Parkgarage Kreuzbleiche

Nächste Woche gibts mal wieder ein Parkgaragen-Traktandum im Stadtparlament. Damit auch die Verfechter von #stparkplatz eine Idee bekommen, was parkieren so kosten kann, nehme ich das Geschäft in aller Kürze auseinander.

Der Titel erklärt eigentlich schon einiges: „Parkgarage Kreuzbleiche, Instandsetzung, Projektierung; Verpflichtungskredit

Es geht um eine Instandsetzung UND um eine Projektierung. Der eigentliche Verpflichtungskredit setzt sich aus folgenden Punkten zusammen:

  • Vorarbeiten, Untersuchungen, Vermessung, Sondagen: CHF 65’000
  • Honorare: CHF 240’000
  • Nebenkosten: CHF 15’000
  • Unvorhersehbares: CHF 32’000
  • Bauherrenleistung: CHF 28’000

Macht Total 380’000 CHF

Das tönt ja so weit vernünftig. Aber, damit ist die Parkgarage längst nicht saniert. Die grosse Knacknuss folgt erst auf Seite 3:

Ziel der Planungsphase ist ein baubewilligungsfähiges Projekt mit Kostenvoranschlag
und weiter
In der Investitionsplanung sind für die Instandsetzung der Parkgarage Kreuzbleiche CHF 10,5 Mio. eingestellt

Das bedeutet nichts anderes, als das im ersten Schritt einige „kosmetische Arbeiten“ vorgenommen werden und dann der grosse Brocken von über 10 Millionen erst noch folgt.

Ob das mit der Auslastung wieder reingeholt werden kann?
So wie ich das sehe, ist die Auslastung tendenziell tiefer als im Bericht des Stadtparlamentes angegeben.

Kleines Update: Ich habe vergessen, die Einnahmen zu erwähnen. Gemäss der Vorlage nimmt die Stadt mit der Parkgarage jährlich ca. 650’000 CHF ein. Bei Kosten von 10.5 Millionen dauert es demnach mind. 16 Jahre, bis die Sanierungskosten wieder drin sind 😉

Zieht man noch die Unterhaltskosten von jährlich 165’000 CHF ab, dann bleibt unter dem Strich 485’000 CHF „Gewinn“. Dann dauerts schon mehr 20 Jahre bis die PP wieder Gewinn abwirft.

Dazu die Auslastungszahlen vom Oktober 2019. Es gab im Oktober (Olma-Monat!) so gut wie nie weniger als 100 freie Parkplätze!

Viel hat sich seit 2016 auch nicht verändert

2 Kommentare

  1. Der Hinweis auf die Auslastung ist wichtig – die meisten Nachzählungen ergaben eine technische Differenz zwischen angezeigter Zahl und tatsächlich belegter Zahl.
    Das machte bei der Athletik-Halle vor zwei Jahren, als ich das überprüfte, etwa 8-10 nicht angezeigte Plätze, das heisst, die konnten auch nicht verkauft werden, weil niemand mehr einfährt bei fehlender Frei-Anzeige…
    Das ist dann alles fehlendes Geld in der Stadtkasse.
    Da braucht es dann wirklich auch keine Funkanzeigen, weil die vorhandenen Anzeigen im Innern ja funktionieren, nur „jemand“ die Sache falsch einprogrammiert hat. Und „niemand“ das kontrolliert.

    1. Bei Einnahmen von 650’000 CHF/Jahr und Unterhaltskosten von 165’000 CHF/pro Jahr dauert es mehr als 20 Jahre, bis die Parkgarage wieder Gewinn abwirft 😉

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.