Die Inititiative nimmt Fahrt auf

Ich rede von unserer lokalen Mobilitätsinitiative.
Diese will die Abstimmung vom 7. März 2010 rückgängig machen. Zur Erinnerung, die Abstimmung wurde von der St.Galler Bevölkerung deutlich angenommen.

Ziel ist es, dass der Individualverkehr (in erster Linie zielt das Begehren auf unsere Autos) wieder zunehmen darf. Die Argumente der Befürworter lauten so:

  • Abwägen statt plafonieren: Eine allgemeine und einseitige Beschränkung des motorisierten Individualverkehrs ist nicht sinnvoll, weil sie sich negativ auf die Wirtschaft und das innerstädtische Gewerbe auswirkt.
  • Kanalisieren statt umleiten: Starke Verkehrsachsen und genügend Parkplätze entlasten die Quartiere von Such- und Auswegverkehr.

Ganz ähnlich tönt es auch in den sozialen Medien, insbesondere auf Facebook.
Dort wird einem auch schon mal nahegelegt, doch nach Zürich zu ziehen, wenn es einem nicht passt 😉
Das mehr Autoverkehr diese Probleme (die des Detailhandels in der Innenstadt) nicht löst, dürfe mittlerweile den meisten bekannt sein. Insbesondere den Lesern dieses Blogs.
Ich habe mehrfach aufzeigen können, dass die Stadt KEIN Parkplatzproblem hat.
Aber auch das Grundeigentümer und der Detailhandel selber eine grosse Mitverantwortung an dem Ladensterben tragen.

Gerne fasse ich das hier nochmals zusammen:

Das ist nur eine Teilauswahl, die aufzeigen soll, dass man mit einer „Vekehrsliberalisierung“ auch in der Innenstadt keinen Blumentopf gewinnt. Im Gegenteil. Es werden viele gute Ansätze zu Nichte gemacht.
Mir ist klar, dass der Individualverkehr in Zukunft anders aussehen wird und die Autos ökologischer werden. Das ist gut für die Emissionen, aber der Platzbedarf sinkt deshalb nicht.

Ich wiederhole es gerne immer und immer wieder. Die Probleme im Detailhandel sind zum einen den Entwicklungen in der Gesellschaft geschuldet und zum Anderen auch hausgemacht. Mit einer Mobilitätsinitiative retten wir kein einziges Geschäft.

7.5 Millionen – wirklich!?

Der Stadtrat beantragt dem Stadtparlament den Erwerb eine Grundstückes im Westen der Stadt. Das Grundstück liegt zwischen der Zürcherstrasse und der Autobahn A1, ist unbebaut und liegt in der Industriezone.
Als Grund wird angegeben, das ein Ausbau der Zürcherstrasse über dieses Grundstück erfolgen soll.
Da frage ich mich doch, wie viel Ausbau (besser Verlegung inklusive Ausbau) da notwendig ist. Auf der gesamten Grundstückslänge ist die Zürcherstrasse teilweise schon 3-spurig (Abzweiger in die Schoretshuebstrasse) oder die beiden Fahrspuren sind durch einen Grünstreifen getrennt.

Ich will mal ehrlich sein, a) sehe ich den Ausbau nicht als zwingend an und b) sind 7.5 Millionen für dieses Grundstück und den Verwendungszweck zu teuer. Ein völlig unnötiger Zukauf

 

Was mir insbesondere missfällt ist der Satz „… „Streckung Zürcher Strasse“ durch ein Bauvorhaben auf Grundstück Nr. W3982 verunmöglicht wird, ist es notwendig, das Grundstück zu erwerben“ auch wenn die Möglichkeit besteht, das Grundstück theoretisch im Baurecht anzugeben.

So soll das Teilprojekt „Streckung Zürcherstrasse“ ausschauen:

Irgendwie fehlt mir da ein wirklicher „Zwang“, eher so ein bisschen „so hätten wir es gerne“.
Sprich, da wünschen sich einige eine Schnellstrasse nach Gossau. Unnötig, Autos haben (noch) Lenkräder.

Siehe auch 7,5 Millionen für Baulandkauf

Update vom 9.1.2017
Wie heute im Tagblatt zu lesen ist, hat sich für die Arealentwicklung ein „Verein Arealentwicklung St.Gallen West-Gossau Ost (Asgo) gegründet. Der Verein ist auch mit einer eigenen Webseite unterwegs

Mobilitätsinitiative – Podiumsdiskussion

Am 15. Januar findet im Waaghaus ein Podium zur bevorstehenden Abstimmung über die Mobilitätsinitiative statt.

Einführungsreferat: Stadtrat Peter Jans
Pro: Karin Winter-Dubs (Stadtparlamentarierin SVP) und ein weiterer Gast
Kontra: Doris Königer (Stadtparlamentarierin SP) und Daniel Rüttimann (Stadtparlamentarierer GLP)

Bin gespannt, ob sich die FDP als „weiterer Gast“ zur Verfügung stellt, oder ob sich evtl. sogar jemand von der CVP dazu bewegen lässt 😉

Haltung des Stadtrates und des Stadtparlaments:
„Am 4. März kommt die sogenannte Mobilitätsinitiative zur Abstimmung, die das geltende Verkehrsreglement der Stadt aushebeln will. An dieser Veranstaltung darf ich die Haltung des Stadtrates vertreten, der – wie auch das Stadtparlament – diese Initiative ablehnt.“ Peter Jans via Facebook

 

In eigener Sache

So, habe die Zeit zwischen Weihnachten bis heute etwas genutzt und meine Medienspiegel sowie die Menus etwas überarbeitet.

Medienspiegel sind in etwas schöneren Tabellen erfasst:

Das Thema Parkieren hat ebenfalls ein Update erhalten. Ältere Einträge sind archiviert und ich wage ab 2018 einen Neustart

Zudem als kleine Erinnerung meine Hashtags, die ich so oft als möglich zu verwenden:

  • #smartsg (Alles was mit unserer zukünfigen SmartCity zu tun hat)
  • #bhfnord (Der Bahnhof Nord)
  • #bhfstfiden und #stfiden (Der Bahnhof St.Fiden und Umgebung
  • #marktplatzsg (Selbsterklärend)
  • #stparl (Das Stadtparlament)
  • #zukunftsg (Forum Zukunft Innenstadt)
  • #stadtratsg (Rund um den Stadtrat inkl. anstehenden Wahlen)
  • #sangallo #sanktgallen und #stgallen (Allgemein Stadt St. Gallen)
  • #neuebibliothek (neuebibliothek.ch)
  • #theatersg

 

Junge flüchten aus der Stadt

Ausnahmsweise mal etwas aus 20min. Warum verliert die Stadt St.Gallen als einzige junge Einwohner und was macht die Stadt um dagegen zu halten?

Das frage ich mich ja auch immer wieder. Nicht zuletzt kritisiere ich den Verein IT-Rockt und unsere Standortförderung. Die sind nach Aussen hin schlicht nicht sichtbar. Man muss sie sogar aus dem Dornröschenschlaf wecken um ein gelungenes Projekt mitten in der Stadt zu bewerben. Und das obwohl der Verein IT-Rockt jährlich 30’000 CHF von der Stadt bekommt.

Aber auch unser Stadtparlament verpasst es, hier Gegensteuer zu geben. Nein, sie macht es sogar schlimmer. Beispiel Rechenzentrum für die Stadt.
Hier können die Stadtwerke einsteigen und ein Rechenzentrum in Gais mitbetreiben. Dass man damit aber privaten Firmen eine mögliche Investition wegnimmt und man dabei sogar noch Geld sparen könnte, hat das Stadtparlament wenig interessiert.
Oder die unsägliche Fusion der VRSG mit der Abraxas. Hier wird ein IT-Koloss einbetoniert, der nicht zuletzt auch einen anerkannten Arbeitgeber am Stadtrand direkt konkurrenziert.
Ich würde es begrüssen, wenn sich die Stadt besinnt und neuen Unternehmen Chancen bietet und nicht immer versucht selber einzusteigen. Gelegenheit gab es und wird es auch in Zukunft wieder geben.

 

Stadtpolitik 2018

Das Tagblatt hat in seiner heutigen Ausgabe 4 Themen identifiziert, die unsere Stadtpolitik 2018 prägen werden. Hier meine Ergänzungen dazu:

Mobilitätsinitiative

Eine Initiative, die einen Volksentscheid rückgängig machen will. Mit an Board ist hier (zumindest Teile) die CVP. Wetten, dass sie das nicht durchzieht? Zu schmerzhaft war der Verlust von 2 Stadtratssitzen. Sie wird sich gut überlegen, wie sie sich im Abstimmungskampf verhalten will.

Platztor

Gut dass es hier vorwärts geht. Die Erschliessung mittels öffentlichem Verkehr wird noch zu reden geben. Liegt das Gebiet doch etwas abseits und die Autobahnzubringer sowie das zukünftige Parkhaus Unterer Graben sehr günstig. Dazu kommt, das der Untere Graben heute schon einer der „lautesten“ Verkehrsadern ist. Nicht zuletzt ist hier auch der Kanton mit der Lärmschutzverordnung gefragt.

Projektabwicklung

Das würde ich durch die Umgebungsarbeiten am Bahnhofplatz ersetzen. Hier wird 2018 einiges neu entstehen, das die Bevölkerung im täglichen Leben wohl mehr beeinflusst als diese „trockene Verwaltungsmaterie“. Sind wir gespannt auf die Durchmesserlinie, den Kornhausplatz und den Biergarten am Bahnhofspärkli

Spitex

Eine grosse Herausforderung für unsere neue Stadträtin Sonja Lüthi. Da handelt es sich nicht um ein reines Umsetzungsprojekt. Dahinter stehen ältere Menschen, ein gebeutelter Berufsstand, persönliche Beziehungen und viel, viel Geld. Nicht zuletz auch wegen den Zuwendungen von Verstorbenen. Ich hoffe, Sonja Lüthi kommt auch mit der emotionalen Seiten dieser Geschichte zu recht.

Und wenn noch weitere „grosse“ Themen aufkommen, ich werde auch 2018 weiter kurzbloggen

Parkleitsystem – Ein letztes Aufräumen

Vorab, die Parkleitsystem AG, St. Gallen hat mir (nicht nur mir!) den Zugang via RSS-Feed abgestellt. Mittlerweile habe ich mir aber einen alternativen Weg gebastelt. Die Daten werden also weiterhin gesammelt. Ob es zu einer Auswertung kommt, lasse ich offen.

Jetzt aber noch zu den Daten von 2017. Ich habe 2 Grafiken zusammengebastelt, die eindrücklich zeigen, dass wir in der Stadt kein, aber wirklich kein Parkplatzproblem haben. Vergesst bitte nicht, das UG25 fehlt und kommt grösser als je zuvor.

Zur Auswertung:

  • Olma und Spisertor habe ich ausgelassen. Sie liefern seit Monaten keine aktuellen Zahlen mehr
  • Olmaparkplatz und Spelteriniplatz fehlen wegen OFFA und OLMA ebenfalls. Hier war mir die AUswertung zu aufwendig
  • Die Werte wurden täglich alle 15min und 7×24 Stunden eingelesen
  • Die Werte wurden nach Tag und Tageszeit gefiltert und die Mittelwerte berechnet

Auslastung der Parkgaragen Werktags (Montag bis Freitag) zwischen 08:00 Uhr und 18:00 Uhr – Vorher, sowie Samstag und Sonntag waren jeweils deutlich mehr Plätze vorhanden.
Fazit: Im Schnitt sind tagsüber jeweils rund 600 Parkplätze verfügbar.

 

Auslastung im Tagesverlauf

Durchschnittliche Auslastung pro Monat (Werktags von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr)
Fazit: das Bild spricht Bände 😉

Monatliche Auslastung

Die Angaben sind wie immer ohne Gewähr  Wer Interesse an den Rohdaten hat, darf sich gerne bei mir melden.

Ende Parkhausauswertung – unfreiwillig

Eigentlich wollte ich heute Abend eine Auswertung zum vorweihnachtlichen Abendverkauf in St.Gallen vornehmen.
Daraus wird leider nichts. Die PLS-AG hat am 19. Dezember ihre Webseite so umgebaut, dass ich nicht mehr an die aktuellen Zahlen herankomme. Damit wird unser Parkleitsystem zumindest vorläufig wieder zur Blackbox. Auch verschiedene Apps werden wohl nicht mehr funktionieren. Nun fällt also die letzte Möglichkeit weg, die Aussagen zu Parkplätzen überprüfen zu können.
Denn andere Auslastungszahlen gibt es nicht (zumindest nicht öffentlich). Ich hoffe, dass wenigstens unser Stadt- und Verkehrsplaner Zahlen bekommen.

Mein Job betrachte ich nun als erledigt. Wer an Zahlen interessiert ist muss nun einen anderen Weg finden.
PS: Die PLS-AG kümmert es scheinbar wenig, dass sämtliche anderen Städte in der Schweiz ihre Zahlen nach wie vor offerieren. Smart City lässt grüssen…..

Sparschweinchen

Heut war im Tagblatt ein Interview mit unserem Stadtpräsidenten Thomas Scheitlin.
Es ist nicht so, dass ich alles schlecht finde, was er sagt. Allerdings passt da schon einiges nicht zusammen.
Übers Jahr verteilt haben die Parteien einiges an Geld gesprochen. Diese Ausgaben müssen wir nun tätigen. Und es waren in erster Linie die Parteien rechts der Mitte, die immer wieder hohe Beiträge gesprochen oder auch mitgetragen haben. Zuletzt auch noch im Budget 2018, als der Beitrag an St.Gallen-Bodensee-Tourismus beinahe verdoppelt wurde.

Ein klein wenig „Entwarnung“ vielleicht noch. Hier seht, ihr, wie die Stadt die letzten Jahr Defizitie budgetiert hat und wie es letztendlich dann aussah. (Ja, ich weiss, das ist nur die halbe Wahrheit, trotzdem auffällig)

Und weil Daniel Kehl das Ganze so schön formuliert hat, hier sein Votum zum Budget im Stadtparlament: