeugflotte heute aus. Quelle ist die Webseite der Stadt St.Gallen

Und so soll die Flotte ab 2020 ausschauen. Dann wenn die 17 neuen Busse beschafft werden.

Natürlich ohne Gewähr und unter der Voraussetzung, dass ich es verstanden habe.
Soweit sieht das ja sehr gut aus. (PS: Dieselmotoren sind Rot, Elektro/Trolley sind Grün)

Auf der nachfolgenden Karte findet ihr die Streckenabschnitte, die neue Oberleitungen bekommen (Rot).
Die restlichen Streckenabschnitte (Grün) sollen dann via Batterie und ohne Oberleitung zurückgelegt werden können.

Budget 2019

Ich bin ja gespannt, was der Stadtrat unternimmt, damit Abweichungen des Budget nicht mehr so gross werden wie in den Vorjahren. Es geht dabei nicht nur um die Differenzen, sondern eher darum, dass jeweils ein Minus budgetiert wurde, letztendlich jedoch ein Gewinn resultierte.
So wie es jeweils aussah, ist die Forderung nach einer Steuersenkung durchhaus einleuchtend.
Die Medienmitteilung und die Unterlagen finden sich hier

Im Vergleich dazu die Zahlen aus den Vorjahren

Ansonsten ist mir nicht sehr viel aufgefallen. Einzig vielleicht noch, dass der Beitrag an die Stiftung Textilmuseum mit 430’000 CHF budgetiert ist (war bereits 2018 der Fall). Das Geschäft ist allerdings noch hängig. Aktuell liegt der Betrag noch bei 290’000 CHF.
Traktandiert ist das Geschäft für die Sitzung vom 30.10.2018

Wer kann da schon Nein sagen

1 Million Liter Diesel werden eingespart. Total werden 58km des Liniennetzess in Zukunft elektrifiziert sein – Top! Aber die Sache hat ein paar Haken:

  1. Die Stadt wird nicht Dieselfrei. Linie 7, 9 und 10 zum Beispiel werden auch in naher Zukunft mit Diesel-Bussen betrieben. Es bleibt also bei einer Fahrzeugflotte aus Verbrennungsmotoren und Trolleybussen
  2. 7 km müssen zusätzlich mit Oberleitungen versehen werden. Unklar ist, ob die Angaben der Streckenlängen vergleichbar sind. Wittenbach – St. Gallen retour alleine sind schon 7 km. Ich hege den Verdacht, dass die 58 km Liniennetz hin und zurück gerechnet wurde, während die neu zu elektrifizierten Strecken einfach angegeben werden.
  3. Die neuen Busse sollen in der Lage sein, 15 bis 20 km ohne Oberleitungen zurücklegen zu können. Und trotzdem werden die gesamten Strecken, auf denen die Busse verkehren sollen elektrifiziert. Da frage ich mich, warum da nicht auf Oberleitungen verzichtet werden kann
  4. Oberleitungen sind und bleiben unflexibel. Sie müssen gewartet werden, sie müssen bei Baustellen ausser Betrieb genommen werden. Masten müssen gesetzt und bei Bedarf verschoben werden (siehe Zilstrasse) und nicht zuletzt vermutet man sogar Einfluss auf unsere binäre Uhr am Bahnhof 😉

Alles in allem tönt es wunderbar. Einen Schritt nach vorne und trotzdem bleibt ein Nachgeschmack. Die Vorlage ist nicht konsequent und vermittelt auch im Artikel des Tagblattes den Eindruck, die Stadt würde Dieselfrei.
Ich würde mir wünschen, dass sowohl die Stadt, die VBSG als auch das Tagblatt die Nachteile beim Namen nennen würden und nicht auf „Wer kann da schon Nein sagen“ abzielen.

Einzig dieser kleine Satz im Abstimmungsbüchlein (PDF) weist darauf hin, dass Dieselbusse bis auf weiteres unabdingbar bleiben

Masterplan

Es kursiert ein Gerücht im Smartcityquartier Remishueb. Die Hirslandenklinik Stephanshorn hat anscheinend einen Masterplan, sprich noch einiges vor. Das hat Einfluss auf das Quartier und kommt möglicherweise schneller als gedacht.
Bereits vor der Abstimmung zum Schulhaus Zil und der Zilstrasse hatte ich mögliche Entwicklungen in diese Richtung angetönt.
Sollte die Klinik erneut ausbauen und im Osten weitere Bauten entstehen, dann wird der Verkehr erneut ein Thema.
Lieferanten, Mitarbeiter und Notfälle – Die Situation ist heute bereits unglücklich und sorgt für eine hohe Verkehrsbelastung.

Hier eine Grafik zur Verkehrsbelastung auf der Brauerstrasse im Abschnitt Remishueb/Klinik Stephanshorn.
Die Daten wurden im Rahmen des Smartcity Projektes im August 2017 erhoben.
Es ist davon auszugehen, dass hier aufgrund der Sommerzeit keine Spitzenwerte erfasst wurden.

Brauchen wir ein Tram?

Die Umfrage ist beendet. Vielen Dank für eure Teilnahme!
Eine Auswertung folgt!

Warum frage ich das?
Weil heute im Tagblatt ein Interview mit Fredy Brunner erschienen ist, dass das Thema wieder auf den Tisch bringt. Ich persönlich finde ein Tram keine sonderlich gute Idee. Trotzdem spricht Fredy Brunner ein paar ganz wichtige Themen an.

Insgesamt haben 41 Personen meine Frage beantwortet. 20 mit Nein, wir brauchen kein Tram und 21 mit Ja, wir brauchen ein Tram.

Zusätzlich habe ich euch um eine Erklärung gebten.
Hier eure Antworten:

Pro Tram

  • ist das schnellste Transportmittel, ohne Stau wenn die Autofahrer zivilisiert sind!! 
  • St. Gallen ist langezogen und weist auf dem Hauptkorrifor Ost-West durchgehend eine hohes Verkehrsnachfrage auf. Ein schienengebundenes System ist schnell und attraktiv. Ein Tram kann in St. Gallen ein höheres Nachfragepotential erschliessen als eine S-Bahn. 
  • Vielleicht kommt das dann besser durch den Baustellensalat… 
  • Die vielen Busse und Postautos verstopfen die Strassen für einen flüssigen ÖV Verkehr. Im Osten und Westen der Stadt sollen Hubs eingerichtet werden und das Tram bringt die vielen Personen direkt und schnell in oder durch die Stadt.
  • Weil wir zu viele Postautos in der Stadt haben
  • energie technisch besser als mit diesel zudem verāndert sich das Stadtbild stādtischer
  • Der Verkehrssicherheit zuliebe (die VBSG Chauffeure sind nicht gerade für Verkehrsregeltreue bekannt) Weil günstiger und mehr Kapazität
  • -Stadtgebiet bietet sich aufgrund der breiten Strassen von Winkeln bis Neudorf geradezu an. -Grössere Kapazitäten
  • Die Kapazität der Linie 1/4 auf dem Abschnitt Fürstenlandbrücke – Neudorf wird meines Erachtens bald ausgeschöpft sein. Eine weitere Verdichtung macht irgendwann nicht mehr richtig Sinn. Zudem wäre es eine gute Möglichkeit eine Eigentrassierung vorzunehmen und so endlich unabhängiger vom Verkehr zu werden. Hier muss eine Zukunftsanalyse gemacht werden, da der Bau einer Trambahnstrecke wohl sehr lange dauern wird. Ich persönlich würde jedoch eine Art Schwebebahn wie in Wuppertal, einem Tram vorziehen. Von der Topographie her ist St. Gallen ähnlich wie Wuppertal und es liesse sich auf der Ost-West Achse eine Schnellverbindung einrichten, die Unabhängig von der SBB und vom Verkehr auf der Strasse ist. So ein System liesse sich unter umständen auch Autonom betreiben, was die Personalkosten tief halten würde.
  • Noch besser wäre eine U-Bahn

Kontra Tram

  • Haben unser Trogener-Bähnli . Das reicht doch?!
  • Das ist Blödsinn!
  • Ich halte gar nichts von Verkehrsmitteln auf der Strasse, welche nicht in der Lage sind, anderen auch ausweichen zu können. Ausserdem sind die Geleise für Radfahrer eine Gefahr. Eine unterirdische Streckenführung im Bereich Kreuzbleiche- Bahnhof-Marktplatz wär nicht schlecht, aber wohl kaum bezahlbar.
  • St. Gallen ist meiner Meinung nach zu klein. Das ist unnötig. Mit den Vbsg-Bussen kommt man gut überall hin. Mehr braucht es nicht. 
  • kein Geld
  • Weil die Büsse auch so halb leer sind und fahrzeuten sind gut.
  • Fahren eh bald alle Busse mit Strom. Zudem müssten nur zwei oder drei Nadelöhre umgebaut werden…
  • Wir haben busse, die in die hinterletzte strasse fahren. Noch mehr verkehrsstau???
  • Wir haben busse das reicht. Durch die Trame noch mehr stau und viel mehr unfälle das kann man nicht verantworten!
  • Zu umständlich. Kann auch mit regulären busen erledigt werden

Spiel, Punkt, Sieg

Das gestrige Forum „Zukunft Innenstadt“ war ein Highlight.
Nicht alles, aber ein Thema hat mich begeistert!

Die Arbeitsgruppe „Lebensraum“ mit Katy Rohner, Cornelia Benz und Anja Weiss hat ganze Arbeit geleistet!
Ihre Ideen kommen an und sind zu grossen Teilen einfach umsetzbar und binden mit der Schule für Interactive Media Design an der GBS auch lokale und kreative Menschen ein. Ein echter Gewinn für das Forum und für die Stadt. Ich hoffe, da wird etwas davon umgesetzt! Der Auftrag ist beim Stadtrat platziert!

Quelle: zfg von Cornelia Benz

Der Rest des Forums zeigt, die Stadt ist dran! Ob bei Handwerkerparkplätzen oder einer Online-Bewilligungsplattform. Da geht viel wenn auch noch einige offen Punkte sind.

Was mich enttäuscht hat ist (sorry, wenn es schon wieder Pro City ist) der City Manager. Einerseits sind die geplanten Aufgaben jenseits dessen was jemand bewältigen kann und Andererseits haben wir doch Quartiervereine und eben Pro City, die einen grossen Teil dieser Aufgaben bereits heute übernehmen müssten. Es fehlt meiner Meinung nach viel eher jemand, der die bestehenden Akteure an einen Tisch bringt. Viel mehr Koordinator als Manager.
Enttäuscht bin ich auch von den Tourismus-Organisationen. Von ihnen findet sich leider kein Punkt, zu dem sie etwas beisteuern würden.

Und auch für diese Ausgabe des Forums gilt. Die Stadt ist schnell.
Die Präsentation inklusive der Ideen des Lebensraum-Dreamteam sind bereits online: PDF

Einen Medienspiegel findet ihr übrigens hier

Smart in den Wildpark

Im Smartcity Quartier Remishueb war ein autonomer Bus bereits im Gespräch. Allerdings ergab sich keine so richtig überzeugende Strecke für ein solches Gefährt.
Jetzt aber sehe ich eine sinnvolle Aufgabe. Warum nicht einen autonomen Bus zwischen dem Sonnen-Kreisel in Rotmonten und dem Wildpark Peter und Paul pendeln lassen?

Es können eigentlich alle nur profitieren:

  • Die Stadt beweist, dass sie Smart ist
  • Jeder will (also ich sicher) mit einem autonomen Bus fahren
  • Der Wildpark und das Restaurant erhalten Besucher
  • Die Parkiersituation könnte entschärft werden

Ich denke, wir sollten das anpacken! Nutzen wir den Winter und starten im Frühling 2019 mit einem kostenlosen Angebot zu den Steinböcken!

Auslöser für diesen Vorschlag: 
Nächste Runde im Parkplatzstreit beim Wildpark Peter und Paul

Und gerade flattert noch diese Meldung in mein Postfach:


(sda) Der Bundesrat muss die gesetzlichen Hürden zur Einführung autonomer Fahrzeuge beseitigen, sobald ein Sicherheitsnachweis besteht. Das verlangt das Parlament. Es hat eine Motion der Grünliberalen überwiesen.

Quelle: parlament.ch