Neue Parkuhren

Wie heute bekannt wird, hat die Stadtpolizei einen Auftrag für die Erneuerung von 88 Parkuhren ausgeschrieben.
Ab 2020 sollen die Parkuhren dann auch via Fernwartung erreichbar werden und u.a auch die Sommerzeit umgestellt werden können. Nebst dem heute bald jeder 20fränkige Wecker (Funkwecker) automatisch umstellt und auch die Zeit regelmässig abgleicht, frage ich mich, ob die Investition in die „analogen“ Parkuhren sich nicht mit den Anstrengungen in den Bereichen Smartparking beissen. Wie vernetzt die neuen Dinger wirklich sind, weiss ich nicht. Es besteht aber Hoffnung, dass die verbleibenden 58 Parkuhren irgendwann dann den Schritt zur Smartcity mitmachen. Bis dahin funken die 88 neuen dann einfach etwas mit 😉

Ich bin ein Spinner, ich weiss

Es ist ja schon ein Weilchen her, seit ich ein paar Spinnereien kurzverbloggt habe. Wird Zeit für ein paar städtebauliche Visionen, wenn auch eher aufgewärmte 😉

Als erstes, lieber Kanton St.Gallen, liebe Stadt. Warum wollt ihr die Uni SG am Platztor bauen? Dort wo es bislang keinerlei ÖV-Anbindug gibt, So weit weg von Autobahnanschlüssen in Richtung Zürich?
Baut doch den Uni-Campus am Bahnhof Nord und nutzt Synergien mit der FHSG.

Zweitens:
Der Bahnhof St.Fiden, dieses trostlose Abstellgleis soll entwickelt werden? Ein Bahnhof, auf dem zwar Züge halten aber niemand aus- oder einsteigt, weil es keine Anschlussverbindungen gibt?
Nehmt den Olmadeckel und verknüpft das Ganze sinnvoll, so dass die Messe ihren gedeckten, direkten Zugang zum ÖV erhält. Spannt falls notwendig mit der Migros zusammen, die wäre evtl. bereit für einen direkten Bahnanschluss tiefer hineinzuknieen.

Drittens
Entlastet die Innenstadt vom Durchgangsverkehr, verlegt den Kontenpunkt Marktplatz ans Platztor (die Uni steht ja am Bahnhof Nord), erweitert die Innenstadt und bringt den unteren Graben unter den Boden. Dann liegt am Platztor evtl. sogar noch ein Parkhaus drin *duckundweg*

Wir haben noch immer eine Ost-West-Achse mit Grossprojekten, die, so weit ich das überblicken kann, nicht als Ganzes betrachtet werden. Stadtentwicklung ist jedoch nicht auf einzelne Parzellen beschränkt, eine Strategie, die über Liegenschaftsgrenzen hinausgeht ist gefragt.

 

Keine neue Migros am Bahnhof St.Fiden?

 

Die Migros Ostschweiz plant offenbar, die Filiale „Bach* oder eben Migros St.Fiden umfassend zu sanieren (St. Galler Tagblatt vom 7.8.2017)
Da stelle ich doch gleich einmal eine steile These auf:
Entweder konnte sich die Migros (noch) nicht zu einem Neubau auf dem Bahnhofsgelände durchringen, es dauert einfach zu lange, oder die Stadt sucht nach anderen Möglichkeiten, das Gelände zu nutzen. Sind wir mal gespannt.

Kleines Update vom 9.8.2017

Das ging jetzt aber schnell 😉

und gleich noch ein Update 😉

Platztor am Rande

Scheinbar ist die Lärmbelastung an der Rosenbergstrasse und St.Jakobsstrasse zu hoch. Der Kanton will nun in den betroffenen Liegenschaften Lärmschutzfenster einbauen (St.Galler Tagblatt vom 14.7.2017)

Andere Optionen werden aus den verschiedensten Gründen verworfen. Wirft man einen Blick in die Zukunft, dann sollte hier aber ganz genau hingeschaut werden.
Der VCS meint zwar, dass Fuss- und Veloverkehr zunehmen und deshalb eine Temporeduktion angebracht wäre. Ich vermute zusätzlich jedoch auch eine Zunahme des Autoverkehrs.
Der Grund ist die der neue Campus der Universität. Alle Autos von Zürich her werden wohl über die Ausfahrt Kreuzbleiche/Rosenbergstrasse in die Parkgarage Unterer Graben fahren. Denn dort sollen die Parkplätze für den zukünftigen HSG-Standort Platztor untergebracht werden.
Ich frage mich, wann uns die Stadt und der Kanton dort ein Verkehrskonzept vorstellen werden, dass auch über längere Zeit durchsetzbar ist.
Man darf nicht vergessen, dass die Ecke dort durch den ÖV bislang nicht wirklich erschlossen ist. So wie es bislang ausschaut, ist nichts weltbewegendes geplant, was die Lärmbelastung sicherlich nicht reduziert.

Verkehrsentwicklung Platztor

Quelle: Verkehrszählung Stadt St.Gallen –ZS919a 2015 Platztor

Ladensterben? – Wirklich?

Ich habe mir heute den Geschäftsbericht 2016 (Seite 61)der Stadt St.Gallen angeschaut und bin da auf ein paar komische Zahlen gestossen.
Auf einer illustrierten Seite wurden die Anzahl Detaillisten in der Bekleidungsindustrie aufgeführt. Demnach ist die Zahl der Kleidergeschäfte von 2014 bis 2016 von 109  auf 162 gestiegen.
Ein Blick zurück auf den Geschäftsbericht 2014 (Seite 39) zeigt, dass diese Kenn-Zahlen bereits früher verwendet wurden. Nimmt man die Zahlen zusammen, ergibt sich im Detailhandel Bekleidung folgende Entwicklung:

Leider gibt es zu den Zahlen keinerlei detaillierte Angaben. So weiss man z.Bsp. nicht, ob sich die Zahl auf das ganze Stadtgebiet bezieht und auch nicht, woher sie stammen.
Inzwischen wurde von verschiedenen Seiten bei der Stadt nachgefragt, wie die Zahlen zu interpretieren sind. Wir sind gespannt, wie wir diese einordnen können. Auf ein Sterben des Detailhandels oder auch auf grosse Auswirkungen durch den Onlinehandel deuten die Zahlen so jedoch nicht.

Smartparking aber noch ohne OpenData

OpenData in der Stadt St.Gallen lässt weiter auf sich warten…
Trotz neuen Parksensoren verzichtet die Stadt auf die Freigabe der erfassten Daten. Eigentlich schade, auch wenn vieles aus dem Pilotprojekt vermutlich nicht verwertbar ist, ein Versuch wäre es IMHO trotzdem wert gewesen

Und hier noch ein Beispiel, was passiert, wenn man unsauber arbeitet. Da ich mir aufgrund der Medienmitteilung auch nicht sicher war, schiebe ich den schwarzen Peter mal der Stadtpolizei zu 😉

PG Kreuzbleiche teilweise geschlossen

Zwischen dem 10. Juli 2017 und dem 6. August 2017 werden im Parkhaus Kreuzbleiche dringende Sanierungsarbeiten vorgenommen. Während dieser Zeit ist das zweite Untergeschoss geschlossen. Damit stehen während rund einem Monat weniger Parkplätze zur Verfügung. (MM Stadt St.Gallen)

Ich gehe davon aus, dass während dieser Zeit auch die Überwachungskameras eingebaut werden. Ebenfalls interessant wäre, ob die PLS-AG die Anzeige der freien Anzahl Parkplätze während dieser Zeit anpasst 😉

News zum Bahnhof St.Fiden

Gestern war im Tagblatt ein ziemlich erhellender Artikel zum Bahnhof St.Fiden.

Aus meiner Sicht der interessanteste Abschnitt, ist der Teil mit den Abstellgleisen, die für die neuen SBB-Komponenten verlängert werden sollen. Das heisst, die Geleise bleiben bestehen.

Dass es in Zukunft keinen Halt für Fernzüge geben wird, war mir von Vornherein klar. Die Stadt hat immer betont, dass der Bahnhof kein Knotenpunkt werden wird. Weder für die Bahn, noch für die VBSG.
Es erschliesst sich mir allerdings nicht, wie man ein so grosses Quartier entwickeln will, ohne eine angemessene Erschliessung mit dem ÖV. Zumal auch die Olma voraussichtlich weiter hin zum Bahnhof wächst.

Da soll dann keiner Jammern, wenn der Autoverkehr zwischen Langgasse und Rorschacherstrasse zunimmt.

Zukunft ÖV St.Gallen

Ich erlaube mir, ein paar Blogposts und Statistiken in einem Beitrag zusammenzufassen. Die hohe Zahl an Autos und der sinkende Anteil an ÖV-Benutzern hat mich dazu verleitet.

Die sinkenden Zahlen

VBSG Fahrgastzahlen 2012 bis 2016

Die Fahrgastzahlen sind seit 3 Jahren rückläufig. Weshalb das so ist, weiss niemand so genau. Die VBSG selber nennt die Baustelle Bahnhofplatz als möglichen Grund. Der Fahrplan, die Linienführung oder der Tarifverbund Ostwind scheinen kein Thema zu sein. Dieser Frage sollte unbedingt nachgegangen werden.
Mich würde zum Beispiel interessieren, wie viele Pendler in den Gewerbe und Industriezonen arbeiten und aufgrund von ÖV-Einschränkungen auf das Auto setzen. Leider verfügt die Stadt über keine Erhebungen.


Verteilung des Verkehrs
Quelle: Geschäftsbericht VBSG 2016 (PDF)

 

Unter den 10 grössten Städten (inkl. Agglomerationen) der Schweiz liegt St.Gallen beim Autoverkehr hinter Lausanne (68%) und Lugano (77%) auf dem 3. Platz. Städte wie Winterthur (61%), Bern (54%) oder Basel (57 %) weisen deutlich weniger Autoverkehr auf. Ein kleiner aber wichtiger Seitenhieb in Richtung  Mobilitätsinitiative.

Mobilität Agglomeration St.Gallen

Der Anteil am Autoverkehr ist erschreckend hoch, auch im Vergleich zu anderen Städten. Zusammen mit den sinkenden Zahlen bei der VBSG eigentlich eine kleinere verkehrstechnische Katastrophe. Hier muss die Stadt handeln. ÖV und Langsamverkehr müssen wieder deutlich gegenüber dem Autoverkehr zulegen!

Vergleich der 10 Bevölkerungsreichsten Agglomerationen – Autoverkehr

Quelle: Bundesamt für Statistik – Verkehrsverhalten der Bevölkerung 2015 (PDF)

Die Pendler

Pro Tag fallen rund 20’000 Autofahrer in die Stadt ein. Die Zahl der ÖV-Pendler beträgt nur gerade 15`0000!
Ob es an der Erreichbarkeit oder am Parkplatzangebot liegt? Fakt ist, hier liegt viel Potential drin. Ich zweifle allerdings ob Massnahmen wie Tropfensysteme oder Mobilitypricing wirklich nützen. Viel wichtiger erscheint mir, dass die Arbeitsplätze für Pendler einfach(er) erreichbar sind.

Das Tram

So könnte/soll das St.Galler Tramnetz dereinst aussehen. Die Linien entsprechen heute ziemlich genau der Buslinie 3 (Bahnhof – Heiligkreuz) und Linie 1 (Stephanshorn – Winkeln)

 

Das Tram bietet sicherlich einige Vorteile gegenüber den Gelenksbussen. Allerdings ist es auf Schienen angewiesen. Kommt hinzu, dass es entweder einen Wendeplatz benötigt, oder in beide Fahrtrichtungen fahren können muss. Zusammen mit dem neu zu erstellenden Schienennetz, der Beschaffung neuer Trams und der teilweise notwendigen Eigentrassierung, müssen meiner Meinung nach deutlich grössere Vorteile als bisher erkennbar entstehen. Ansonsten scheint mir St.Galler Tram völlig jenseits.
Es sei denn, man blicke nach China und mache sich auch für St.Gallen Gedanken, über ein Tram, dass ohne Schienen auskommt

Neue Buslinien

Die VBSG plant mit einer Erweiterung der Linie 3 vom Heiligkreuz bis nach Wittenbach. Mit Oberleitungen versteht sich.
Auch in St.Georgen sollen die Autobusse durch Troleybusse mit neuen Oberleitungen ersetzt werden. Dafür fällt die Linie 11 nach Mörschwil weg, resp. soll durch Postautos „ersetzt“ werden.
Die genauen Beweggründe kenne ich nicht. Auffallend ist jedoch, dass kaum eine Strecke oder ein Quartier eine Aufwertung erhalten wird, sondern lediglich an den bestehenden Linien optimiert wird.
Hier würde ich mir die Thematik „zusätzliche ÖV-Hubs“ wünschen. Der Bahnhof St.Fiden scheint bereits verloren, der Bahnhof Winkeln jedoch in weiter Ferne.

Smartcity mit autonomen Fahrzeugen

Zum Schluss noch etwas zu den autonomen Bussen. Mit der SBB und der Post sind zwei der grössten Transportunternehmer bereits fleissig am Testen. Etwas anders machen es die Verkehrsbetriebe Fribourg (TPF). Die haben bereits eine eigene Linie in Betrieb genommen. Ob die VBSG bereits ähnliche Pläne hat, oder es den Grossen“ überlässt? Wir werden sehen.

Und sonst…

Da wären noch 3 Grossbaustellen, die in der Zukunft sicherlich auch zum ÖV Thema werden. Der Bahnhof St.Fiden hat heute so gut wie keine Anschlüsse an das VBSG-Netz. Mit der ufwertung soll sich das gemäss Stadt auch nicht ändern.
Der Uni-Neubau am Platztor wird durch die Linie 3 erschlossen. Allerdings entsteht in unmittelbarer Nähe mit dem UG25 auch ein sehr grosszügig dimensioniertes Parkhaus. Wer da die Nase vorne hat?
Und nicht zuletzt der Bahnhof Nord, der zwar unmittelbar an die Geleise angrenzt, aber im Süden, sprich über die Rosenbergstrasse (noch?) über keinen VBSG-Anschluss verfügt.

Unser Stadtrat Peter Jans und die VBSG haben in Zukunft einiges zu tun. Hoffen wir, dass wir den autmobilen Pendlerverkehr sinnvoll reduzieren und die Zahl der Fahrgäste wieder steigern können

Die Quellen und weiterführende Infos findet ihr auf meiner ÖV/Tram Seite

Ihr Bünzlis könnt mich mal!

So ihr Revolutionäre, ihr linksalternativen Kulturschaffenden und Kommerzclubpartyvolk, ihr Ladenbesitzer, Hauseigentümer, Anwohner, Dompfarrer, Saitenschreiber und Tagblattleser. Ihr Stadtparlamentarier und Bewilligungsverteiler, ihr Geldgeber und Rathaussesselkleber, ihr FestspielVIPs und Openairchiefs wollt immer Alles, aber nichts teilen.
Wir alle sind Bünzlis! Wir schaffen es nicht, gemeinsam im Stadtpark für eine lebenswerte Stadt zu kämpfen, wir schaffen es nicht, eine nostalgische Chilbi auf dem Gallusplatz ohne Misstöne zu organisieren und wir schaffen es nicht, ein kleines Jazzin Festivals weiterzuführen. Spielplatzsitzer werden vertrieben und Gouvernanten in Uniform versuchen sich als Tante Klara auf den Hügeln und in der Innenstadt.
Nein, es liegt nicht immer am Geld, es liegt an all den Ansprüchen, die wir Bünzlis an jede noch so kleine Hundsverlochete haben. Sie muss perfekt sein und sie darf auf keinen Fall Lärm machen. Das Bier muss immer gleich viel kosten und die Bratwürste sind durchnormiert. Auf den Sonnenschirmen muss ein Schütze sichtbar und die Festbänke von der Feuerwehr geprüft sein.
Passt uns Bünzli nur ein einziges kleines Detail nicht, dann ist Aufstand angesagt.
Wenn aber eine Revolution gegen den Bünzli in uns allen ausgerufen wird, dann, dann kommt niemand!

Wir wollen etwas ändern? Wir wollen eine lebendige Stadt? Jeder soll sein Plätzchen finden?
Tja, wenn unseraller Bünzli stärker ist als der Wille, gemeinsam etwas zu verändern, dann können wir die Stadt auch zu Grabe tragen. Fragt sich nur, ob wir uns auf ein passendes Sargmodell einigen können.