Sugarmama St.Gallen

Es zieht sich wie ein roter Faden durch das Forum Zukunft Innenstadt und der Faden soll weiter gesponnen werden. Die Stadt zahlt, die Innenstadt stagniert weiter.

Nein, es ist nicht die Pandemie, es sind die bürgerlichen und angeblich liberalen Kräfte, die ständig bei der Stadt Geld abholen wollen um ihre hausgemachten Problem zu lösen.

Ich habe mein Unbehagen dazu bereits mehrfach verbloggt. Das Gewerbe und die Interessenvertreter sind einfach nicht gewillt, selbstständig auf die Beine zu stehen und etwas zu reissen. Nein, wenn sie mit dem Geschäftsgang und der Entwicklung nicht zufrieden sind, dann rennen sie zur Sugarmama. Die soll gefälligst Geld locker machen. Es geht ja um nichts weniger als die Zukunft der Stadt.

Das ist bei Parkplätzen so, bei visionären Bauvorhaben wie die Überdachung von St.Fiden und neu eben eine Vermarktungskampagne für insgesamt über 700’000 CHF, wobei mindestens 400’000 aus der Stadtkasse kommen sollen.

Erinnern wir uns kurz zurück. Im Mai 2019 wurde am Frühlingsforum „Zukunft Innenstadt“ das Citymanagementboard im Palace vorgestellt. Dieses Board wurde anstelle eines Citymanagers installiert und soll durch die Mitglieder finanziert werden. Wobei angestrebt wird, dass jährlich 100’000 CHF zusammenkommen, die vollumfänglich der Standortvermarktung zu gute kommen.

Jetzt beantragt der Stadtrat 400’000 CHF für die Ausweitung der bereits laufenden „Sankt“-Kampagne. Wie ihr in der Tabelle erkennen könnt, sind 100’000 CHF aus Kooperationen aufgelistet. Wir können davon ausgehen, dass dies die Mitgliederbeiträge aus dem Citymanagementboard sind. Oder vielleicht doch nicht? Ebenfalls offen ist, ob die Stadt via Mitgliedschaft im Citymanagementboard auch in den 100’000 CHF Topf einbezahlt, was letztlich bedeuten würde, dass der effektive Beitrag der Stadt noch höher ist.

Quelle: Stadt St.Gallen

Ich kann diesem Kredit nicht zustimmen. Selbst dann nicht, wenn der Stadtrat in der Vorlage sauber auflistet, was mit der Kampagne erreicht werden soll.

Ich finde nicht immer alles gut, was die Stadt macht. Aber hier ist sie Top unterwegs. Sie hat sehr vieles aufgegleist und auch bereits umgesetzt. Jetzt sind andere am Zug. Sie dürfen sich gerne von der Sugarmama abnabeln.

Ein Kommentar

  1. Die Reichweite, der Erfolgsausweis all der netten Plakatkampagnen ist jeweils dürftig. Oder ganz Null. Es geht, wie so oft, um Beschäftigungstherapie und nette Aufträge für die Werber.
    Das wurde anhand der periodischen BFU-Präventionsplakate (Kinder, Gurten, Alkohol, Müdikgkeit, E-bikes….) schon gezeigt. Das Problem ist dabei, dass die Kampagnenaufwendungen in eine Relation zu irgend einem höheren, irgendwann später zu erwartenden Ertrag gesetzt werden – und keineR bereit ist, das je sauber auseinanderzubeineln – auch weil es gar nicht möglich ist. So wie das bei der ganzen Standortförderung übrigens auch der Fall ist. Viele Beispiele von sogenannten Ansiedlungen sind in die Hose gegangen. So ein nettes Beispiel ist die albanische Ölförderfirma im Schönbühlpark, die nie auch nur einen Tropfen förderte.

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